In Wismar hoffen Experten nun am Montag auf den steigenden Wasserpegel, um das geschwächte Tier endlich zu befreien.
In Wismar wird derzeit jede Minute genutzt, um das Überleben des Buckelwals Timmy zu sichern. Am Montag hoffen die Retter auf das steigende Wasser in der Bucht, um am Nachmittag einen neuen Versuch zu starten. Während der Wal aktuell von der Wasserschutzpolizei bewacht wird, bereiten Experten einen Plan vor, bei dem das Tier mit einem Boot vorsichtig angestupst werden soll, sobald der Pegel gegen 18:00 Uhr die Marke von circa 1,90 m erreicht.
Gezieltes Anstupsen
Derzeit liegt der Wasserpegel bei etwa 1,60 m, soll aber über den Tag hinweg deutlich ansteigen. Eine Sprecherin des deutschen Meeresmuseums bestätigte gegenüber "Bild", dass man den Wal eventuell am Nachmittag motivieren möchte, sich selbst zu befreien. Da das Tier bereits in die richtige Richtung liegt, könnte ein gezieltes Anstupsen den Ausschlag geben. Eine endgültige Entscheidung über diesen Schritt steht jedoch noch aus, da die Experten derzeit noch beraten. Bis zum geplanten Einsatz soll Timmy in Ruhe gelassen werden.
Die Sorgen um den Buckelwal sind groß. Laut der Expertin Tamara Narganes Homfeldt von der Organisation Whale and Dolphin Conservation fehlt dem Tier die nötige Energie für eine eigenständige Befreiung. Der Stress der bisherigen Aktionen, ein Netz im Maul sowie Hautprobleme haben das Immunsystem stark angegriffen. Die Expertin vergleicht Timmys Zustand mit einem Menschen, der an einer schweren Erkältung leidet und keine Kraft für körperliche Anstrengungen aufbringen kann.
Obwohl die Hautprobleme des Wals nicht direkt lebensbedrohlich sind, schwächen sie ihn zusätzlich. Eine dauerhafte Besserung wäre laut Tamara Narganes Homfeldt nur im Atlantik möglich, wo der hohe Salzgehalt antiseptisch wirkt und die Regeneration der Haut fördert. In der salzärmeren Ostsee verschlechtert sich der Zustand hingegen stetig. Der Weg bis in die Nordsee ist jedoch lang, und die Chancen für den stark geschwächten Wal stehen laut Expertenmeinung leider nicht gut.
Obwohl der Pegel in der Nacht zum Dienstag voraussichtlich noch weiter ansteigen wird, bleibt abzuwarten, ob Timmys Kräfte für eine Rettung ausreichen. Zahlreiche Schaulustige verfolgen das Geschehen von der Seebrücke in Wismar aus und hoffen auf die Rettung des Wals.