Das lief beim Rettungsversuch schief

Schacht-Drama um Julen (2)

Das lief beim Rettungsversuch schief

Der zweijährige Julen fiel am 13. Jänner in ein 107 Meter tiefes Bohrloch. Jetzt wurde er tot geborgen.

Mehr als 300 Helfer waren Tag und Nacht im Einsatz, um den Zweijährigen zu retten - mit einem traurigen Ausgang: Julen ist tot. 

Die Rettungsaktion wurde von Hoffnung, aber auch vielen Rückschlägen begleitet:

  • Mit dem ersten Bergungsplan wollten die Einsatzkräfte von der Seite einen Tunnel in den Berg graben, allerdings wurde dieser immer wieder verschüttet. Daher entschied man sich dazu, parallel zum Bohrloch einen weiteren Schacht zu graben. Dafür mussten zuerst 20 bis 25 Meter des Berges abgetragen werden, was viel Zeit kostete.

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  • Danach stießen die Helfer auf massives Gestein, für das ein spezieller Bohraufsatz benötigt wurde. Auch das kostete wieder Zeit, da dieser erst geliefert werden musste.

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  • Damit dieser Schacht stabil genug ist, musste eine Verkleidung hineingelassen werden. In einer Tiefe von 42 Metern war der Schacht zu eng dafür - die Verkleidung wurde wieder herausgezogen, damit man das Loch erneut vergrößern konnte.

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  • Nachdem dies glückte, musste ein Verbindungstunnel zwischen dem Bohrschacht und dem Bergungstunnel gegraben werden. Die Einsatzkräfte arbeiteten unter Extrembedingungen: Die Bergarbeiter wurden in Zweierteams in einer Kapsel in den Schacht herabgelassen und arbeiteten für etwa 30 bis 40 Minuten unter anderem mit Spitzhacken, Schaufeln und Presslufthämmern. Sie waren mit Sauerstoffmasken ausgerüstet und telefonisch mit den Kollegen außen in Kontakt. Wegen der Enge konnten die Männer nur kniend oder liegend graben, außerdem mussten sie immer wieder von Kollegen abgelöst werden.
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