„Extrem laut“
28-minütige Farce: Mega-Wirbel um Weidel-Interview in der ARD
Das ARD-Sommerinterview mit AfD-Chefin Alice Weidel sorgte am Wochenende für erheblichen Wirbel. Was als klassisches Fernsehformat zur politischen Einordnung gedacht war, geriet zum akustischen Ausnahmezustand – begleitet von Protesten, Sprechchören und Trillerpfeifen.
"Es ist extrem laut"
Alice Weidel stellte sich am Sonntag dem traditionellen Sommerinterview der ARD. Ort des Gesprächs: das Berliner Regierungsviertel mit Blick auf die Spree – normalerweise eine ruhige Kulisse. Doch diesmal wurde das Interview von lautstarken Protesten begleitet, die teilweise das Gespräch übertönten. Hinter der Kamera: Demonstrierende, unter anderem vom Zentrum für Politische Schönheit, machten mit Trillerpfeifen, Trommeln, Hupen und lautstark abgespielten Parolen wie „Scheiß AfD“ auf sich aufmerksam.
Dieser Youtube Post kann aufgrund Ihrer aktuellen Datenschutzeinstellungen nicht angezeigt werden, da für dessen Einbettung ein Drittanbieter hinzugezogen wird, der technisch für den Betrieb der Website nicht zwingend notwendige Cookies setzt. Wenn Sie den Inhalt sehen möchten, bitten wir Sie um Einwilligung zu diesem konkreten Cookie von „Youtube“. Ihre Einwilligung ist einmalig für den Aufruf dieses Inhalts und wird nicht gespeichert.
Je nach Anbieter kann mit der Erteilung Ihrer Einwilligung auch ein Datentransfer in Drittstaaten verbunden sein, für die keine geeigneten Garantien vorliegen. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung .
Weidel wirkte sichtlich genervt, nahm mehrfach ihren In-Ear-Knopf heraus und beklagte: „Ich höre Sie kaum, es ist extrem laut.“ Dennoch wurde das Gespräch mit ARD-Hauptstadtstudioleiter Markus Preiß nicht abgebrochen.
Warum die ARD weitermachte
Die Entscheidung, das Interview trotz der Störungen fortzusetzen, sorgte im Nachhinein für Diskussionen. ARD-Moderator Preiß erklärte, man habe sich gemeinsam mit der AfD-Politikerin darauf verständigt, das Gespräch nicht zu unterbrechen – ein klares Signal journalistischer Unparteilichkeit: „Wir wollten alle Parteien gleich behandeln.“
Kritik gab es von verschiedenen Seiten. Während AfD-Anhänger von einer gezielten Behinderung ihrer Spitzenkandidatin sprachen, warfen andere der ARD vor, dem rechtspopulistischen Kurs der AfD zu viel Bühne zu bieten – selbst unter schwierigen Bedingungen.
Trotz des akustischen Chaos nutzte Weidel die Gelegenheit, um ihre Punkte zu platzieren. So nannte sie CDU-Chef Friedrich Merz einen „Lügen-Kanzler“ und verteidigte die Verdopplung ihres Bundestagsgehalts auf über 24.000 Euro monatlich. Auf kritische Nachfragen zur Radikalisierung innerhalb der AfD oder zur geplanten Spaltung Europas ging sie kaum ein – was teils auch den äußeren Umständen geschuldet war.
Die ARD kündigte an, künftig besser auf derartige Störungen vorbereitet zu sein – sowohl technisch als auch organisatorisch. Denkbar sei etwa der Einsatz stärkerer Richtmikrofone oder eine veränderte Standortwahl.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden