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Paukenschlag

Deutschland erklärt Wien zum Risikogebiet

Berlin reagiert auf die steigenden Corona-Zahlen in Wien.

Nächster Corona-Paukenschlag: Angesichts der hohen Anzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Wien will Deutschland die Bundeshauptstadt am Mittwochnachmittag zum Risikogebiet erklären. "Seit dem 5. September liegen deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vor, daher sehen wir uns zum Handeln gezwungen", hieß es. oe24 wurde die Reisewarnung aus diplomatischen Kreisen bestätigt. "Wir gehen davon aus, dass Wien von Deutschland noch heute auf die rote Liste gesetzt wird", hieß es auch aus Regierungskreisen gegenüber oe24. 
 
Österreicher, die aus Wien kommen, dürfen damit nur noch nach Deutschland einreisen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. Wer das nicht tut, muss für 14 Tage in Quarantäne.  
 

Zweistufige Bewertung

Die deutsche Regierung prüft die Einstufung als Risikogebiet fortlaufend. Die Entscheidung über die Bewertung treffen das Auswärtiges Amt, das deutsche Innenministerium und das Gesundheitsministerium stets gemeinsam. Die Risikobewertung "umfasst das aktuelle Infektionsgeschehen, aber etwa auch die generelle Ausstattung des Gesundheitssystems, die bestehenden Testmöglichkeiten vor Ort und die ergriffenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie", hatte ein Sprecher des deutschen Gesundheitsministeriums am Wochenende gegenüber der APA erklärt.
 
Die Einstufung als Risikogebiet basiere auf einer zweistufigen Bewertung. "Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten/Regionen es in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab. In einem zweiten Schritt wird nach qualitativen Kriterien festgestellt, ob für Staaten/Regionen, die den genannten Grenzwert nominell unterschreiten, dennoch die Gefahr eines erhöhten Infektionsrisikos vorliegt." In Wien liegt der Wert laut Gesundheitsministerium aktuell bei 113 neuen Fällen bei 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen.
 
Maßgeblich für die Bewertung seien insbesondere die Infektionszahlen und die Art des Ausbruchs (lokal begrenzt oder flächendeckend), Testkapazitäten sowie durchgeführte Tests pro Einwohner sowie in den Staaten ergriffene Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens (Hygienebestimmungen, Kontaktnachverfolgung etc.), hieß es weiter aus dem deutschen Gesundheitsministerium. "Ebenso wird berücksichtigt, wenn keine verlässlichen Informationen für bestimmte Staaten vorliegen."
 
Als Risikogebiet definiert Deutschland aktuell Regionen in Frankreich, Spanien, Belgien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Tschechien und der Schweiz.
 
 

Österreich wird zum Corona-Risikoland

Derzeit droht Österreich – zumindest aber einzelnen Regionen – Reisewarnungen aus weiteren Ländern. Die Schweiz hat bereits eine Reisewarnung für Wien verhängt und könnte sie auf Tirol ausweiten. Auch Italien beobachtet die Entwicklung in Österreich genau. Auch hier könnten verpflichtende PCR-Tests für Reisende aus ganz Österreich erlassen werden, wie es etwa Zypern, Großbritannien und Norwegen bereits machte.
 
Österreicher, die nach Belgien wollen, müssen bereits einen negativen Corona-Tests vorweisen.

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