Merkel attackiert: Lagerfeld legt nach

Skandal-Aussage

Merkel attackiert: Lagerfeld legt nach

Modeschöpfer bezeichnete Flüchtlinge als 'schlimmste Feinde' der Juden.

Der Modedesigner Karl Lagerfeld attackierte im November in der französischen Late-Night-Show "Salut les Terriens" die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. Der 84-Jährige übte damals scharfe Kritik an ihrer Flüchtlingspolitik, warf Merkel vor, zu viele Muslime ins Land gelassen zu haben und bezeichnete die Flüchtlinge in Deutschland pauschal, als "die schlimmsten Feinde" der Juden.

Nun erklärte der 84-Jährige seine Skandal-Aussage in einem Interview mit dem "ZEITmagazin" und "Vogue": "Die Leute haben das nicht verstanden. Das war eine Metapher", so Lagerfeld.

Nächste Attacke

Doch eine weitere Attacke auf die deutsche Bundeskanzlerin konnte er sich bei seiner Erklärung nicht verkneifen: "Die Deutschen haben Millionen von Juden umgebracht, und da schämen wir uns doch heute noch für. Und jetzt lässt Angela Merkel eine Million ihrer Erzfeinde ins Land."

Er habe wenige Araber getroffen, "die sagen: 'Ich liebe die Juden'". Damit wolle er aber nicht behaupten, dass alle Flüchtlinge Antisemiten seien, so der Modeschöpfer.

Merkel schuld an AfD-Aufstieg?

Er sei noch immer geschockt über den Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag, sagte Lagerfeld in dem Interview. "Da habe ich beinahe einen Schlag gekriegt, so aufgebracht war ich. Ich war wütend, bin es immer noch."

Aus seiner Sicht sei es so: "Seit Angela Merkels Umgang mit Griechenland während der Finanzkrise hatte sie in Europa den Ruf einer bösen Mutter, wie man in Frankreich sagt. Während der Flüchtlingskrise wollte sie sich dann als Pastorentochter ein besseres Image zulegen. Man hat ihr damals vorausgesagt, dass sie deshalb Millionen von Stimmen verlieren wird. Und genau so ist es gekommen. Bravo!", meinte der Modeschöpfer, der am Mittwoch seine "Metiers d'Art"-Kollektion in der Elbphilharmonie präsentiert.

Der Aufstieg der AfD erinnere ihn an die Nazi-Zeit, die ihm besonders nahe geht: "Das ist etwas, was man nicht vergeben kann. Deshalb bin ich auch Deutscher geblieben. Auch wenn wir hier damit direkt nichts zu tun haben, ich glaube auch nicht an Erbschuld, aber wir müssen alle damit bis zu unserem Lebensende umgehen."

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