Balkan-Route

Aus Protest: Flüchtlinge nähen sich Mund zu

Balkan-Route wird undurchlässiger - Protest gegen Einreiseverbot in Mazedonien.

Hunderte Flüchtlinge haben mit spektakulären Protesten auf ihre Abweisung an der griechisch-mazedonischen Grenze bei Gevgelija reagiert. Einige nähten sich den Mund zu, während sich andere Männer mit nackten Oberkörpern in der Kälte präsentierten. Das beobachtete ein Reporter der Fotoagentur epa. Es handle sich um Iraner, Pakistanis und Kurden, berichtete der TV-Sender "Telma".

Mazedonien lässt seit mehreren Tagen nur mehr noch Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan ins Land. Andere Schutzsuchende werden an der Grenze pauschal abgewiesen.

© Reuters
Aus Protest: Flüchtlinge nähen sich Mund zu
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Gevgelija: Ein Flüchtling näht einem anderen den Mund zu; Foto: Reuters

Andrang in Spielfeld nimmt ab
Das wirkt sich aus: Wie schon am Sonntag war auch am Montag der Andrang von Flüchtlingen am Grenzübergang Spielfeld deutlich geringer als noch vor einer Woche. Am Sonntag wurden gut 3.500 Menschen in Spielfeld versorgt, das ist etwa um die Hälfte weniger als an Spitzentagen. Anders ist die Lage in Kärnten, wo seit Samstag täglich 3.200 Schutzsuchende ankommen - eine Verdopplung zu den Wochen zuvor.

Davon kommen - wie bisher schon - täglich 1.600 mit dem Zug aus Slowenien, seit dem Wochenende aber zusätzlich noch 1.600 täglich mit Bussen durch den Karawankentunnel. Für die Hälfte von ihnen ist Platz in den Kärntner Transitquartieren, der Rest wird unmittelbar weitertransportiert.

Rückgang von Dauer?
Diese vermehrte Verlagerung nach Kärnten ist nach Angaben von Leo Josefus, Sprecher der Landespolizeidirektion Steiermark, auch einer der Gründe für den geringeren Andrang im steirischen Spielfeld. Zusätzlich könnten auch das kältere Wetter und verschärfte Einreisebestimmungen entlang der Balkanroute eine Rolle spielen. Deshalb könnte der Rückgang möglicherweise von Dauer sein.

Auch Montagmittag warteten in der Sammelstelle Spielfeld mit 1.060 Menschen vergleichsweise wenige Flüchtlinge auf einen Weitertransport in die Bundesländer und an die deutsche Grenze. Auf slowenischer Seite in Sentilj waren es noch einmal 700 Personen. In Bad Radkersburg warteten zu Mittag gut 370 Flüchtlinge. Die Menschen werden seit Wochen in beheizten Zelten vom Roten Kreuz und Freiwilligen versorgt.




 



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