Guttenberg

1 Tag nach Rücktritt

Guttenbergs Comeback-Plan

Fans mobilisieren für Guttenberg. Wird er Ministerpräsident in Bayern?

Der neue Verteidigungsminister steht bereits fest. Doch der „alte“, Karl-Theodor zu Guttenberg, ist nach wie vor in aller Munde: Auf Facebook hat die Seite „Wir wollen Guttenberg zurück“ in 24 Stunden über 350.000 Fans gesammelt – Tendenz: rapide steigend.

Demonstration für „KT“
Am Wochenende wollen die Bewunderer des am Dienstag zurückgetretenen CSU-Verteidigungsministers zu einer „Demo für Guttenberg“ aufrufen. Und in seiner politischen Heimat, der CSU, überlegt man gar, „in welcher Form er bald zurückkommen“ könne.

Keine Frage, „KT“ – sein Spitzname – bleibt auch nach seinem Sturz über die „Plagiatsaffäre“ ein politischer Faktor. Sein emotionaler Abschied – „Ich habe die Grenzen meiner Kraft erreicht“ – polarisiert die deutsche Bevölkerung weiter: In einer ZDF-Online-Umfrage stimmten gestern 75 Prozent gegen seinen Rücktritt. Am Nachmittag war bereits eine Mehrheit dafür.

In der Öffentlichkeit steht CDU-Kanzlerin Angela Merkel weiter hinter Guttenberg und kritisiert gar die „Kampagne“ gegen den ehemaligen Glamour-Minister.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU, Joachim Pfeiffer, erklärt denn auch: „In einer offenen Gesellschaft hat jeder eine zweite Chance verdient.“

Ex-Kanzlerkandidat
Immerhin galt der 39-Jährige mit dem enormen Vermarktungstalent – er tauchte auch öffentlichkeitswirksam bei den deutschen Truppen in Afghanistan auf – bereits als potenzieller Kanzlerkandidat. Und damit als Gegenspieler von Angela Merkel.

Politische Beobachter glauben, dass der finanziell unabhängige Guttenberg in rund zwei Jahren ein „Comeback als CSU-Ministerpräsident von Bayern“ feiern könne. Bis dahin sei Gras über die Schummel-Causa gewachsen. Und Guttenberg und seine Frau könnten sich bis dahin sozial engagieren. Guttenberg ist erst 39, da ist auch noch der Kanzler drin – auch ganz ohne jeden Doktortitel ...
 

Nachfolger De Maizière


Kanzlerin Merkel machte sofort Nägel mit Köpfen: Am Tag nach Guttenbergs Rücktritt präsentierte sie den bisherigen Innenminister Thomas de Maizière (56) als Nachfolger im Verteidigungsressort. Statt ihm wird der CSU-Mann Hans-Peter Friedrich (53) Innenminister.

De Maizière gilt als Vertrauter der Kanzlerin und kühler Sacharbeiter. Von ihm wird es wohl keine filmreifen Auftritte mehr bei den deutschen Truppen in Afghanistan geben. Dafür kommt jede Menge Arbeit auf den Neuen zu. Guttenberg hatte die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt. Die Umwandlung in ein Berufsheer wird Schwerarbeit.
Mit De Maizière muss Kanzlerin Merkel keine Konkurrenz im eigenen Lager befürchten.



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