Taliban Parade

Horror-Regime der Taliban

UN-Sicherheitsrat fordert Bekämpfung des Terrorismus

Frankreich verhandelt mit Taliban über Evakuierungsflüge. Obama reagiert erschüttert auf Anschlag von Kabul.

 Der UN-Sicherheitsrat fordert eine Bekämpfung des Terrorismus in Afghanistan. Das Land dürfe nicht dazu genutzt werden, um andere Staaten zu bedrohen oder anzugreifen, verlangte der Sicherheitsrat am Freitag. Zivilisten im Land müssten respektiert und eine Ausreise gesichert sein. Der Anschlag am Flughafen sei besonders abstoßend, da gezielt Zivilisten angegriffen worden seien.

Am Donnerstag wurden nach US-Angaben rund 12.500 Menschen aus Kabul ausgeflogen worden. Etwa 5000 seien am Nachmittag evakuiert worden. Zu diesem Zeitpunkt war es zu den Attentaten vor dem Flughafen gekommen. Insgesamt sind nach Zählung der US-Regierung seit dem 14. August 105.000 Menschen aus Afghanistan evakuiert worden.

Tagelange Verhandlungen

Die deutsche Bundeswehr lässt das Medivac-Flugzeug zur Versorgung und dem Ausflug von Verletzten 24 Stunden länger als geplant in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Das teilt eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums mit. Grund sei, dass man abwarten wolle, ob man die US-Streitkräfte nach den Anschlägen in Kabul noch unterstützen könne.

Frankreich verhandelt seit Tagen mit den Taliban über die Evakuierung. Es gebe Kontakte, um die Ausreise von Menschen zu erleichtern, bestätigte das französische Außenministerium. Frankreich will die Flüge über Freitagabend hinaus fortsetzen.

Italien evakuiert nicht mehr

Italien schließt den Rettungseinsatz für seine Staatsbürger und afghanische Ortskräfte ab. Das letzte Flugzeug sei vom Flughafen Kabul gestartet, gab der italienische Außenminister Luigi di Maio bekannt. Nach Regierungsangaben wurden insgesamt mehr als 4800 Afghanen ausgeflogen.

Schweden hat bereits den Einsatz zur Rettung Schutzsuchender beendet. "Alles in allem hat das Außenministerium rund 1100 Menschen evakuiert", sagte Ressortchefin Ann Linde bei einer Pressekonferenz. "Alle Ortskräfte der Botschaft und ihre Familienangehörigen sind evakuiert worden." Inzwischen gab auch die Schweiz den Abschluss der Evakuierungen bekannt. Es seien 387 Menschen außer Landes gebracht worden.

Evakuierung wird schwieriger

Angesichts der Terrorgefahr und der zu Ende gehenden Evakuierungsflüge wird eine Evakuierung der Österreicher aus Afghanistan immer schwieriger. Mehr als hundert Menschen sind nach Angaben des Außenministeriums vom Freitag bisher mit österreichischer Unterstützung aus Afghanistan außer Landes in Sicherheit gebracht worden. Zum Teil sei dies auch über den Landweg erfolgt, hieß es am Freitag gegenüber der APA. Derzeit seien "noch einige Dutzend" österreichische Staatsbürger mit afghanischen Wurzeln in und um Kabul.

Die Zahl der bei dem Anschlag am Flughafen Kabul ums Leben gekommenen Menschen stieg weiter. Afghanische Gesundheitsbehörden sprachen jetzt von 79 getöteten Einheimischen, nachdem zuletzt von 72 Toten die Rede war. Da zudem 13 US-Soldaten starben, stieg die Gesamtzahl der Opfer nun auf mindestens 92.

Der frühere US-Präsident Barack Obama zeigte sich erschüttert auf den verheerenden Anschlag außerhalb des Flughafens von Kabul. Als Präsident sei nichts schmerzvoller gewesen, als mit Angehörigen von getöteten Soldaten zu trauern, erklärte Obama am Freitag in einer schriftlichen Stellungnahme. Seine Frau Michelle und er trauerten nun mit den Familien jener "Helden", die am Donnerstag umgekommen seien. Ihre Gedanken seien auch bei den Familien der Afghanen, die bei der Attacke gestorben seien.
 



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