USA-Insider

Welt zittert um USA-Iran-Frieden

US-Präsident Trump sieht Durchbruch bei Gesprächen ++ Straße von Hormus bald wieder offen?

Die von der Energiekrise gebeutelte Welt hofft auf einen Friedensdeal zwischen den USA und dem Iran. Doch das Abkommen, das gerade verhandelt wird, verdient diesen Namen kaum. Noch nicht. Was US-Präsident Donald Trump (79) am Wochenende als „Durchbruch“ feierte, zielt laut „New York Times“ eher auf eine vorläufige Deeskalation des Krieges und eine Verlängerung des Waffenstillstands. Die härtesten Streitpunkte? Vertagt.

Irans nuklearer Brennstoff, die Uran-Anreicherung, mögliche Raketenbeschränkungen, Sanktionserleichterungen und eingefrorene iranische Gelder – all das soll später verhandelt werden. Immerhin: Im Zentrum von Deal Nr. 1 steht die mögliche Öffnung der Straße von Hormus. In der Meerenge waren monatelang rund 20 Prozent des Weltöls blockiert. Iran würde die Durchfahrt von Öltankern erlauben. Zuletzt gab es bereits mehr Bewegung in der Ölader. Trump wiederum könnte die Gegen-Blockade iranischer Häfen durch die US-Kriegsmarine aufheben.

Trump feuert hunderte Post auf Truth-Social

Trump lieferte jedenfalls die nächste „Iran-Verwirrung“: ein wilder Zickzackkurs mit widersprüchlichen Ankündigungen, abgefeuert in mehr als hundert Truth-Social-Posts. Erst hypte er einen „so gut wie ausgehandelten“ Deal mit dem Mullah-Regime. Kurz darauf hieß es: „Wir lassen uns nicht drängen.“ Ein möglicher Grund: Außenpolitische Hardliner in seiner eigenen Partei halten Washingtons Kurs für zu weich.

Feindbild Obama. Dann erklärten US-Offizielle gegenüber Medien, beide Seiten hätten einem Rahmenabkommen grundsätzlich zugestimmt. Es sehe eine Öffnung der Straße von Hormus vor. Später schrieb Trump wieder auf Truth Social: Wenn er einem Deal zustimme, dann nur einem ordentlichen – nicht wie Ex-Präsident Barack Obama. Apropos Obama: Während des Dramas feuerte Trump dutzende Schmäh-Posts gegen den Demokraten ab. Es wirkte, als wolle er von Schwächen seines eigenen möglichen Iran-Abkommens ablenken. Obama hatte 2015 das Atomabkommen mit den Mullahs abgeschlossen, das Trump bis heute bei jeder Gelegenheit durch den Kakao zieht. Eine Öffnung der Hormus-Ölader würde den Druck auf die Weltwirtschaft lindern. Sie könnte auch die Sommerurlaubssaison in Europa und den USA retten.

Die Ölpreise fielen am Montag deutlich unter 100 Dollar. Trotzdem bleibt die Lage fragil. Reedereien und Versicherer dürften erst über längere Zeit prüfen, ob die Hormus-Durchfahrt wirklich sicher bleibt. Minen, Angriffe, Schäden an der Infrastruktur und neue Regeln für die Meerenge – etwa eine mögliche Mullah-Maut – könnten die Normalisierung verzögern.

Benzinpreis bringt Trump unter Druck

Trump könnte sich dennoch vorläufig aus dem Kriegssumpf befreien. Zu Hause schadeten ihm vor allem die um rund 60 Prozent gestiegenen Benzinpreise massiv. Zudem drängt ihn seine eigene Republikaner-Partei, die bei den Kongress-Zwischenwahlen Anfang November ein Wahl-Waterloo fürchtet. In einer zweiten Phase müssten Trumps Verhandler dann die harten Brocken angehen: vor allem die von den USA geforderte Übergabe von rund 440 Kilo hochangereichertem Uran und ein Ende des iranischen Atomwaffenprogramms.

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