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Italien schottet sich ab

Bis zu 3 Monate Haft: Wer Sperrzone verlässt, wird bestraft

Keiner darf hinein, keiner hinaus. Unser Lieblingsurlaubsland ist völlig abgeschottet. Wer ohne Genehmigung Sperrzone verlässt, dem droht sogar Haft.

Kurz vor 22 Uhr gestern Abend kam die Schocknachricht: Ab sofort wird das ganze Land zur Sperrzone erklärt, so der italienische Premier Giuseppe Conte. Keiner darf hinaus, keiner darf hinein – die Reisefreiheit ist gestoppt. Auch Versammlungen im Freien werden verboten.

„Drastisch“

„Wir müssen alle verzichten. Wir werden die Epidemie besiegen, wenn wir noch drastischere Maßnahmen zum Schutz unserer Bürger ergreifen. Wir schaffen keine rote Zone, sondern ganz Italien wird zur geschützten Zone“, kündigte Conte an. Schulen, Kindergärten und Universitäten bleiben bis zum 3. April geschlossen.

Reisen werden nur in ab­soluten Ausnahmefällen erlaubt, so der Premier. Vorgesehen sind sie nur bei nachgewiesenen dringenden beruf­lichen oder familiären Verpflichtungen und in gesundheitlichen Notfällen.

Österreicher in Sperrzone im Norden

Die meisten Austro-Touristen haben die bisherigen Sperrzonen in Venedig, Rimini, Padua, Modena oder Parma und der Lombardei bereits verlassen. Viele Auslandsösterreicher bleiben aber, so wie Gabriele Gmeiner, eine Schuhmacherin. Sie lebt seit 20 Jahren in Venedig, ihr siebenjähriger Sohn wächst in der Lagunenstadt auf: „So habe ich Venedig noch nie erlebt“, sagt sie zu ÖSTERREICH.

Strafen

Wer ohne Genehmigung die Sperrzonen verlässt, wird belangt. Touristen dürfen weg. Italienern drohen bei Verstoß drei Monate Haft oder 206 Euro Geldstrafe.

Gabriele Gmeiner
© Getty Images
Gabriele Gmeiner lebt in der Sperrzone in Venedig.

Vorarlbergerin in Venedig: "Meine Stadt ist menschenleer"

ÖSTERREICH: Wie geht es ­Ihnen denn im Moment?

Gabriele Gmeiner: Ich ­habe Venedig so noch nie erlebt. Die Straßen sind menschenleer. Die Bewohner haben die Stadt für sich alleine.

ÖSTERREICH: Was bedeutet der Corona-Ausbruch für Venedig?

Gmeiner: Venedig ist zu 90 Prozent vom Tourismus abhängig. Die Corona-Epidemie bringt enorme finanzielle Einbußen mit sich. Und das noch im Anschluss an die Hochwasser. Die Stadt ist gebeutelt.

ÖSTERREICH: Wie gehen die Venezianer mit der aktuellen Situation um?

Gmeiner: Es gibt noch Restaurants, die für die Einheimischen offen haben. Auch ich treffe noch andere Menschen, trinke meinen Kaffee in einer Bar. Aber natürlich ist bei vielen eine Verzweiflung zu spüren. Das Coronavirus hat vieles verändert.

ÖSTERREICH: Die Schulen haben geschlossen. Was macht Ihr Sohn jetzt?

Gmeiner: Ich habe Glück, dass ich ihn mit in die Arbeit nehmen kann. Mein Sohn hat genug zu tun. Er bekommt derzeit Aufgaben von den Lehrern, die er zu Hause erledigen kann.

ÖSTERREICH: Wie sieht es mit Ihrer Arbeit als Schuhmacherin aus?

Gmeiner: Ich bin zum Glück nicht vom täglichen Verkauf abhängig und kann weitermachen. Da ich nicht krank bin oder Symptome aufweise, darf ich weiterarbeiten.

ÖSTERREICH: Glauben Sie, dass Venedig wieder so werden kann wie vorher?

Gmeiner: Ich denke schon. Trotzdem glaube ich, dass die aktuelle Situation zu denken gibt. Gerade, was die Reisegewohnheiten von Menschenmassen betrifft.

Marlene Kovacs

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