EU-Chefin zu Corona: 'Die Lage ist jetzt sehr ernst'

Von der Leyen schlägt Alarm

EU-Chefin zu Corona: 'Die Lage ist jetzt sehr ernst'

Von der Leyen ruft Europäer zum Durchhalten in Coronakrise auf.

Viel mehr Schnelltests und in ganz Europa nutzbare Tracing Apps sollen aus Sicht der EU-Kommission helfen, der zweiten Coronawelle Herr zu werden. Zusätzliche Maßnahmen auf nationaler und EU-Ebene seien dringend nötig, erklärte EU-Chefin Ursula von der Leyen am Mittwoch bei der Vorstellung der Vorschläge zu Corona, über die ein EU-Videogipfel am Donnerstag beraten soll.

 
"Die Covid-19-Situation ist sehr ernst", sagte die CDU-Politikerin. "Wir sind tief in der zweiten Welle", warnte sie. Diesmal habe man es mit zwei Feinden zu tun: Dem Virus selbst - und einer zunehmenden Müdigkeit bei allen Vorsichtsmaßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. "Wir müssen das Virus eindämmen, bis wir einen Impfstoff und bessere Mittel in der Hand haben, um die Gesundheit aller zu schützen", rief von der Leyen zum Durchhalten auf.
 

"Nicht die Zeit, locker zu lassen"

"Wir bringen alle seit Monaten Opfer", so die EU-Chefin zu der Corona-Krise in Europa. Viele Menschen zahlten wirtschaftlich und sozial einen hohen Preis. "Aber jetzt ist nicht die Zeit, locker zu lassen." Die Lage sei ernst; noch habe man es aber in der Hand, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dazu müssten alle ihren Teil der Verantwortung übernehmen - auf regionaler und lokaler Ebene, auf nationaler sowie auf EU-Ebene.
 
Die Kommission ruft die 27 EU-Mitglieder auf, ihre Strategien zur Entdeckung und Rückverfolgung von Corona-Infektionen zu verbessern. Bis Mitte November sollen die Regierungen ihre Teststrategien nach Brüssel melden. Dabei setzt die Kommission vor allem auf neue Antigen-Schnelltests, die binnen 15 Minuten ein Ergebnis zeigen. Diese könnten gemeinsam für die EU-Staaten beschafft werden, schlägt die Behörde vor.
 
 Zweiter Baustein sind Handy-Warn-Apps: Bisher gibt es nach Angaben der Kommission 19 verschiedene in den EU-Staaten. Die Apps für Deutschland, Irland und Italien sind immerhin inzwischen verknüpft. Die Kommission fordert alle EU-Staaten auf, kompatible Apps einzuführen und für die Nutzung zu werben. Darüber hinaus drängt die Behörde die EU-Staaten zu Impfstrategien für die Zeit, wenn ein Impfstoff verfügbar ist, sowie zu Informationskampagnen gegen Falschinformationen.
 
Schließlich setzt die Kommission weiter auf Maßnahmen, um die Reisefreiheit und den Transport von Gütern trotz der Pandemie in Europa zu sichern. Geplant sei ein gemeinsamer Ansatz für Quarantäneregeln. Zudem wirbt die Behörde dafür, die im Frühjahr eingeführten "Grünen Spuren" beizubehalten, die garantieren sollen, dass Transporte an EU-Grenzen binnen 15 Minuten abgefertigt werden.
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