Kim Jong-un Atombombe

Irrer Kim provoziert die Welt

Raketentest scheiterte – folgt jetzt ein Atomtest?

Vizepräsident Pence in Südkorea: "Zeit der strategischen Geduld" ist vorbei.

Der neue Raketentest Nordkoreas hat die Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel verschärft. Die USA warnten Pjöngjang vor weiteren Raketen- und Atomtests. Diese würden nicht toleriert, sagte US-Vizepräsident Mike Pence am Montag bei einem Besuch in Südkorea. Die jüngsten Luftangriffe in Syrien und Afghanistan hätten die Entschlossenheit der Regierung von Präsident Donald Trump demonstriert.

"Nordkorea wäre gut beraten, diese Entschlossenheit und die Stärke der US-Armee in dieser Region nicht auf die Probe zu stellen", sagte Pence. Er bekräftigte zudem, "die Zeit der strategischen Geduld" mit der kommunistischen Führung um Machthaber Kim Jong-un sei vorüber. Ungeachtet der wachsenden Spannungen in dem Konflikt hatte Nordkorea am Sonntag erneut eine Rakete getestet. Auch China, Japan und Russland kritisierten den Test, der allerdings scheiterte, weil der Flugkörper fast sofort nach dem Start explodierte.

Atomtest befürchtet

Die USA entsandten kürzlich einen Flottenverband mit einem Flugzeugträger in die Region. Dies schürte Spekulationen über einen Militärschlag. Trump drängt zwar China, mäßigend auf dessen Verbündeten Nordkorea einzuwirken. Er hat aber auch einen Alleingang zum Stopp des nordkoreanischen Atomprogramms nicht ausgeschlossen.

Der befürchtete Atomtest aus Anlass des "Tages der Sonne" genannten 105. Geburtstags des vor 23 Jahren gestorbenen Staatsgründers Kim Il-sung blieb am Samstag aus. Machthaber Kim Jong-un, der Enkel des "Ewigen Präsidenten", hielt in Pjöngjang zum höchsten Feiertag Nordkoreas eine waffenstarrende Militärparade ab, bei der auch neue Raketen und mobile Abschussrampen gezeigt wurden. Beobachter spekulierten, ob es sich teilweise um Attrappen handelte.

Das nordkoreanische Militär startete dann am Sonntag nahe der Hafenstadt Sinpo an der Ostküste eine Rakete, bei der es sich vermutlich um eine Mittelstreckenrakete handelte. Ungeachtet des Fehlschlags löste der neue Raketentest nur wenige Stunden vor dem Eintreffen des US-Vizepräsidenten in Südkorea weltweit Empörung aus. UNO-Resolutionen untersagen Nordkorea den Abschuss ballistischer Raketen.

"Sehr heikle und gefährliche Lage"

Der große Nachbar China warnte vor einer "sehr heiklen und gefährlichen Lage" und rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe mahnte zu diplomatischen Bemühungen sowie Druck, um Nordkorea zu einem ernsthaften Dialog zu bewegen. Er bestätigte, dass Tokio an Krisenplänen für eine Evakuierung der schätzungsweise 57.000 Japaner in Südkorea arbeitet.

Russland rief die USA auf, nicht militärisch einzugreifen. "Ich hoffe, dass es keine einseitigen Schritte der USA wie in Syrien geben wird", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag in Moskau. Trump habe doch im Wahlkampf versprochen, militärische Interventionen zu unterlassen. Moskau verurteile aber auch das nukleare Abenteurertum Nordkoreas.

Enge Zusammenarbeit mit Peking

US-Vizepräsident Pence besuchte am Montag einen US-Militärstützpunkt an der entmilitarisierten Zone im streng gesicherten Grenzgebiet zu Nordkorea. Ihn verbindet mit der entmilitarisierten Zone eine persönliche Geschichte: Sein Vater, Edward Pence, hatte mit den südkoreanischen Truppen im Koreakrieg (1950-53) gekämpft. Nach der Visite an der Grenze traf der US-Vizepräsident mit Südkoreas kommissarischem Präsidenten Hwang Kyo-ahn zusammen.

Trumps Nationaler Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster sagte unterdessen, Washington arbeite wegen der Gefahr durch Nordkorea eng mit Peking zusammen. "Es gibt international Übereinstimmung, auch mit den Chinesen und der chinesischen Führung, dass diese Situation nicht weiter andauern darf", sagte er dem Sender ABC. Die USA seien sich mit Südkorea und Japan, aber auch mit China einig, dass "das Problem nun an einem kritischen Punkt angelangt" sei. Es sei "an der Zeit, dass wir alle erdenklichen Maßnahmen ergreifen - vor einer militärischen Option -, um das Problem friedlich zu lösen", sagte McMaster.



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