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Australien

Priester vergleicht Pädophilie mit Ehebruch

Ein australischer Priester sorgte mit seinem Verständnis für Pädophile für Aufruhr.

Wie üblich erschien das Elternrundschreiben der St. Mary's Grundschule in Melbourne auch im März. Doch diese Ausgabe sorgte für einen gewaltigen Aufruhr, da der Priester einen schockierenden Vergleich im Zusammenhang mit Pädophilie zog.

Gnade und Kritik
In diesem Elternrundschreiben bat der katholische Priester Bill Edebohls um Gnade für seine pädophilen Kollegen. Darüber hinaus kritisierte er die australische "Royal Commission", die den Umgang mit sexuellem Missbrauch in Kirchen, Schulen oder Sportvereinen untersucht.

Im Fall von pädophilen Priestern würde sich die "Royal Commission" nur darauf konzentrieren, dass die Opfer Gerechtigkeit erfahren. Auf den Heilungsprozess der Täter würde jedoch nicht eingegangen, außerdem würden sie keine Gnade für ihr Verhalten erhalten.

Vergleich mit Ehebruch
Doch dies war noch nicht alles - vor allem für Aufregung sorgte der unerhörte Vergleich, den der Priester in seiner Argumentation gezogen hat: In einer biblischen Geschichte erweist Jesus einer Frau Gnade, die wegen Ehebruchs gesteinigt werden sollen hätte.

Um auch im Umgang mit Pädophilen Gnade erweisen zu können, müsse man die ehebrechende Frau in der Gegenwart nur durch einen pädophilen Priester ersetzen, da Ehebruch in der heutigen Zeit nicht mehr als jene Sünde angesehen werde, die sie damals war.

Entsetzen
Bei den Eltern der Grundschüler sorgte dieser Vergleich selbstverständlich für Entsetzen. "Eine solche Einstellung zu haben, ist schockierend", sagte ein Elternteil gegenüber der australischen Zeitung "The Age".

Ein weiterer Elternteil meinte, dass es abscheulich sei, ein Verbrechen wie Pädophilie mit einem moralischen Problem wie Ehebruch zu vergleichen.

Straftaten heruntergespielt
Bernard Barrett, ein Forscher der Organisation "Broken Rites", die sich mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche beschäftigt, warf dem Priester vor, schwere Straftaten herunterzuspielen. "Die Royal Commission untersucht Straftaten und nicht Sünden", ermahnte er den Katholiken.

Doch die Sprecherin der Katholischen Erzdiözese Melbourne, Shane Healy, rechtfertigte das Schreiben von Edebohls. "Er hat versucht, ein zeitgemäßes Beispiel für eine weibliche Ehebrecherin von vor 2000 Jahren zu finden, auf die man damals ganz anders herabgeschaut hatte", erklärte sie. Deswegen habe er sie mit dem schlimmsten Sünder unserer Zeit, dem pädophilen Priester, verglichen.

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