Donau Bootsunglück Budapest Schiff Unfall

Mind. 7 Tote, viele vermisst

Todes-Drama auf Donau-Schiff

Touristenboot sank auf der Donau in Budapest. „Minimale Hoffnung“, Überlebende zu finden.

Die Katastrophe kam schnell, zu schnell für die 35 Passagiere des Ausflugsboots „Hableány“: Innerhalb von nur sieben Sekunden sank es im Dunkel der Nacht in Budapest auf den Grund der Donau, nachdem das wesentlich größere Flusskreuzfahrt-Schiff „Viking Sigyn“ es gerammt hatte. Bei dem Crash unter der Margaretenbrücke wurde die „Hableány“ so schwer beschädigt, dass sie unmittelbar danach unterging.

© APA/AFP
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10 Grad kalt

Mindestens ­sieben Mitglieder der Touristengruppe starben, 21 weitere Personen wurden am Donnerstagnachmittag noch immer vermisst. Schon am Morgen nach der Tragödie hatten die Rettungskräfte nur noch „minimale Hoffnung“, weitere Opfer lebend zu finden. Unmittelbar nach der Kata­strophe konnten sieben Menschen gerettet werden. Zivilisten von anderen Schiffen in der Nähe zogen sie aus dem 10 Grad kalten Wasser.

Insgesamt waren 30 Touristen aus Südkorea an Bord, dazu drei Reisebegleiter und zwei ungarische Besatzungsmitglieder. Österreich schickte 10 Taucher der Cobra-Sondereinheit nach Budapest, um bei der Suche zu helfen.

Absehbare Tragödie: Viele Schiffe kreuzen abends hier

Die Schiffe stießen um 21.05 Uhr zusammen. Laut Polizei sei das kleine Ausflugsschiff unter der Brücke vor das Kreuzfahrtschiff gebogen, wodurch beide zusammenstießen. Über die Nacht suchten Polizisten die ­Wasseroberfläche von den Donaubrücken nach Überlebenden ab. Die Menschen wurden vom Strom rasch abgetrieben. Lokalen Medien zufolge wurde ein Todesopfer nahe einer Autobahnbrücke weit im Süden Budapests gefunden.

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Kapitän festgenommen

„Man schließt menschliches Versagen nicht aus“, berichtete oe24.TV-Reporterin Tanja Pfaffeneder vom Ort der Katastrophe. Am Donnerstag wurde schließlich der Kapitän eines Donau-Kreuzfahrtschiffes festgenommen. Gegen den 64-jährigen Ukrainer sei nach einer Vernehmung Haftbefehl beantragt worden, erklärte die Polizei in Budapest am Donnerstagabend.

Wegen der prächtig beleuchteten Ufer-Architektur fahren in den Abendstunden besonders viele Ausflugsschiffe in Budapest auf die Donau. Ein Bootsmann: „In unseren Kreisen wurde schon öfter ­darüber geredet, dass das eigentlich sehr gefährlich ist.“

© Symbolbild (APA/AFP)
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