Star-Reporterin in Homs getötet

Syrien

Star-Reporterin in Homs getötet

TV-Bericht aus Syrien - 4 Stunden später tot.

„Ich habe heute ein Baby sterben sehen“, sagte Marie Colvin Dienstagnacht in BBC. Vier Stunden später war die erfahrene Kriegsreporterin selber tot.

In Homs wurden sie und der französische Fotograf Remi Ochlik von einer Rakete getroffen und getötet, zwei weitere Reporter verletzt.

Die 54-jährige US-Journalistin war für die britische Sunday Times (dort arbeitete sie seit 20 Jahren) in Syrien. „Zutiefst traurig über die tragische Nachricht über Marie Colvin. Ein großer Verlust“, twitterte gestern Großbritanniens Außenminister William Hague. Großbritannien und Frankreich fordern „Aufklärung über den Tod unserer Journalisten“ von Syriens Präsident Bashar al-Assad.

Vier Journalisten starben in Syrien – seit elf Monaten werden Aufstände vom Assad-Regime brutal niedergeschlagen. Mit Colvin hat das Morden in Syrien ein prominentes Opfer gefunden.

Augenklappe
Die blonde Kriegsreporterin mit der markanten Augenklappe – sie hatte ein Auge durch einen Granatenangriff in Sri Lanka verloren – hatte bereits im Irakkrieg, in Pakistan und zuletzt in Libyen von Kriegsfronten berichtet.

Vor wenigen Tagen hatte sie sich mithilfe der freien syrischen Armee – Rebellenarmee – in der Bürgerkriegsstadt Homs eingeschlichen. Seit über zwei Wochen steht die Stadt unter schwerem Raketenbeschuss.

Die mutige Journalistin hatte die „humanitäre Katastrophe“ und die schiere Hoffnungslosigkeit der Menschen in Homs zuletzt am Sonntag ausführlich beschrieben. In ihrer letzten Geschichte in der Sunday Times schrieb sie über Homs: „Fast jeder hier scheint einen geliebten Menschen verloren zu haben.“ Drei Tage später starb auch sie.

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