Nächster Video-Krimi stürzt Spitzenpolitiker

Vorgangsweise wie bei Ibiza-Projekt:

Nächster Video-Krimi stürzt Spitzenpolitiker

Ein geheim gedrehtes Video und ein Künstler, der den Film als "Politaktion" deutet: Jetzt wurde Macrons Bürgermeisterkandidat für Paris per Video gestürzt. Die Aktion erinnert an den Ibiza-Krimi.

Seit mehr als einem Jahr sei Benjamin Griveaux (42) bereits "Verleumdungen, Lügen, Gerüchten sowie Morddrohungen" ausgesetzt, meinte der Bürgermeisterkandidat bei seinem Rückzug von der Kandidatur für das Bürgermeisteramt von Paris. Den letzten Ausschlag für den Rücktritt des Wunschkandidaten von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hätte nun die Veröffentlichung eines Videos gegeben, berichtet die Zeitung "Libération": Griveaux ist in eine Videofalle gelockt worden, eine Website hat seit Mittwoch den geheim aufgenommenen Film verbreitet.

© Getty

Benjamin Griveaux

Und wie der Satiriker Jan Böhmermann beim Fall Strache spielt auch bei diesem Video-Projekt ein Künstler eine gewisse Rolle: Der Russe Piotr Pawlensky behauptet, dass er als Erster das Sex-Video von Griveaux veröffentlicht hat. Sein Argument: Er wolle "die Scheinheiligkeit" des Bürgermeisterkandidaten zur Schau stellen. Griveaux ist auf den Aufnahmen beim einvernehmlichen Sex mit einer Frau zu sehen. Der frühere Regierungssprecher hat mit seiner Ehefrau Julia drei Kinder.

Künstler ist kein Unbekannter

Pjotr Andrejewitsch Pawlenski ist ein bekannter russischer Künstler und Aktivist, der in Paris lebt. Der 35-Jährige sorgte mit seinen Performances schon wiederholt für Schlagzeilen. So nähte er sich etwa aus Protest gegen die Inhaftierung von Mitgliedern der Band Pussy Riot den Mund zu. 2015 setzte er eine Türe der Zentrale des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB in Brand, um gegen staatlichen Terror zu protestieren. 
 
© Wikipedia

Piotr Pawlensky 
 
Pawlenski wurde schon wiederholt in Russland und auch in Frankreich verhaftet. 2017 hatte er eine Filiale von Banque de France am Place de la Bastille in Brand gesetzt. Der Künstler wollte damit „ein neues Feuer der Revolution“ entfachen.

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