Ukraine-Krieg

Schon 368.000 Ukrainer flüchteten vor Krieg

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Alleine in Polen kamen seit Beginn des Ukraine-Kriegs mehr als 200.000 Flüchtlinge an. 

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sind nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) etwa 368.000 Menschen auf der Flucht. Die Zahl basiere auf den Daten nationaler Behörden - und sie steige weiter, teilte das UNHCR am Sonntag über Twitter mit. Nach Angaben des polnischen Grenzschutzes kamen seit Beginn des Ukraine-Kriegs in Polen mehr als 200.000 Flüchtlinge an.

"Seit Mitternacht bis heute Morgen um 7.00 Uhr haben mehr als 28.000 Menschen die Grenze überquert", sagte eine Sprecherin des Grenzschutzes am Sonntag.

Video zum Thema: Ukraine: Mehr als 368.000 Menschen auf der Flucht (ENG)

Bis zu 30 Stunden Wartezeit

Besonders lange Schlangen von Flüchtlingen hätten sich auf der ukrainischen Seite an den Grenzübergängen in Medyka-Schehyni und Dorohusk gebildet, sagte die Sprecherin weiter. Dies liege daran, dass das Computersystem des ukrainischen Grenzschutzes gestört sei, zudem seien die Grenzer wegen der Kriegssituation personell ausgedünnt.

In Medyka-Schehyni mussten die Menschen auf der ukrainischen Seite bis zu 30 Stunden auf die Abfertigung warten, wie mehrere Flüchtlinge einer dpa-Reporterin berichteten. Die Sprecherin des polnischen Grenzschutzes sagte, man arbeite mit den ukrainischen Kollegen daran, das Verfahren zu beschleunigen. Von Polen aus brachten Freiwillige zudem humanitäre Hilfe für die Wartenden auf der ukrainischen Seite.

Am Samstag hatte das UNO-Nothilfebüro OCHA unter Berufung auf das Flüchtlingshilfswerk UNHCR berichtet, 160.000 Menschen seien Berichten zufolge innerhalb des Landes auf der Flucht - 116.000 zusätzliche Personen seien in Nachbarländer geflohen. Diese seien vor allem nach Polen gezogen, aber auch nach Moldau und Rumänien. Bis zum Sonntag erhöhte sich die Zahl der Flüchtlinge deutlich auf insgesamt 368.000 Menschen.

Die Behörden in der Ukraine befürchten bis zu fünf Millionen Flüchtende. Es könnte sich um eine der größten Flüchtlingskrisen der Gegenwart handeln, hatte die amerikanische UNO-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield am Mittwoch gewarnt. Unter Berufung auf den UNO-Menschenrechtsrat berichtete OCHA zudem davon, dass mindestens 64 Zivilisten bei den Kämpfen nach dem Einmarsch Russlands getötet wurden und über 170 verletzt worden seien.
 

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