Millionenschäden in Rom

Straßenschlachten

Millionenschäden in Rom

Die Behörden befürchten weitere Gewalt-Exzesse in den kommenden Tagen.

Nach den Straßenschlachten bei der Großdemonstration gegen die Macht der Finanzwelt, an der sich am Samstag 200.000 Menschen beteiligt haben, klagt Rom über Schäden in Millionenhöhe. Am Rande der größten Demonstration unter den weltweiten Kundgebungen gegen die Vorherrschaft der Banken beschädigten Randalierer Banken, Geschäfte und Hotels. Vermummte griffen Supermärkte an, schlugen Scheiben von Lokalen und Steuerämtern ein und zündeten mehrere Autos an, darunter auch Polizeifahrzeuge. Etwa 100 Vermummte steckten einen Anbau des Verteidigungsministeriums in Brand. "Rom hat ein Inferno erlebt. Wer wird für all dies zahlen?", fragte die Tageszeitung "Corriere della Sera".

Diashow: Diashow: Proteste gegen Berlusconi in Rom - BILDER

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    Am Sonntag setzten mehrere Aktivisten der Protestbewegung der "Empörten" ihre Demonstrationen fort. Sie übernachteten in Zelten vor der römischen Kirche von "Santa Croce in Gerusalemme". "Die Krawalle haben eine friedliche Demonstration ruiniert, bei der Hunderttausende Menschen gegen die Macht der Finanz protestieren wollten. Wir wollen aber nicht kapitulieren und weiter friedlich demonstrieren", sagte ein Sprecher der Bewegung.

    Angst vor weiteren Krawallen
    Vize-Innenminister Alfredo Mantovano warnte vor weiteren Krawallen in den kommenden Tagen. Oppositionsparteien verurteilten die Auseinandersetzungen und riefen die Regierung auf, im Parlament über die Vorfälle am Samstag zu berichten. "Rom hat einen Kriegstag erlebt. Wir wollen wissen, warum das zugelassen wurde", betonten Sprecher von Oppositionsparteien.

    70 Verletzte, Verwüstungen und zwölf Verhaftete ist die Bilanz der Ausschreitungen, die das Zentrum Roms ins Chaos stürzte. Der Platz vor der Lateranbasilika wurde zum Schlachtfeld. Hunderte Demonstranten bewarfen dort Polizeifahrzeuge und Einsatzkräfte mit Steinen, Flaschen und Rauchbomben. Ein Polizeiwagen wurde angezündet. Friedliche Demonstranten und auch Touristen gerieten bei den Ausschreitungen vielfach zwischen die Fronten.

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