Israel

Ermittlungen wegen Rachemord an Teenager

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Nach dem Fund der Leichen geht Polizei nun Verdacht auf Rachemord nach.

Nach dem Fund der Leiche eines palästinensischen Jugendlichen geht die israelische Polizei dem Verdacht eines Racheaktes für die Ermordung dreier jüdischer Teenager nach. Der junge Palästinenser war in Ost-Jerusalem am Dienstag entführt und später tot aufgefunden worden, teilte ein Polizeisprecher am Mittwoch mit und bestätigte damit Medienberichte.

Wie der israelische Militärrundfunk am Mittwoch berichtete, wurde der 17-Jährige am frühen Morgen in Ost-Jerusalem in ein Auto gezwungen. Einige Stunden später sei seine Leiche in einem anderen Stadtteil entdeckt worden. Die Polizei erklärte, der Tote sei noch nicht identifiziert worden.

In Ost-Jerusalem löste die Nachricht vom Tod des Palästinensers wütende Proteste aus. Etwa 200 palästinensische Demonstranten griffen die Polizei mit Steinen an. Die Einsatzkräfte trieben die Menge mit Gummigeschossen auseinander.

Der Vorfall ereignete sich nach der Trauerfeier für die drei am 12. Juni in den besetzten Gebieten entführten jugendlichen jüdischen Siedler. Deren Leichen waren am Montag gefunden worden. Danach hatte es mehrere Racheaufrufe radikaler Israelis gegeben. Israelische Sicherheitskräfte zerstörten zudem das Haus eines Palästinensers, der wegen des Vorwurf verhaftet worden war, im April einen israelischen Polizisten erschossen zu haben. Ein Armeesprecher sagte, die Zerstörung des Hauses diene der Abschreckung. Montag hatte das oberste Gericht Israels einen Einspruch israelischer Menschenrechtsgruppen verworfen, die die Zerstörung des Hauses im Dorf Idhna nahe der Stadt Hebron im besetzten Westjordanland verhindern wollten.

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