Proteste gegen Putin in Moskau

Umstrittene Wahl

Russland: Massenproteste gegen Putin

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Ex-Präsident Gorbatschow forderte Putin zum sofortigen Rücktritt auf.

Der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow hat den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin angesichts der jüngsten Massenproteste zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. "Ich würde Wladimir Wladimirowitsch (Putin) raten, jetzt abzutreten", sagte der Vater der Perestrojka.

Putin habe bereits zwei Amtszeiten als Präsident (2000-2008) und danach die Zeit als Regierungschef verbracht. "Das reicht", sagte Gorbatschow.

Gorbatschow zählte zu den Unterstützern der großen Protestkundgebung in Moskau am Samstag, an der nach Angaben der Organisatoren 120.000 Menschen und nach Angaben der Polizei 30.000 Menschen teilnahmen.

Bei Minusgraden und viel Schnee gingen landesweit Menschen bei friedlichen Kundgebungen auf die Straße. Bei einzelnen nicht genehmigten Protesten kam es zu Festnahmen, wie die Agentur Interfax meldete. Insgesamt waren nach Angaben der Behörden und unabhängigen Beobachter deutlich mehr Menschen auf der Straße als bei der Großkundgebung am 10. Dezember.

Der Kreml kündigte an, die von Präsident Dmitri Medwedew angekündigten politischen Reformen rasch umzusetzen. Die Duma solle die von Medwedew angekündigten Gesetze zur Belebung des politischen Wettbewerbs möglichst bald zustimmen, sagte Kremlsprecherin Natalia Timakowa angesichts der Proteste.

Die Opposition nannte die Vorschläge unzureichend. Im Moskauer Stadtzentrum gab es erstmals laute Rufe nach einem Führungswechsel. "Russland ohne Putin", rief der Kremlgegner und Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow. Die Demonstranten wiederholten im Chor die Forderung nach einem Rücktritt von Regierungschef Wladimir Putin.
 

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