Putin preist russische Vakzine - lässt sich selbst aber nicht impfen

Sputnik V

Putin preist russische Vakzine - lässt sich selbst aber nicht impfen

Obwohl der russische Präsident Sputnik V in höchsten Tönen lobt, hat er sich selbst noch nicht impfen lassen.

Russland will im kommenden Jahr für eine halbe Milliarde Menschen seinen Corona-Impfstoff "Sputnik V" international auf den Markt bringen. Die Kosten sollen bei unter 20 Dollar (16,81 Euro) für je zwei Impfdosen liegen, die pro Kopf nötig sind, wie der Russian Direct Investment Fund am Dienstag mitteilte. "Sputnik V" habe eine Wirksamkeit von 91,4 Prozent. Der Impfstoff soll teilweise in Ungarn produziert werden, auch Indien, Brasilien und China haben sich schon angemeldet.
 
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwartet demnächst Studienergebnisse zu dem russischen Wirkstoff. Erst danach könne eine Bewertung abgegeben werden, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Man sei "sehr, sehr erpicht" auf diese Daten. Ein breites Portfolio an Impfstoff-Kandidaten sei wichtig, da gerade am Anfang die Nachfrage nach Impfungen größer sein werde als das Angebot, sagte Kluge.
 

Putin nicht geimpft

Das Moskauer Gamaleja-Forschungszentrum hatte den Corona-Impfstoff entwickelt, der schon im Sommer zur breiten Verwendung in der Bevölkerung freigegeben wurde - gegen internationale Bedenken. Der Impfstoff mit den Namen "Sputnik V" wurde vor Beginn der - inzwischen gestarteten- Phase III klinischer Studien genehmigt. Präsident Wladimir Putin hatte mehrfach betont, der Wirkstoff sei effektiv und ungefährlich. Selbst hat sich Putin aber (noch) nicht impfen lassen. "Das ist unmöglich. Der Präsident kann keinen unzertifizierten Impfstoff nehmen", erklärt Kremlsprecher Dmitri Peskow.
 
Die Corona-Lage in Russland ist inzwischen weiter ernst. Die Behörden meldeten am Dienstag 491 Tote - so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen lag bei mehr als 24.300. Die Situation werde immer komplizierter, sei aber kontrollierbar, so der Kremlsprecher.
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