Robert Durst

Unbeabsichtigtes Geständnis

Mordprozess gegen Robert Durst rückt näher

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Er hatte bei TV-Dreharbeiten beiläufig ein Mordgeständnis abgelegt.

Der Mordprozess gegen den New Yorker Immobilienerben Robert Durst ist nach einem Schuldeingeständnis in einem anderen Verfahren nähergerückt. Der 71-jährige Multimillionär, der in den USA im Mittelpunkt eines bizarren Kriminalfalls steht, bekannte sich am Mittwoch in New Orleans des unerlaubten Waffenbesitzes schuldig, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Durst wartet in der Stadt im Bundesstaat Louisiana auf seine Überstellung nach Los Angeles, wo er sich wegen Mordvorwürfen vor Gericht verantworten soll.

Eingeschaltetes Ansteckmikrofon
Die Staatsanwaltschaft wirft Durst vor, seine enge Freundin Susan Berman im Dezember 2000 in Los Angeles erschossen zu haben. Im März vergangenen Jahres hatte der Multimillionär bei Dreharbeiten zu einer Fernsehdokumentation über sein Leben wohl unbeabsichtigt ein Mordgeständnis abgelegt. Der 71-Jährige murmelte vor sich hin, er habe "alle getötet" - offenbar ohne zu wissen, dass das drahtlose Ansteckmikrofon noch eingeschaltet war.

Berman starb ausgerechnet am Tag, bevor die Polizei sie zum mysteriösen Verschwinden von Dursts Ehefrau im Jahr 1982 befragen wollte. Auch bei der verschollenen Gattin haben die Behörden den exzentrischen Multimillionär im Verdacht.

Nachbarn getötet
Durst versteckte sich 2001 vor den Ermittlungen in der texanischen Küstenstadt Galveston, verkleidete sich als Frau und gab sich als stumm aus. Als er in eine Auseinandersetzung mit einem Nachbarn geriet, erschoss er den Mann und zerstückelte die Leiche. Zwei Jahre später wurde er in diesem Fall überraschend wegen Notwehr freigesprochen. Die Geschworenen glaubten seiner Darstellung, er habe den Nachbarn versehentlich erschossen, als sie um eine Waffe gerungen hätten.

Durst war im April wegen der Vorwürfe im Fall Berman in New Orleans festgenommen worden. Weil bei ihm im Hotelzimmer ein Revolver und Marihuana gefunden wurden, leitete die Justiz in der Südstaatenmetropole aber noch ein eigenes Verfahren wegen unerlaubten Waffenbesitzes gegen ihn ein. Dursts Anwälte verlangen, dass der Mordprozess möglichst bald beginnt - um die Vorwürfe gegen ihren Mandaten zu entkräften.

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