Nach Maduro-Sturz

Trump: "Kuba ist dem Zusammenbruch nahe"

Außenminister Rubio bezeichnet die Regierung in Havanna als "riesiges Problem". 

Bei dem US-Militäreinsatz in Venezuela sind Dutzende Menschen getötet worden. "Infolge des kriminellen Angriffs der US-Regierung" auf Venezuela seien "32 Kubaner bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen", erklärte die Regierung in Havanna am Sonntag (Ortszeit) im Staatsfernsehen. Caracas zufolge wurden außerdem Armeeangehörige und Zivilisten getötet. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf einen ranghohen venezolanischen Beamten von mehr als 80 Toten.

"Kuba dem Zusammenbruch nahe"

US-Präsident Donald Trump zufolge wurden keine US-Staatsbürger bei dem Militäreinsatz getötet, dafür jedoch "viele Kubaner". Nach der Festnahme Maduros stehe Kuba dem Zusammenbruch nahe, erklärte Trump vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Militärische Maßnahmen gegenüber dem wirtschaftlich geschwächten Land ziehe er nicht in Betracht. "Ich glaube nicht, dass wir etwas unternehmen müssen. Es sieht so aus, als würde es (Kuba) untergehen", sagte der US-Präsident.

Kuba und Venezuela sind enge Verbündete, beide von US-Wirtschaftssanktionen betroffen. Caracas unterstützte Kuba außerdem seit Jahrzehnten in wirtschaftlicher Hinsicht. Der US-Militäreinsatz wurde von Kuba und weiteren engen Verbündeten Maduros scharf verurteilt.

Kuba wird seit dem Sieg der Revolution 1959 autoritär regiert. Die Kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Andere Parteien sind auf der sozialistischen Karibikinsel nicht zugelassen. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind über 1.000 politische Gefangene in Haft. Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt - Schritte zu einer vorsichtigen Annäherung unter US-Präsident Barack Obama hat Trump wieder rückgängig gemacht.

Rubio: "Regierung in Kuba riesiges Problem"

US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Regierung in Kuba am Sonntag als "riesiges Problem". Das sagte er im US-Sender NBC News auf die Frage, ob nach dem US-Angriff auf Venezuela nun ein Einsatz gegen Kuba folgen werde. Zwar wolle er nicht über zukünftige Schritte der US-Regierung mit Blick auf Kuba sprechen. "Aber ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir keine großen Fans des kubanischen Regimes sind." Dieses habe Venezuelas entmachteten Staatschef Maduro unterstützt, sagte Rubio weiter.

In der Nacht zum Samstag hatten US-Streitkräfte bei einem groß angelegten Militäreinsatz Ziele in Venezuela angegriffen, den venezolanischen Staatschef Maduro und dessen Frau Cilia Flores gefangen genommen und in die USA gebracht. Maduro soll nun unter anderem wegen "Verschwörung zum Drogenterrorismus" und der Einfuhr von Kokain in die Vereinigten Staaten der Prozess gemacht werden.

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