Mordanschlag: Spur führt nach Afghanistan

Pakistan

Mordanschlag: Spur führt nach Afghanistan

Die Angaben der Taliban zur Tat sind widersprüchlich.

Nach dem Anschlag auf eine Hochschule in Pakistan verfolgen die Ermittler Spuren ins Nachbarland Afghanistan. Bei dem Attentat auf die Bacha-Khan-Universität in Charsadda waren am Mittwoch 21 Menschen ermordet worden; die vier Attentäter wurden bei einem Militäreinsatz an der Hochschule erschossen. Die Regierung ordnete für Donnerstag Staatstrauer an und ließ die Flaggen auf Halbmast setzen.

Neue Offensiven gegen Extremisten
Die ersten Todesopfer wurden bereits am Mittwoch beerdigt. Militär und Polizei begannen in der Nacht neue Offensiven gegen Extremisten. Im betroffenen Bezirk in Charsadda seien zehn Menschen aus der Umgebung der Universität verhaftet worden, erklärte die Polizei.

Die geheimdienstliche Tätigkeit im Nordwestgürtel des Landes werde intensiviert, teilte der Sprecher des Militärs, Azim Bajwa, mit. Die Identifizierung der Täter komme voran. Mithilfe ihrer Mobiltelefone habe man ihre Spur über die Grenze nach Afghanistan verfolgen können. Während der Militärkampagnen seien viele Extremisten über die Grenze getrieben worden - auch hier werde weiter ermittelt.

Widersprüchliche Angaben
Nach dem Attentat hatte es widersprüchliche Angaben seitens der Taliban zur Verantwortung hinter der Tat gegeben. Dazu bekannt hatte sich zunächst der Taliban-Kommandant Umar Mansoor. Die zentrale Führung der pakistanischen Taliban (TTP) bestritt hingegen eine Verwicklung in den Anschlag und verurteilte ihn als "un-islamisch".

Schulen blieben offen
Ministerpräsident Nawaz Sharif setzte für Donnerstag einen Trauertag an. In der Provinz Khyber Pakhtunkhwa wurden drei Trauertage ausgerufen. Die Schulen blieben aber offen, auch in Charsadda. "Wir wollten uns nicht dem Druck der Extremisten beugen", sagte der Verwaltungsleiter von Charsadda, Tahir Zafar Abassi. Einige Universitäten wollten aber für eine Woche nicht lehren. Der Campus der Bacha-Khan-Universität werde von der Polizei geschützt.

Die Provinz Khyber Pakhtunkhwa gilt als eine Hochburg der pakistanischen Taliban. Hier hatte das Militär nach dem Anschlag auf eine Schule in Peshawar im Dezember 2014 ausgedehnte Offensiven durchgeführt und nach eigenen Angaben Tausende Extremisten getötet.

Extremismus nicht so geschwächt
Nach Medienberichten wurden am Donnerstag in der Früh in der Stadt Peshawar zwei Bomben entschärft. Sie seien unter einer Brücke gefunden worden.

In pakistanischen Medien war am Donnerstag zudem viel Kritik an "übertriebenen Erfolgsmeldungen des Militärs im vergangenen Jahr" zu hören. Man müsse sich der Erkenntnis stellen, dass der Extremismus doch nicht so geschwächt sei, wie die Regierung behaupte.

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