Wiener Börse geht schwächer ins Wochenende

ATX

Wiener Börse geht schwächer ins Wochenende

Der Leitindex ATX verlor um 14,56 Punkte oder 0,62 Prozent.

Die Wiener Börse hat am Freitag moderat schwächer geschlossen. Der ATX fiel 9,33 Punkte oder 0,39 Prozent auf 2.356,86 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 13 Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.344,00 Punkten.

Der Handel gestaltet sich über den gesamten Tagesverlauf weitgehend ruhig, impulsgebende Nachrichten blieben Mangelware. Zu Mittag sorgte der sogenannte "Hexensabbat" dann für einen plötzlichen Kursrutsch nach unten. Der ATX verlor binnen weniger Minuten rund 0,7 Prozent an Wert.

Mit Blick auf die europaweite negative Grundstimmung verwies ein Marktanalyst auf die Ernüchterung nach der US-Zinswende, die kurzfristig die Verunsicherung aus dem Markt genommen hatte. Die Rohölpreise auf Talfahrt, eine wenig Mut machende Verfassung der chinesischen Wirtschaft, der weitere Yuan-Verfall und eine drohende Rezession in der US-Industrie seien nicht gerade die Zutaten für eine erfolgreiche Zinswende nach oben, schrieb Andreas Paciorek von CMC Markets.

Von Unternehmensseite blieben größere kursbewegende Nachrichten weitgehend aus. Am oberen Ende der Kurstafel legten Mayr-Melnhof 3,39 Prozent auf 114,50 Euro zu. Mit S Immo (plus 2,23 Prozent auf 8,20 Euro) und Conwert (plus 1,32 Prozent auf 13,82 Euro) notierten auch zwei Immo-Werte weit oben.

Der steirische Anlagenbauer Andritz hat sich in Vietnam und Südkorea den Zuschlag für zwei Aufträge im Gesamtwert von rund 65 Mio. Euro gesichert, wie das Unternehmen mitteilte. Der österreichische Konzern rüstet dort Wasserkraftwerke aus. Andritz sanken 1,26 Prozent auf 45,02 Euro.

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV (plus 0,81 Prozent auf 25,54 Euro) will ungeachtet niedriger Rohstoffpreise an geplanten Investitionen in Russland festhalten. "Wir stehen zu unseren Investitionen, auch wenn wir jetzt einen Ölpreis unter 40 Dollar haben", sagte OMV-Chef Rainer Seele am Freitag in Berlin. Er gehe davon aus, dass sich an den niedrigen Preisen so schnell nichts ändern werde.

voestalpine gaben 0,63 Prozent auf 26,83 Euro nach. Die Analysten der Credit Suisse haben ihre Gewinnprognosen für die voestalpine in Reaktion auf die neue Strategie des Stahlkonzerns für 2020 leicht revidiert. Die Empfehlung "outperform" und das Kursziel von 35,00 Euro wurden hingegen bestätigt. Ebenso haben die Analysten von Barclays ihre Einschätzungen der voestalpine bestätigt: Ihre Empfehlung lautet weiterhin "equal weight" und bei einem Kursziel von 38,00 Euro. Die Experten werten positiv, dass die voestalpine die meisten der vor drei Jahren formulierten strategischen Ziele bestätigt hat.