Reno Flugzeugunglück

9 Tote in den USA

Flugzeug stürzte bei Air-Show in Tribüne

Das Flugzeug wurde beim Aufprall in Tausende Stücke gerissen.

Beim Absturz einer historischen Propellermaschine während einer Flugshow in den USA sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. 54 Menschen wurden bei dem Unglück am Freitag in Reno (Nevada) verletzt, wie der Leiter der Veranstaltung, Mike Houghton, mitteilte. Elf von ihnen waren laut dem Sender CNN am Samstag in kritischem Zustand.

Zunächst war nur von drei Toten die Rede gewesen, unter ihnen der 74-jährige Pilot, der mit seiner Propellermaschine aus dem Zweiten Weltkrieg in eine Zuschauertribüne gerast war. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt.

Diashow: Diashow: Flugshow-Drama in den USA - BILDER

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    Augenzeugen sprachen von einer "Horrorszene". Aber es hätte noch weitaus schlimmer kommen können: Die Maschine prallte nur wenige Meter von einer dicht besetzten Zuschauertribüne entfernt auf den Boden. Zuschauer berichteten, der Pilot Jimmy Leeward habe sich noch kurz vor dem Absturz bemüht, das Oldtimer-Flugzeug von der Menge wegzulenken. Viele Zuschauer nannten ihn einen Helden. "Ich habe kein Zweifel daran, dass er Leben gerettet hat", sagte Augenzeuge Gus McCrea dem Sender CNN.

    Der Unfall ereignete sich bei den jährlichen National Championship Air Races, einer Art Rennen in der Luft mit stets Tausenden von Zuschauern. Leeward, ein langjähriger Hollywood-Stuntpilot, steuerte den "Galloping Ghost" (Gallopierenden Geist) - ein einmotoriges Jagdflugzeug vom Typ P 51 Mustang aus dem Zweiten Weltkrieg. Houghton zufolge lieferte sich der Pilot einen Wettflug mit fünf Konkurrenten, als der Unfall passierte.

    Augenzeugen: "Flugzeug scherte plötzlich aus"

    Laut Augenzeugen scherte das Flugzeug plötzlich aus seiner Bahn aus, überschlug sich und prallte dann im Sturzflug auf den Boden - direkt vor einer Extra-Sitzreihe vor der Haupttribüne, die unter anderem für Organisatoren der Veranstaltung und Ehrengäste reserviert gewesen sei. So ereignete sich das Unglück nach Angaben mehrerer örtlicher Sender auch direkt vor den Augen der Familie des Piloten.

    Zeugen berichteten, die Maschine sei in kleine Stücke zerrissen worden. Auf Videoaufnahmen waren eine Staubwolke und herumfliegende Trümmerteile zu sehen. Fernsehsender zeigten Bilder von blutüberströmten Menschen, die auf Tragen zu Krankenwagen und Helikoptern gebracht wurden. Mehreren von ihnen sollen Gliedmaße abgerissen worden sein.

    Absturzursache noch unklar
    Die Absturzursache blieb vorerst unklar. Vermutlich sei aber ein mechanischer Fehler Schuld, hieß es am Samstag in Fernsehberichten. Experten der Nationalen Transportsicherheitsbehörde NTSB ermittelten am Unglücksort.

    Der Pilot galt als äußerst flugerfahren. Nach Angaben auf seiner Facebook-Seite nahm er seit Mitte der 1970er Jahre an Flugwettbewerben teil. Der Filmdatenbank Imdb.com zufolge wirkte er als Stuntpilot an Filmen wie "Amelia", "Im Zeichen der Libelle" und "Das ausgekochte Schlitzohr 3" mit. Er habe sich niemals fahrlässig verhalten, zitierten Medien Freunde Leewards.

    Nach Angaben des "Reno Gazette Journal" hat es in der fast 50-jährigen Geschichte des Luftrennens wiederholt tödliche Abstürze gegeben. Bis zum Freitag seien aber noch nie Zuschauer ums Leben gekommen oder verletzt worden.

     
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