Protürkische Rebellen nächsten Assad-Hubschrauber ab

Raketenbeschuss in der Provinz Aleppo

Protürkische Rebellen nächsten Assad-Hubschrauber ab

Assads Truppen rücken im Nordwesten Syriens weiter vor.

Damaskus. Das protürkische Rebellenbündnis Nationale Befreiungsfront hat am Freitag den Abschuss eines Hubschraubers der syrischen Armee im Nordwesten Syriens im Messengerdienst Telegram für sich reklamiert. Der feindliche Angriff habe sich nahe Orum al-Kobra ereignet, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf Militärkreise.

Aktivisten hatten zuvor die türkische Armee für den Abschuss verantwortlich gemacht. Unterdessen rückten die syrischen Regierungstruppen weiter gegen die verbliebenen Milizen-Hochburgen vor. Im Nordwesten Syriens, wo sich die letzten Bastionen der islamistischen und jihadistischen Milizen befinden, spitzt sich derzeit die militärische Konfrontation zwischen der türkischen Armee und den syrischen Streitkräften zu. Der syrische Machthaber Bashar al-Assad ist entschlossen, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen, und wird dabei von Russland unterstützt.

Durch den Raketenbeschuss in der Provinz Aleppo seien die beiden Hubschrauberpiloten getötet worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die türkische Regierung gab zu dem Vorfall zunächst keine Stellungnahme ab.

 

 

Bereits am Dienstag war in der umkämpften nordsyrischen Provinz Idlib ein Militärhubschrauber der Regierungstruppen abgeschossen worden. Dabei starben ebenfalls die beiden Piloten und auch in diesem Fall schrieb die Beobachtungsstelle den Angriff der Türkei zu.

Letzte Bastionen der islamistischen Milizen

Im Nordwesten Syriens, wo sich die letzten Bastionen der islamistischen und jhihadistischen Milizen befinden, spitzt sich derzeit die militärische Konfrontation zwischen der türkischen Armee und den syrischen Streitkräften zu. Der syrische Machthaber Bashar al-Assad ist entschlossen, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Sein wichtigster Verbündeter ist Russland, während die Türkei in dem Konflikt die Milizen unterstützt.

Nach tödlichen Angriffen auf türkische Stellungen in Idlib drohte Staatschef Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch mit Angriffen "überall" in Syrien, sollten die türkischen Soldaten erneut unter Beschuss geraten.

Die syrischen Regierungstruppen rückten am Freitag weiter gegen die Milizen-Hochburgen vor. Assads Streitkräfte eroberten nach "heftigen" Gefechten eine Militärbasis im Westen der Provinz Aleppo zurück, die vor sieben Jahren an die Milizen gefallen war, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Auf dem Stützpunkt waren auch türkische Truppen stationiert. Diese hatten sich den Angaben zufolge jedoch bereits am Donnerstag zurückgezogen.

"Sicherheitsgürtel" rund um die Autobahn

Laut dem Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, zufolge wollen Assads Truppen einen "Sicherheitsgürtel" rund um die Autobahn einrichten, die Aleppo mit Damaskus verbindet und die vergangene Woche von den Regierungstruppen vollständig eingenommen wurde. Dafür müssten sie laut Rahman die Orte Urum al-Kubra und Kafr Naha erobern.

Die Truppen befänden sich derzeit nur zwei Kilometer von Orum al-Kobra entfernt, sagte Rahman. Außerdem seien sie bis auf fünf Kilometer auf die Stadt Atareb vorgerückt.
 
Acht Zivilisten starben am Freitag nach Angaben der Beobachtungsstelle bei Bombenangriffen, darunter drei Kinder. Fünf von ihnen kamen demnach bei russischen Luftangriffen auf das Dorf Maarata nahe Atareb ums Leben.

Assad kontrolliert 70 Prozent des Landes

Assads Truppen kontrollieren inzwischen mehr als 70 Prozent des Landes und wollen insbesondere die Provinz Idlib vollständig zurückerobern. Mehr als die Hälfte der Provinz sowie Teile der angrenzenden Provinzen Hama, Aleppo und Latakia werden derzeit noch vom früheren Al-Kaida-Ableger Hayat Tahrir al-Sham (HTS) und anderen islamistischen Milizen kontrolliert.
 
Seit Dezember sind nach UN-Angaben mehr als 800.000 Menschen aus der umkämpften Region Idlib geflohen. Seit Beginn des Krieges 2011 sind Aktivisten zufolge mehr als 380.000 Menschen getötet worden. Der Syrien-Konflikt hatte mit regierungskritischen Protesten begonnen, die von der Führung in Damaskus brutal unterdrückt wurden und schließlich in einen Krieg mündeten.

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