Eskalation im Nahen Osten

Türkei setzt Angriffe auf Syrien fort

Militär setzte Vergeltungsangriff nahe der Grenze fort.

Die türkischen Streitkräfte haben nach einem tödlichen Granatenbeschuss aus Syrien Vergeltungsangriffe gestartet. "Dieser Angriff ist von unseren Streitkräften sofort erwidert worden", sagte Ministerpräsident Recet Tayyip Erdogan. Die türkischen Streitkräfte feuerten demnach "auf Ziele entlang der Grenze, die mit Radar identifiziert" worden waren.

Das türkische Militär setzte am Donnerstagmorgen den Vergeltungsangriff auf einen syrischen Militärstützpunkt nahe der Grenze fort. Ziel sei die Region um die Stadt Tel Abjad gewesen, die rund zehn Kilometer von der gemeinsamen Grenze entfernt liegt, hieß es in türkischen Sicherheitskreisen.

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Syrien GRAFIK
× Syrien GRAFIK

Mehrere Tote bei türkischem Angriff
In der Nacht auf Donnerstag seien mehrere Soldaten des syrischen Regimes getötet worden, berichtete die oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Die Soldaten nahe Tel Abyad stationiert gewesen, hieß es. Es gab keine Angaben darüber, wieviele Soldaten getötet wurden.

Eine Abstimmung im UNO-Sicherheitsrat über die von der Türkei geforderte Verurteilung der syrischen "Aggression" wurde inzwischen auf Donnerstag (16.00 Uhr MESZ) verschoben.

Fünf Tote in der Türkei
Durch den Einschlag syrischer Granaten waren in Akcakale nahe der syrisch-türkischen Grenze fünf Menschen getötet worden. Bürgermeister Abdülhakim Ayhan sagte, die Bevölkerung sei wütend, da immer wieder Geschosse nach Akcakale hineinflögen.

Die Türkei wird seit Wochen immer tiefer in den Syrien-Konflikt hineingezogen. Granaten, die am Mittwoch aus Syrien abgefeuert wurden, töteten eine Mutter und ihre vier Kinder. Nach Angaben des Nachrichtensenders CNN Türk, der sich auf lokale Behörden berief, wurden 13 weitere Menschen verletzt, darunter mehrere Polizisten. Fernsehsender zeigten Dorfbewohner, die in Panik über die Straßen rannten oder Deckung suchten.

Türkisches Parlament gibt grünes Licht für Syrien-Intervention
Die türkische Verfassung erlaubt Militäreinsätze im Ausland nur mit parlamentarischer Billigung. Das türkische Parlament hat der Regierung und der Armee am Donnerstag grünes Licht für eine militärische Intervention im Nachbarstaat Syrien gegeben. In nicht-öffentlicher Sitzung stimmten 286 Abgeordnete für das auf ein Jahr befristete Mandat für Auslandseinsätze, 92 dagegen, wie der Nachrichtensender CNN-Türk meldete. Laut einer Meldung des türkischen Senders NTV erhielt die Vorlage 320 Ja-Stimmen.

Syrien ruft zu Zurückhaltung auf

Syrien seinerseits rief nach dem türkischen Vergeltungsangriff zu Zurückhaltung auf. Es werde geprüft, woher die Mörsergranaten stammten, erklärte Informationsminister Omran Zoabi. Man respektiere die Souveränität der Nachbarländer. Zugleich aber müssten auch die Nachbarn die Souveränität Syriens respektieren und dafür sorgen, dass keine Terroristen nach Syrien eindringen könnten. Syrien wirft der Türkei vor, Aufständische in dem Land zu bewaffnen.

Russland fordert Entschuldigung von Syrien
Russland hat Syrien zu einer öffentlichen Entschuldigung aufgefordert. Die Regierung in Damaskus habe über diplomatische Kanäle ein "tragisches Missgeschick" eingeräumt, sagte Außenminister Sergej Lawrow. Syrien habe deutlich gemacht, dass solch ein Zwischenfall nie wieder vorkommen werde. "Wir finden es wichtig, dass Damaskus dies öffentlich bestätigt", sagte Lawrow.

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