Attentäter kündigte Bluttat auf Nazi-Seite an

Synagogen-Killer

Attentäter kündigte Bluttat auf Nazi-Seite an

Im Internet postete der Täter seine rassistischen Ansichten schon lange.

Pittsburgh. Mitten im Gottesdienst eröffnet der Mann das Feuer. Er schreit: „Alle Juden müssen sterben!“ Die Salven aus seinem AR-15-Sturmgewehr hören erst auf, nachdem er durch Polizeikugeln verletzt wird. Elf Menschen richtet er während des Sabbat-Gebets hin.

Am Schluss ergibt sich der Täter Robert Bowers (46). Er plante ein weitaus größeres Massaker, eingesteckt hatte er noch drei weitere Faustfeuerwaffen.

Bowers war ein fanatischer Judenhasser. Seine Hassparolen setzte er meist im berüchtigten sozialen Netzwerk gab.com ab. Hier tummeln sich Neo-Nazis und andere vor allem rechte Extremisten. Bowers hinterließ etwa: „Alle Juden sind Kinder Satans.“

"Meine Leute werden abgeschlachtet"

„Ich gehe rein“. Etwas kryptisch kündigte Bowers hier auf dieser Seite seine Tat an. Er wandte sich gegen die jüdische Einwanderungs-Organisation HIAS: „Sie schleusen Invasoren in unser Land, die unsere Mitbürger töten wollen. Ich kann nicht mehr zuschauen, wie meine Leute abgeschlachtet werden. Sch...ß auf eure Ansichten, ich gehe rein!“ – Wenige Stunden später zog er seine Waffe in der Synagoge. Erste Konsequenz: gab.com wird heute abgedreht.

Mehr Waffen. Präsident Donald Trump nannte die Tat einen „Anschlag auf die Menschlichkeit“. Forderungen nach strengeren Waffengesetzen setzt er den Wunsch nach noch mehr Waffen entgegen: „Bewaffnete Beschützer hätten ihn sofort stoppen können.“ Trump spricht sich gleich anschließend für schnellere Todesurteile aus: „Sie sollten den ultimativen Preis dafür bezahlen.“

ÖSTERREICH vor der Synagoge

ÖSTERREICH-Reporter Herbert Bauernebel berichtet direkt vom Tatort in Pennsylvania.

Pittsburgh. Der Zugang zur Synagoge ist am Sonntag noch abgesperrt. FBI-Agenten arbeiten hier mit Hochdruck an der Spurensuche. Angeblich liegen die Leichen der Opfer noch im Inneren des Gebäudes. Fast schon kitschig ist das Wetter am Tag nach der Tat: eiskalt, grau, Nieselregen.

In der Umgebung finden unzählige Trauerfeiern statt. Immer wieder kommen Menschen auch hierher zum Tatort vor der „Tree of Life“-Synagoge. Auf einer Grünfläche vor dem Gotteshaus hinterlassen sie unzählige Blumen, Kerzen und Fotos. Der Schock sitzt tief, die Menschen sprechen über ihren tiefen Schmerz. „Was passiert mit unserem Land?“, fragt sich eine Frau, als sie eine Kerze anzündet. 

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