Geisel im Jemen

Angst um Dominik

Kampf um Jemen-Geisel

Das Leben von Dominik N. hängt an einem seidenen Faden: Jemens Armee will das Al-Kaida-Camp stürmen, in dem er gefangen ist.

Seit 21. Dezember ist der Wiener Arabistik-Student schon Geisel im Wüsten-Staat Jemen: Gemeinsam mit einem Finnen und dessen Frau als Geisel wurde der 26-Jährige zuerst von Kidnappern am helllichten Tag aus einem Elektronikgeschäft im Zentrum von Sanaa entführt. Danach wurden die drei um 30 Millionen Jemen-Rial (umgerechnet 8,5 Mio. Euro) an die Terrorgruppe Al-Kaida weiterverkauft.

Blutbad in Al-Kaida-Festung befürchtet
Wie lokale Medien berichten, dürfte das Kidnapping-Drama nun in die entscheidende Phase gehen – und die Situation gleicht einem Pulverfass: Demnach haben die Stammesältesten in der Region Bayda einen neuen Versuch zur Befreiung der drei Opfer aus Europa gestartet: Sie wollen die Al-Kaida-Kämpfer, die sich in der Stadt Rada verschanzt haben, überreden, die Geiseln freizulassen, ohne sich ein Blutbad mit der Armee zu liefern.

Fünf Tote in von US-Drohne zerbombten Auto
Das Problem dabei: Die Regierung hat bereits Truppen und Ausrüstung zusammengezogen, um Rada zu stürmen und die Geiseln mit Waffengewalt zu befreien. Gouverneur Al-Dhaheri al-Shadadi und der Stabschef der Armee Al-Maqdeshi drängen auf Angriff, Stammesälteste und Scheichs sind dagegen.
Indes wurde bekannt, dass auf offener Straße zwischen Sanaa und Rada ein Auto von einer US-Drohen bombardiert worden ist. Dabei starben drei Al-Kaida-Männer und zwei Komplizen. Racheaktionen werden befürchtet.

Terror-Krieg gegen die Regierung

Kriegszustand: Seit 2001 liefern sich Al-Kaida-Terroristen im Jemen blutige Kämpfe mit der Regierung.

Das Terror-Netzwerk Al-Kaida hat sein Hauptquartier im Süden des Landes. Eine der Hochburgen der Kämpfer und Sympathisanten ist die Wüstenstadt Rada, die im Vorjahr von Al-Kaida-Fanatikern belagert und überrannt wurde. 2010 erklärte Al-Kaida Jemens Regierung offen den Krieg. Die Terroristen haben schwere Waffen, weite Teile des Landes stehen unter Kontrolle des Terrornetzwerkes. So der Süden, wo nun die Geiseln gefangen gehalten werden.

(kor)
 

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