Händler: "Geld kommt nicht in Realwirtschaft an"

Plötzlich reich!

Bank-Irrtum: 200 Mio. € an Kunden überwiesen

15 Stunden lang durfte sich ein Deutscher wie ein Multimillionär fühlen.

Eine norddeutsche Onlinebank hatte dem Mann aus Hessen versehentlich 200 Millionen Euro gutgeschrieben. Der frischgebackene Millionär zögerte nicht lange und überwies noch in der Nacht 10 Millionen auf sein Privatkonto bei seiner Hausbank.

Streit um Zinsen

Die Onlinebank bemerkte den Fehler nach etwa 15 Stunden und überwies das Geld wieder retour. Für die kurzzeitig fehlenden 10 Millionen berechnete sie dem Kunden 14,4 Prozent Zinsen und behielt dafür zusätzlich rund 12.000 Euro von seinem Konto ein.

Der Fall landete vor dem Landgericht Itzehoe, das die Bank jetzt zur Rückzahlung der 12.000 Euro - plus Zinsen - verurteilte. Ein Sprecher der Commerzbank-Tochter Comdirect kündigte unmittelbar nach dem Urteil an, die Onlinebank werde gegen die Entscheidung Einspruch einlegen.

"Zweifelhaftes Vergnügen"
Der kurzzeitige Multimillionär sagte nach der Verhandlung, ihn habe das "zweifelhafte Vergnügen", sich einen Tag als Multimillionär zu fühlen, nur Geld gekostet. "Besser wäre es gewesen, ich hätte damals gar nichts gemacht." Er wirft der Onlinebank vor, sie wolle auf seine Kosten "ordentlich Profit" machen. Er habe das Geld an einem Freitag keinen ganzen Tag auf seinem Privatkonto gehabt, trotzdem seien ihm Zinsen für das nachfolgende Wochenende berechnet worden.

Der Kläger habe drei Tage lang über die zehn Mio. Euro verfügt, sagte dagegen der Bank-Sprecher. "Menschen, die über Geld verfügen wollen, dass ihnen nicht gehört, müssen dafür üblicherweise Zinsen bezahlen: Das geht uns allen so", sagte er. "Wir haben ganz normale und übliche Gepflogenheiten angewendet - es war nichts weiter als korrektes Verhalten."
 

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