Kopftuch

Skandal in Frankreich

Nobel-Wirt wirft Frauen raus, weil sie Muslimas sind

„Leute wie euch will ich nicht haben“, hat der Mann zu den beiden Frauen gesagt.

Wie aufgeheizt die Stimmung in Frankreich gegenüber Muslimen ist, zeigt dieser Vorfall. In Tremblay-en-France hat ein Restaurantbesitzer zwei Frauen aus seinem Lokal geworfen, weil diese Musima sind. Ein heimlich gefilmtes Handyvideo zeigt die Geschehnisse. Der Wirt soll gesagt haben „Die Terroristen sind Muslime. Und alle Muslime sind Terroristen“, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Wie es zu dem Rauswurf kam, geht aus dem Video nicht hervor, allerdings liegt es nahe, dass es vorab einen Streit gegeben haben dürfte. Eine der Frauen sagt in dem Video, sie wolle nicht von einem Rassisten bedient werden. Daraufhin diskutieren beide Parteien über die Terrorwelle in Frankreich, ehe die Situation eskaliert. Das Besitzer des Nobelrestaurants „Le Cénacle“ sagt zu den beiden Frauen: „Leute wie euch will ich bei mir nicht haben. Basta.“

Hier das Video:

Schock in Tremblay

Der Vorfall sorgt in Tremblay und in ganz Frankreich für Aufsehen. Der Bürgermeister der Stadt ist erschüttert. Die Bevölkerung fühle sich verletzt und beschämt durch eine "Einstellung, die im Widerspruch zu unseren Werten der Toleranz, der Brüderlichkeit und des Rechts stehen", gab er in einem Statement bekannt. Und mittlerweile hat sich auch die nationale Politik dem Vorfall zugewandt. Die Familienministerin Laurence Rossignol hat auf Twitter erklärt, die Geschehnisse werden derzeit von der Delegation interministerielle zum Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus (DILCRA) geprüft. Eventuell könnte sogar ein Verfahren gegen den Nobel-Wirt eingeleitet werden.

Auch die betroffenen Frauen wandten sich an den Verband gegen Islamophobie. Der Leiter des Verbands Marwan Muhammad rief allerdings zur Besonnenheit auf. Zwar solle der Vorfall publik gemacht werden, allerdings ohne die Betroffenen zu belästigen. Auch Demonstrationen vor dem Restaurant sollten unterlassen werden.

Entschuldigung

Der beschuldigte Wirt hat sich inzwischen für die Szenen entschuldigt. Gegenüber „Le Parisien“ hat er gesagt, dass einer seiner Freunde bei dem Terror-Anschlag im Pariser Bataclan getötet wurde. Später sagte er, dass er gesprochen hatte, bevor er dachte. Zudem wolle er sich bei den Frauen und der ganzen muslimischen Gemeinde entschuldigen.

Neben rechtlichen Konsequenzen drohen dem Restaurantbesitzer nun aber auch ökonomische. Auf Facebook haben bereits 21.000 User dem Nobel-Lokal die schlechtmöglichste Bewertung gegeben.

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