Bruder des Präsidenten von Honduras in USA verurteilt

Nahm er Geld von "El Chapo"?

Bruder des Präsidenten von Honduras in USA verurteilt

Regierung des mittelamerikanischen Landes soll illegale Geschäfte gedeckt haben - Geld von "El Chapo" für Wahlkampf? 

New York/Tegucigalpa. Der Bruder des Präsidenten von Honduras ist übereinstimmenden Medienberichten zufolge von einem New Yorker Gericht des groß angelegten Handels mit Drogen schuldig gesprochen worden. Der Prozess gegen Juan Antonio Hernández, genannt "Tony", war auch deswegen brisant, weil die Anklage der Regierung des mittelamerikanischen Landes nach den Berichten vorwarf, die illegalen Geschäfte gedeckt zu haben.
 
Zudem sagte demnach ein Zeuge aus, der im Juli ebenfalls in New York verurteilte mexikanische Ex-Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán habe Tony Hernández eine Million US-Dollar gezahlt, die für den Wahlkampf seines Bruders und jetzigen Präsidenten Juan Orlando Hernández bestimmt gewesen seien. Dem Verurteilten droht lebenslange Haft. Er war vergangenes Jahr in den Vereinigten Staaten festgenommen worden.
 
Die Staatsanwälte bezeichneten Präsident Hernández den Berichten zufolge während des mehr als zweiwöchigen Prozesses als "Mitverschwörer" beim Schmuggel von Dutzenden Tonnen Kokain. Angeklagt war er aber nicht.
 
Das Staatsoberhaupt hatte im September bei der UN-Vollversammlung in New York gesprochen. Damals unterschrieb sein Land auch ein Migrationsabkommen mit den USA. US-Präsident Donald Trump sagte bei der Gelegenheit, sein Amtskollege mache einen "fantastischen Job". Das US-Außenministerium kündigte am Mittwoch an, einige zeitweise eingestellte Hilfszahlungen an Honduras sowie Guatemala und El Salvador wegen deren Fortschritte bei der Eindämmung der illegalen Migration in die USA wieder aufzunehmen.
 
Präsident Hernández weist die Vorwürfe einer Verwicklung zurück. Die US-Regierung habe deutlich anerkannt, dass Honduras ein wirkungsvoller und vertrauenswürdiger Partner beim Kampf gegen den Drogenhandel sei, schrieb er am Freitag auf Twitter. Das Urteil gegen seinen Bruder habe er mit großer Traurigkeit zur Kenntnis genommen.


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