Putin traf Merkel auf Schloss Meseberg

Nach Kneissl-Hochzeit

Putin traf Merkel auf Schloss Meseberg

Von Graz ging es direkt zum Treffen mit der deutschen Kanzlerin.

Der russische Staatschef Wladimir Putin ist am Samstagabend zu seinem Besuch bei der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Schloss Meseberg bei Berlin eingetroffen. Bei dem Arbeitstreffen im Gästehaus der deutschen Regierung soll es unter anderem um die Konflikte in der Ukraine und Syrien sowie um die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 gehen.

Merkel hatte im Vorfeld die Erwartung geäußert, dass es im Gespräch mit Putin "Kontroversen" geben werde. Sie erwarte "keine speziellen Ergebnisse".

Für Putin ist es der erste bilaterale Besuch in Deutschland seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014. Im vergangenen Jahr war er beim G-20-Gipfel in Hamburg, Merkel hatte ihn zuletzt im Mai in Sotschi besucht. Die Kanzlerin rechtfertigte die Einladung nach Meseberg mit der unverzichtbaren Rolle Russlands bei der Beilegung von Konflikten wie in der Ukraine und in Syrien. Putin kam unmittelbar aus Österreich, wo er Gast bei der Hochzeit von Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) war.


Merkel betont deutsch-russische Verantwortung bei Krisenlösung

 

Zu Beginn ihres Treffens mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die gemeinsame Verantwortung für die Lösung von Krisen wie in Syrien und in der Ukraine betont. Sie sei bereit, mit Putin daran zu arbeiten, sagte sie am Samstagabend nach der Ankunft Putins auf Schloss Meseberg, dem Gästehaus der deutschen Regierung bei Berlin.

Die CDU-Vorsitzende machte deutlich, dass sie im festgefahrenen Konflikt zwischen prorussischen Separatisten und Regierungstruppen in der Ostukraine auf Bewegung hofft. Sie wolle mit Putin unter anderem über die mögliche Stationierung einer UNO-Blauhelmtruppe zur Überwachung eines Waffenstillstands sprechen. Deutschland wolle zusammen mit Frankreich weiter seine Vermittlerrolle zwischen Russland und der Ukraine wahrnehmen.
 

Syrien-Konflikt eines der Hauptthemen

Ein weiteres "wichtiges Thema" in dem Gespräch werde der Syrien-Konflikt sein. Zunächst müsse es darum gehen, dass es bei den Kämpfen um Idlib nicht zu einer humanitären Katastrophe komme. Deutschland wolle dann am politischen Prozess unter UNO-Führung zur Lösung des Konflikts mitarbeiten, zu dem auch eine Verfassungsreform und Wahlen gehören müssten. Zur Rolle des vom Westen abgelehnten und von Russland beschützten syrischen Präsidenten Bashar al-Assad äußerte Merkel sich nicht.

Als weitere Themen nannte die Kanzlerin die von den USA und einigen EU-Mitgliedern kritisierte Gas-Pipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland sowie das Atomabkommen mit dem Iran, aus dem sich die USA verabschiedet haben. "Deutschland steht zu dem Abkommen", betonte Merkel. Sie wies aber auch auf besorgniserregende Aktivitäten des Iran hin. Auch Russland stützt weiterhin die Nuklear-Vereinbarung mit Teheran, die eine iranische Atombombe verhindern soll. Die Kanzlerin betonte außerdem, dass sie mit Putin auch über Menschenrechtsfragen sprechen wolle.
 

Putin: Europa muss Hilfe beim Wiederaufbau Syriens leiten

Putin rief bei seinem Deutschland-Besuch Europa zur Hilfe beim Wiederaufbau in Syrien aufgerufen. "Es ist wichtig, die humanitäre Komponente des syrischen Konflikts auszuweiten, vor allem humanitäre Hilfe für das syrische Volk", sagte Putin am Samstag vor seinem Treffen mit Merkel in Meseberg. Man müsse den syrischen Regionen helfen, in die Flüchtlinge aus dem Ausland heimkehren könnten. Dabei gehe es nicht nur um Rückkehrer aus Europa, sondern auch um Millionen Flüchtlinge aus den Nachbarländern Jordanien, Libanon und Türkei. "Das ist potenziell eine große Last für Europa." Für die Rückkehr müssten "einfache Dinge" in Syrien getan werden wie die Wasserversorgung oder ärztlichen Dienste wiederherzustellen.
 

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