Der Nationalheld als Kultfigur

Lauda-Tod

Der Nationalheld als Kultfigur

Niki Lauda hatte bekanntlich zwei Leben - das als Formel-1-Legende und das als erfolgreicher Unternehmer. Nimmt man es genau, hatte er aber noch eine dritte Existenz: die als Kultfigur in Film, Funk und Fernsehen.

So brachte es der Wiener mit seiner Kappe und seinem markant grummelnden Nuscheln zum Liebling heimischer Kabarettisten und ausländischer Regisseure. Zweifelsohne das bekannteste Kunstwerk über den am Montag im Alter von 70 Jahren verstorbenen Lauda ist Ron Howards Filmbiografie "Rush - Alles für den Sieg" aus 2013.

Oscar-Preisträger Howard ("A Beautiful Mind") widmet sich darin der legendären Rivalität zwischen Lauda und seinem Formel-1-Kollegen James Hunt, wobei der Film weniger durch seine spektakulären Rennszenen in die Filmgeschichte einging, als durch die schauspielerische Leistung von Daniel Brühl. Der deutsche Kinostar und Frauenschwarm lieferte als Lauda-Wiedergänger eine gänzlich unpeinliche und überraschend authentische Interpretation des Rennfahrers ab.

Und so wurde "Rush" auch an den Kinokassen zum veritablen Erfolg, spielte das Werk bei einem Budget von 38 Mio. US-Dollar doch 90 Mio. US-Dollar ein. Aber auch Lauda selbst verewigte sich - respektive seine bekannte Diktion - in Hollywood. So synchronisierte der Unternehmer 2006 neben Kollegen wie Mika Häkkinen und Michael Schumacher im Animationsfilm "Cars" den Rennwagen "The King".

Zugleich feierte Lauda auch eine "Bühnenkarriere", nehmen sich doch die heimischen Kabarettisten gern seiner ikonografischen Figur an: So setzte sich Comedian Alex Kristan mehrfach mit Lauda-Imitationen in Szene, auch Robert Palfrader und Florian Scheuba widmeten sich in ihrem Programm "Flügel" dem prominenten Rennfahrer.

Im Rabenhof-Theater feierte 2013 sogar eine von Gerhard Haderer entworfene Lauda-Puppe einen Auftritt im Rahmen des maschek-Programms "Bye-Bye, Österreich!". Auch zahlreiche Karikaturisten arbeiten sich immer wieder an Laudas Konterfei ab.

Als "Dancing Star"-Teilnehmer sah man Lauda zwar nie, ganz egal war ihm das ORF-Format aber offenbar nicht, meldete er sich doch immer wieder mit kontroversen Kommentaren zu Wort: 2011 musste er sich etwa bei Alfons Haider entschuldigen, nachdem er sich nach dessen Ankündigung, beim Wetttanzen mit einem männlichen Partner aufzutreten, über "schwules Tanzen" beschwert hatte. Wenige Tage nach seiner Kritik hielt Lauda in einem Statement fest: "Ich habe und hatte Zeit meines Lebens keine Vorurteile gegen Homosexuelle."

Auch im Jahr darauf gab es einen Lauda-Kommentar zu den "Dancing Stars": Dass dort mit Dolly Buster eine frühere Pornodarstellerin mitwirken sollte, erzürnte Lauda. Er sprach gegenüber Medien vom "Ende" und "Tutti Frutti-Fernsehen".

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