Explosions-Katastrophe: Die Opfer von Beirut klagen an

Mehr als 150 Tote ++ 80.000 Kinder obdachlos

Explosions-Katastrophe: Die Opfer von Beirut klagen an

Nach der Explosion kommt es in den Straßen der Stadt zu Gefechten zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.

Vier Tage nach der devastierenden Explosion im Hafen von Beirut werden die Trümmer immer noch fieberhaft von Rettungsmannschaften, auch aus dem Ausland, durchsucht. Niemand will die Hoffnung aufgeben, noch zumindest einen der 100 Vermissten ­lebend zu finden.

Letzter Einsatz

Mehr als 150 Tote sind bereits zu beklagen. Eine Zahl, die noch weiter steigen wird, schweben doch noch viele der etwa 5.000 Verletzten in Lebensgefahr. Die Trauer der Menschen ist grenzenlos. Immer mehr Opfer bekommen durch die Medien des Landes ein Gesicht. Besonders erschütternd ist das Schicksal jener Feuerwehrleute, die am 4. August zum Brand in Lagerhalle 12 im ­Hafen Beiruts ausrückten – nicht wissend, was in dem Gebäude gelagert ist. Ein Video zeigt die elf Männer und eine Frau, wie sie versuchen, das Tor aufzubrechen. Sekunden später explodieren 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat.

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Die Lebensumstände der Überlebenden in Beirut sind unterdessen geprägt von Chaos und heilloser Verzweiflung. 250.000 sind obdachlos, davon sind rund 80.000 Kinder. Und auch wenn die internationale Hilfsmaschinerie bereits voll angelaufen ist, bis das Leid gelindert wird, vergehen Tage, Wochen.

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Unterdessen laufen die Ermittlungen nach der Ursache der Katastrophe auf Hochtouren, wenn bislang auch ergebnislos. Zwar wurden 16 Hafenmitarbeiter wegen des Vorwurfs der unsachgemäßen Lagerung der Chemikalien verhaftet. Allerdings bekennt Präsident Michel Aoun, dass man noch komplett im Dunklen tappe. Vage erklärt er, dass es sowohl ein Unfall als auch ein Raketenangriff gewesen sein könne.

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