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Konflikte

Nobelpreisträgerin: "Ohne USA gäbe es Lösung in Korea"

Die Frage des Friedens zwischen Nord- und Südkorea habe die Grenzen Koreas verlassen und sei längst eine Angelegenheit zwischen Nordkorea und den USA. Wenn die Amerikaner sich aus den Verhandlungen zurückziehen würden, dann wäre die koreanische Bevölkerung in der Lage, das Problem selbst zu lösen, so die Friedensnobelpreisträgerin Leymah Gbowee.

"Ich war dort und die Grenze zwischen den beiden Ländern ist bloß eine Bodenschwelle. Nur dort, wo die Amerikaner stationiert sind, sind Maschinengewehre." Das Hauptproblem auf der Koreanischen Halbinsel seien laut der liberianische Frauenrechtlerin jedenfalls die Vereinigten Staaten.

Konflikte selbst lösen lassen

Internationale Einmischung kritisierte sie auch im Nahen Osten. "Wenn der Rest der Welt es Ländern wie Ägypten, Libyen, Jemen und Syrien erlauben würde, ihre Probleme selbst zu lösen, und es nicht zu einem Konflikt zwischen Russland und irgendjemand anderem machen würden, dann gäbe es all diese Migration nicht." Den Preis dafür würden letztlich Länder wie Österreich zahlen, die Flüchtlinge aufnehmen müssten.

Im Hinblick auf Donald Trumps Haltung gegenüber Frauen, kritisierte Gbowee, dass er durch sein Verhalten vieles zunichtemache, wofür Frauen jahrelang gekämpft hätten. "Wenn jemand in einem so hohen Amt sexistisch handelt, dann ist das gleichzeitig eine Erlaubnis für andere kranke Menschen, die dann viel Schlimmeres machen", so Gbowee über den US-amerikanischen Präsidenten.

Jeder Mann solle sich laut Gbowee die Frage stellen, ob ihm die Ungleichbehandlung von Frauen auch dann egal wäre, wenn sie seine eigene Tochter betreffen würden. "Sogar Trump, der seine Tochter Ivanka liebt, müsste man fragen, ob er wirklich will, dass jemand dieselben Bemerkungen in ihre Richtung macht, wie Trump es bereits bei anderen Frauen getan hat."

Gute halten sich zurück

"Es gibt so viele gute Menschen in der Welt, viel mehr gute als schlechte. Aber die guten Menschen halten sich fast immer zurück. Es ist Zeit, dass die guten Menschen aufstehen und es unmöglich machen, dass jemand wie Trump jemals wieder Präsident wird", so Gbowee.

Leymah Gbowee organisierte im Jahr 2002 die Gründung der Bewegung "Women of Liberia Mass Action for Peace" und leistete einen wichtigen Beitrag zur Beendigung des Bürgerkrieges im Jahr darauf. Ihr Aufruf an die liberianischen Frauen zum "Sexstreik" ging durch die Weltpresse. Für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und Frauenrechte erhielt sie 2011 gemeinsam mit Ellen Johnson Sirleaf, ebenfalls aus Liberia, und der Jemenitin Tawakkul Karman den Friedensnobelpreis.
 

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