Costa Concordia

Wrack soll im Juli geborgen werden

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Gedenkmesse für Todesopfer an Bord aller Schiffe der Costa Crociere.

Das Wrack der Costa Concordia soll schon im Juli abtransportiert werden und nicht erst im September, wie Experten meinen. "Man behauptet, dass das Schiff nicht vor September geborgen werden kann. Wir hoffen, dass dies aber schon bis Juli erfolgen wird", erklärte Gianni Onorato, Generaldirektor der Schifffahrtsgesellschaft Costa Crociere, dem Betreiber der Costa Concordia, im Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Stampa" am Samstag.

Costa Concordia in Italien auf Grund gelaufen: Blick ins Innere des Luxus-Liners BILDER

Die "Costa Concordia" gehört nach Angaben des Eigners zu den neuesten und größten Kreuzfahrtschiffen, die derzeit auf den Meeren unterwegs sind.

Sie wurde 2006 gebaut und bietet in 1.500 Kabinen Platz für 3780 Passagiere.

Betreiber ist das italienische Kreuzfahrtunternehmen Costa Crociere mit Sitz in Genua.

Das Schiff misst 290 Meter und ist rund 40 Meter breit. Es schafft bei 114.500 Bruttoregistertonnen eine maximale Geschwindigkeit von 23 Knoten (rund 43 Stundenkilometer).

1.100 Besatzungsmitglieder kümmern sich um die Gäste.

An Bord befinden sich auf 17 Decks neben fünf Restaurants auch ein Theater, ein Kino sowie Clubs und Diskotheken.

Auf der italienischen Insel Giglio wird an diesem Wochenende der 32 Opfer der "Costa Concordia"-Havarie vor einem Jahr gedacht. Das Kreuzfahrtschiff war dort am 13. Jänner 2012 gekentert, nachdem es Kapitän Francesco Schettino zu nahe an die Küste gesteuert und einen Felsen gerammt hatte.

"Wir erleben die Tragödie, als wäre sie gestern geschehen. Dabei ist ein intensives Jahr vergangen, in dem wie viel unternommen haben. Es ist paradox: Unsere Arbeit ist im Grunde, dafür zu sorgen, dass die Menschen Spaß haben. Wir haben dagegen alles tun müssen, um die Leiden der Menschen zu lindern, deren Leben von dem Unglück erschüttert worden ist, oder die einen Angehörigen verloren haben. Wir haben alles getan, was in unserer Macht steht", erklärte Onorato.

Neue Unterwasser-Fotos der Concordia

Auch Costa Crociere wird der Opfer des Unglücks gedenken. In Genua ist am Sonntag eine Gedenkmesse mit den Mitarbeitern der Costa-Gruppe vorgesehen. Eine Messe wird außerdem auf allen Schiffen der Gesellschaft zelebriert.

Onorato gab zu, dass die Costa Crociere wegen des Unglücks schwere Schäden erlitten habe. "Trotz allem haben wir das Jahr 2012 mit einem leichten Gewinn abgeschlossen. Der Markt wächst und in diesem Jahr rechnen wir mit 1,5 Millionen Passagieren. Wichtig ist, dass das Unternehmen weiterhin investiert. 200 Personen sollen im Hauptquartier in Genua angestellt werden. Hier wird die Zahl der Mitarbeiter von 800 auf 1.000 steigen", so Onorato.

Der Moment, als die Überlebenden fliehen

Die Feiern beginnen Sonntag früh mit der Wiederherstellung des von der Costa Concordia beschädigten Riffs. Dann wird eine Messe zelebriert, der sich eine Zeremonie für die Retter anschließt, die in der Nacht des Unglücks Dienst taten. Auch Vertreter der Schifffahrtsgesellschaft Costa Crociere und der italienischen Regierung werden erwartet. Die Organisatoren planen auch, Gedenkplaketten und einen Stein für Opfer und Retter zu enthüllen. Zudem soll es ein klassisches Konzert geben.

Um 21.45 Uhr, dem Zeitpunkt, als die Concordia den Felsen rammte, werden auf der ganzen Insel die Sirenen heulen, gefolgt von einer Schweigeminute. Kommenden Dienstag will Italiens Innenministerin Anna Maria Cancellieri Einwohnern Goldmedaillen überreichen, um ihre Solidarität zu würdigen.

Kreuzfahrt-Schiff gesunken: Unterwasser-Fotos des Wracks BILDER

Schweres menschliches Versagen seitens des Kapitäns könnte nach Angaben des Eigners der "Costa Concordia" zur Havarie des Kreuzfahrtschiffes geführt haben.

"Es scheint, dass der Kommandant Beurteilungsfehler gemacht hat, die schwerste Folgen gehabt haben", teilte die in Genua ansässige Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere mit.

Sie ging damit auf Distanz zu Kapitän Francesco Schettino, der das Schiff mit mehr als 4.200 Menschen an Bord am Freitagabend zu dicht an die Insel Giglio vor der toskanischen Küste gesteuert haben soll, wo es auf einen Felsen lief und leckschlug.

Bergungsmannschaften setzten unterdessen am Montag in der Früh die Suche nach den noch vermissten Passagieren und Besatzungsmitgliedern fort.

Mehr als zwei Tage nach dem Kentern des Schiffes wurden immer noch 15 Menschen vermisst.

Unterdessen wurde auch mit den Vorbereitungen für ein Leerpumpen der Öltanks der "Costa Concordia" begonnen.

Die niederländische Bergungsfirma Smit sei vom Eigner und dem Versicherer des Kreuzfahrtschiffs mit den Pumparbeiten beauftragt worden.

Der Kapitän sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft.

Es sehe so aus, als seien die Entscheidungen des Kapitäns in der Notsituation nicht den üblichen Regeln von Costa Crociere gefolgt, erklärte die Reederei.

Zugleich wurde der Vorwurf einiger Passagiere zurückgewiesen, dass bei der Evakuierung in der Nacht auf Samstag nicht genügend Schwimmwesten zur Verfügung gestanden hätten. An Bord hatten sich auch 77 Österreicher befunden, die alle unverletzt davonkamen.

Dem Kapitän droht unter anderem ein Verfahren wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Berichten zufolge soll er das Schiff so dicht an die Insel herangesteuert haben, um Touristen im Hafen mit dem Signalhorn grüßen zu können.

Die Kreuzfahrtgesellschaft ging in ihrer Erklärung nicht weiter auf die Vorwürfe ein.

Einzelheiten zum Hergang des Unglücks erhofft man sich von der Auswertung der Blackbox des Schiffes, die ähnlich wie in Flugzeugen Kommunikation auf der Brücke und Steuerbefehle aufzeichnet.

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Die "Costa Concordia" gehört nach Angaben des Eigners zu den neuesten und größten Kreuzfahrtschiffen, die derzeit auf den Meeren unterwegs sind.

Sie wurde 2006 gebaut und bietet in 1.500 Kabinen Platz für 3780 Passagiere.

Betreiber ist das italienische Kreuzfahrtunternehmen Costa Crociere mit Sitz in Genua.

Das Schiff misst 290 Meter und ist rund 40 Meter breit. Es schafft bei 114.500 Bruttoregistertonnen eine maximale Geschwindigkeit von 23 Knoten (rund 43 Stundenkilometer).

1.100 Besatzungsmitglieder kümmern sich um die Gäste.

An Bord befinden sich auf 17 Decks neben fünf Restaurants auch ein Theater, ein Kino sowie Clubs und Diskotheken.

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Schweres menschliches Versagen seitens des Kapitäns könnte nach Angaben des Eigners der "Costa Concordia" zur Havarie des Kreuzfahrtschiffes geführt haben.

"Es scheint, dass der Kommandant Beurteilungsfehler gemacht hat, die schwerste Folgen gehabt haben", teilte die in Genua ansässige Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere mit.

Sie ging damit auf Distanz zu Kapitän Francesco Schettino, der das Schiff mit mehr als 4.200 Menschen an Bord am Freitagabend zu dicht an die Insel Giglio vor der toskanischen Küste gesteuert haben soll, wo es auf einen Felsen lief und leckschlug.

Bergungsmannschaften setzten unterdessen am Montag in der Früh die Suche nach den noch vermissten Passagieren und Besatzungsmitgliedern fort.

Mehr als zwei Tage nach dem Kentern des Schiffes wurden immer noch 15 Menschen vermisst.

Unterdessen wurde auch mit den Vorbereitungen für ein Leerpumpen der Öltanks der "Costa Concordia" begonnen.

Die niederländische Bergungsfirma Smit sei vom Eigner und dem Versicherer des Kreuzfahrtschiffs mit den Pumparbeiten beauftragt worden.

Der Kapitän sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft.

Es sehe so aus, als seien die Entscheidungen des Kapitäns in der Notsituation nicht den üblichen Regeln von Costa Crociere gefolgt, erklärte die Reederei.

Zugleich wurde der Vorwurf einiger Passagiere zurückgewiesen, dass bei der Evakuierung in der Nacht auf Samstag nicht genügend Schwimmwesten zur Verfügung gestanden hätten. An Bord hatten sich auch 77 Österreicher befunden, die alle unverletzt davonkamen.

Dem Kapitän droht unter anderem ein Verfahren wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Berichten zufolge soll er das Schiff so dicht an die Insel herangesteuert haben, um Touristen im Hafen mit dem Signalhorn grüßen zu können.

Die Kreuzfahrtgesellschaft ging in ihrer Erklärung nicht weiter auf die Vorwürfe ein.

Einzelheiten zum Hergang des Unglücks erhofft man sich von der Auswertung der Blackbox des Schiffes, die ähnlich wie in Flugzeugen Kommunikation auf der Brücke und Steuerbefehle aufzeichnet.

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