Koalitionsaus

Belgische Regierung zerbricht am UNO-Migrationspakt

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Ministerpräsident Michel traf am Sonntag beim belgischen König ein 

In Belgien steht im Streit um den UNO-Migrationspakt die Regierungskoalition vor dem Aus. Ministerpräsident Charles Michel traf nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am Sonntag beim belgischen König ein, um eine Umbildung der Regierung ohne die Minister der flämischen Koalitionspartei N-VA anzukündigen.
 
Michel plante zudem weiterhin, noch am Sonntag nach Marrakesch zu reisen, wo am Montag der Migrationspakt der Vereinten Nationen gebilligt werden soll. Die flämische Regionalpartei N-VA lehnt den Vertrag jedoch kategorisch ab und hatte angekündigt, im Fall einer Unterzeichnung die Regierung mit Michels frankofonen Liberalen (Mouvement Reformateur/MR) zu verlassen.
 
 "Ich habe heute beobachtet, dass die N-VA die Regierung verlassen hat", sagte Michel am Samstagabend nach Belga-Angaben. "Ich nehme das in der Klarheit dieses Standpunkts zur Kenntnis und bedanke mich dafür", fügte er hinzu.
 

Minderheitsregierung

Michel deutete an, mit einer Minderheitsregierung weitermachen zu wollen. Wie er Mehrheiten im Parlament finden will, bleibt dabei unklar. Er schlug vor, drei Minister der N-VA mit Staatssekretären zu ersetzen, "um die Kontinuität und das gute Funktionieren unserer Institutionen sowie Stabilität zu gewährleisten".
 
Am Samstagabend war das belgische Kabinett zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Dort hatte Michel laut Belga erneut bekräftigt, nach Marokko zu reisen. Damit entlasse Michel die N-VA "de facto" aus der Regierung, hatte der Parteichef der flämischen Nationalistenpartei, Bart de Wever, im Anschluss an die Sitzung erklärt.
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