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Griechen sagen nein - EU wartet auf neue Ideen

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Griechischer Finanzminister schmeißt hin.

Zwei Tage nach dem Referendum in Griechenland kommen Spitzenpolitiker der 19 Eurostaaten in Brüssel zusammen, um Auswege aus der zugespitzten Schuldenkrise zu suchen. Zunächst wollen die Euro-Finanzminister am Dienstag (13.00 Uhr) beraten, ob mit Athen über ein neues Hilfsprogramm verhandelt werden kann.

Griechenland: So geht es jetzt weiter 1/5
Dienstag, 7. Juli:
  • EU-Ratspräsident Donald Tusk hat für 18.00 Uhr zu einem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der 19 Euro-Länder in Brüssel eingeladen. Zur Vorbereitung soll es am selben Tag ein Treffen der Euro-Finanzminister geben.
  • Donald Tusk will im Straßburger Europaparlament über die Situation im Euro-Krisenland sprechen.
  • Frühestens am Dienstag könnten Griechenlands Banken und die Börse in Athen wieder öffnen.
 


Diplomaten erwarten in der Eurogruppe wegen zahlreicher Widerstände schwierige Gespräche. Entscheidend sei, welche neuen Vorschläge Athen auf den Tisch lege.

Neuer Finanzminister
Der bisherige griechische Vize-Außenminister Euklides (Efklidis) Tsakalotos wird neuer Finanzminister seines Landes. Dies teilte die griechische Regierung am Montag nach dem Rücktritt des bisherigen Finanzministers Yanis Varoufakis mit.

Der 55-jährige Syriza-Politiker werde noch am Montagabend vereidigt, teilte die griechische Präsidentschaft in Athen mit. Er werde am Dienstag seinen ersten Auftritt als Finanzminister in Brüssel bei der Tagung der Eurogruppe haben, hieß es aus Regierungskreisen weiter.

Für Österreichs Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) ist das Ergebnis des griechischen Referendums ein "gefährlicher Pyrrhussieg". Er hoffe, dass die Verantwortlichen nun einen konstruktiven Austausch mit der EU suchen. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) mahnte am Montag Maßnahmen gegen soziale Spannungen ein.

Referendum
Mit einer überraschend deutlichen Mehrheit haben die Griechen per Volksabstimmung die Sparvorgaben der internationalen Gläubiger abgeschmettert. Nach Auszählung von fast 80 Prozent der abgegebenen Wahlzettel stimmten gut 61 Prozent mit "Nein" und unterstützten damit den Konfrontationskurs von Ministerpräsident Alexis Tspiras.

Nur knapp 39 Prozent sprachen sich am Sonntag dafür aus, unter den Konditionen der Geldgeber weiter zu verhandeln, wie das Athener Innenministerium am Sonntag mitteilte.

Auf der nächsten Seite der große Grexit-Ticker zum Nachlesen!


 22:00

Dijsselbloem: Griechenland muss mit Vorschlag kommen

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat Griechenland dringend aufgefordert, konstruktive Vorschläge zur Lösung der Finanzkrise vorzulegen. Ohne ein klares Reformpaket sei ein Verbleib Griechenlands in der Eurozone "sehr fraglich", betonte der niederländische Finanzminister am Montagabend im niederländischen Parlament.

 21:28

Der neue griechische Finanzminister Euklides Tsakalotos hat sich für eine Fortsetzung der Verhandlungen Athens mit seinen Gläubigern ausgesprochen. "Ich denke, dass sich etwas in Europa ändern kann", sagte der 55-Jährige kurz nach seiner Ernennung am Montagabend in Athen. Die Griechen hätten bei dem Referendum am Sonntag deutlich gemacht, dass sie "Besseres verdient haben" und eine "nicht-lebensfähige Lösung nicht akzeptieren" könnten.

 20:55

Europas Leitbörsen schließen einheitlich tiefrot

Die europäischen Leitbörsen sind am Montag nach einer zwischenzeitlichen Erholungsrally vor Schluss wieder deutlicher in die Verlustzone gerutscht. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um klare 76,56 Einheiten oder 2,22 Prozent auf 3.365,20 Zähler.

 20:03

EZB hält Hellas-Notkredite unverändert aufrecht

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Notkredite für griechische Banken auf dem aktuellen Stand von knapp 90 Milliarden Euro. Das teilte die Notenbank nach Beratungen des EZB-Rates am Montagabend in Frankfurt mit.

 19:58

Merkel und Hollande drängen Tsipras zu "präzisen" Vorschlägen

Nach dem Referendum in Griechenland hat Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel vom griechischen Regierungschef Alexis Tsipras rasche und "präzise" Vorschläge zum Umgang mit der Schuldenkrise gefordert. "Wir sagen sehr deutlich, dass die Tür für Gespräche offen bleibt", sagte Merkel.

 19:48

Der Euroskeptiker und tschechische Ex-Präsident Vaclav Klaus hat das Nein der Griechen zu den Sparvorgaben als "Ohrfeige für die europäische Nomenklatura" bezeichnet. Das Referendum, aus dem Ministerpräsident Alexis Tsipras gestärkt hervorgehe, habe aber nichts gelöst, kritisierte der 74-Jährige am Montag.

 19:00

EZB hält mehr Hellas-Notkredite bis Mittwoch für unnötig

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält laut Informationen aus Kreisen eine größere finanzielle Unterstützung des griechischen Bankensystems vorerst für unnötig. Die Banken könnten bis Mittwoch ohne zusätzliche Notfallkredite (ELA) überleben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag und beruft sich auf mit dem Vorgang vertraute Personen.

 18:36

Faymann kann Athens Strategie nicht erkennen

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) sieht nach dem Referendum in Griechenland große Herausforderungen auf die Regierung in Athen zukommen. "Ich kann die Strategie nicht erkennen, hoffe aber, dass die griechische Regierung etwas vorschlägt, das den Ausdruck 'Strategie'‘ rechtfertigt, so der Bundeskanzler. Humanitäre Hilfen seien jedenfalls vorzubereiten. "Lieber wäre mir eine Wirtschaft, wo nicht die Ärmsten draufzahlen", betonte Faymann.

 18:13

Banken bleiben auch Dienstag und Mittwoch zu

Die griechischen Banken sollen nach einem Medienbericht für zumindest zwei weitere Tage bis Mittwochabend geschlossen bleiben. Die Regierung in Athen habe entsprechende Pläne mit den Banken des Landes abgesprochen, berichtete der staatliche Rundfunksender ERT am Montag unter Berufung auf Kreise des Finanzministeriums. Am späten Abend solle dazu ein Ministerialerlass veröffentlicht werden, hieß es.

 18:01

Alle Informationen über den neuen griechichschen Finanzminister: Das ist Euklides Tsakalotos

 17:39

Tsakalotos als neuer Finanziminister

Euklid (Efklidis) Tsakalotos wird neuer griechischer Finanzminister. Dies erklärte das Präsidialamt in Athen am Montag. Tsakalotos war zuletzt Chefunterhändler in den Gesprächen mit den Gläubigern und löst damit Yanis Varoufakis ab, der kurz zuvor zurückgetreten war.

 17:23

Hellas-Krise trifft auch Balkanstaaten

Die Griechenland-Krise wirkt sich zunehmend auch auf die Balkanstaaten aus. Der bulgarische Wirtschaftsminister Boschidar Lukarski sagte am Montag in Sofia, er befürchte wegen der zusammenbrechenden Wirtschaft des Euro-Landes einen Rückschlag für den bilateralen Handel mit dem Nachbarland.

 16:52

ÖGB-Chef kritisiert Sparpolitik

ÖGB-Präsident Erich Foglar hat die von den Gläubigern Griechenlands verlangte Sparpolitik in einer Aussendung kritisiert. Dennoch fordert er die griechische Regierung dazu auf mit neuen Vorschlägen weiter zu verhandeln. Die globalisierungskritische Organisation Attac begrüßte unterdessen das "Nein" beim gestrigen Referendum.

 16:45

IWF wird Griechenland notfalls helfen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) beobachtet die Lage in Griechenland aufmerksam, sagt IWF-Chefin Christine Lagarde. "Wir stehen bereit Griechenland zu helfen, falls wir darum gebeten werden", erklärte Lagarde am Montag.

 16:23

Opposition stellt sich hinter Tsipras

Griechische Oppositionsparteien haben Ministerpräsident Alexis Tsipras für die anstehenden Verhandlungen mit den Geldgebern den Rücken gestärkt. Wie Verteidigungsminister Panos Kammenos am Montag mitteilte, verständigten sich die Vorsitzenden fast aller Oppositionsparteien auf eine gemeinsame Haltung mit der Regierung.

 16:14

Varoufakis will Tsakalotos als Nachfolger

Der nach dem Sieg der Regierung beim griechischen Volksentscheid am Montag überraschend zurückgetretene Finanzminister Giannis Varoufakis hofft, dass der stellvertretende Außenminister Evklidis Tsakalotos sein Nachfolger wird.

Tsakalotos.jpg © APA

(c) APA

 16:09

Video: Griechen sind über Varoufakis Rücktritt traurig

Video zum Thema Griechen traurig über Varoufakis Rücktritt

Es tut uns leid. Dieses Video ist nicht mehr verfügbar.

 15:58

Gabriel: Der Ball liegt jetzt in Athen

Der deutsche SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) hat sich für neue Verhandlungen mit Griechenland ausgesprochen, für die auf griechischer Seite aber zunächst die Voraussetzungen geschaffen werden müssten. "Der Ball liegt jetzt in Athen", sagte Gabriel am Montag in Berlin nach einer Sitzung des Parteipräsidiums.

Die griechische Regierung müsse nun schnell "ein substanzielles Angebot machen, das über ihre bisherigen Angebote hinausgeht" und "den Interessen der übrigen 18 Euro-Staaten gerecht wird".

 15:44

Banken sollen noch Tage zu bleiben

Die Geldhäuser in Griechenland bleiben laut Bankern vorerst weiter dicht. Per Dekret werde die Regierung im Laufe des Tages die zunächst bis Montag angeordnete Schließung um mindestens einige Tage verlängern, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag von Vertretern der Finanzbranche, die anonym bleiben wollten. "Bis Freitag oder nächsten Montag", sagte einer der Banker.

 15:42

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 15:31

Rausschmiss geht nicht

Ein Rausschmiss Griechenlands aus der Eurozone ist nicht möglich. Die Verträge sehen die Unwiderruflichkeit der Mitgliedschaft nach einem Beitritt in der Währungsunion vor. Änderungen sind nur einstimmig möglich - das heißt, ohne Griechenland geht gar nichts. Und die Athener Regierung hat mehrmals klargemacht, dass sie im Euro bleiben will.

 15:24

Grexit dürfte Euro eher helfen

Großanleger sehen im möglichen Euro-Abschied Griechenlands eher eine Stärkung der Gemeinschaftswährung. "Es ist erstaunlich, wie unglaublich stabil der Euro ist", sagte der Leiter Investmentstrategie von Sal. Oppenheim, Lars Edler, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

"Es ist kein Crash zu sehen. Das ist ein Zeichen der Stärke", sagte er mit Blick auf den nur geringen Kursverlust nach dem "Nein" im Griechenland-Referendum. Der Markt sehe Griechenland inzwischen nicht mehr als Spielverderber für den Euro. "Ein Grexit könnte die Euro-Zone sogar eher stärken", sagte Edler, der über die Anlage von rund 46 Mrd. Euro maßgeblich entscheidet. "Dieses Gefühl vermittelt der Markt."

 15:14

So verließ Varoufakis heute das Finanzministerium, nachdem er zuvor seinen Rücktritt verkündet hatte.

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(c) APA. Das Bild zeigt Varoufakis mit seiner Frau Danai.

 15:06

"Existenzbedrohung" für EU-Integration

Die Experten vom European Policy Centre (EPC) - einer Brüsseler Denkfabrik - sehen in dem Konflikt zwischen Griechenland und seinen Gläubigern eine Gefahr für die EU. "Ein Deal sollte gemacht werden, weil die Alternative zu kostspielig ist", schreiben Fabian Zuleeg und Janis Emmanouilidis am Montag in einer Analyse.

Es sei bereits viel Schaden verursacht, erklärten beide. Es müsse sichergestellt werden, dass sich ein solcher Fall nicht wiederhole. "Die europäische Integration sieht sich einer Existenzbedrohung gegenüber, mit Fragmentierung, Euroskeptizismus und zunehmendem Misstrauen."

 14:47

Tsipras telefonierte mit Merkel

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras haben am Montagmorgen nach Angaben aus Athen miteinander telefoniert. Man sei sich einig gewesen, dass Tsipras Vorschläge auf dem von der Kanzlerin angeregten Sondergipfel der Eurozone am Dienstag in Brüssel vorlegen solle, hieß es in griechischen Regierungskreisen weiter.

 14:41

In Tourismusgebieten läuft alles normal weiter

Den geschlossenen Banken zum Trotz läuft das Leben in den griechischen Tourismusgebieten ohne Probleme weiter. "Es ist so normal, dass es unheimlich ist", sagte die Schauspielerin Evgenia Stavropoulou-Traska, die in Wien arbeitet und derzeit in Rhodos auf Urlaub ist, am Montag der APA.

 14:35

S&P: Grexit wahrscheinlich

Ein Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone (Grexit) ist jetzt wahrscheinlicher als ein Verbleiben, erklärt die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Bisher sei aber zu erwarten, dass die Griechenland-Krise keine direkten Auswirkungen auf die Ratings südosteuropäischer Länder wie Bulgarien, Albanien oder Mazedonien habe.

 14:24

Griechenland: So geht es jetzt weiter 1/5
Dienstag, 7. Juli:
  • EU-Ratspräsident Donald Tusk hat für 18.00 Uhr zu einem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der 19 Euro-Länder in Brüssel eingeladen. Zur Vorbereitung soll es am selben Tag ein Treffen der Euro-Finanzminister geben.
  • Donald Tusk will im Straßburger Europaparlament über die Situation im Euro-Krisenland sprechen.
  • Frühestens am Dienstag könnten Griechenlands Banken und die Börse in Athen wieder öffnen.
 
Freitag, 10. Juli:
  • Griechische Staatspapiere mit kurzen Laufzeiten (T-Bills) in Höhe von 2 Milliarden Euro werden fällig und müssten durch neue abgelöst werden. Dieser Termin ist vor allem für das Urteil der Ratingagenturen wichtig.
 
13. Juli:
  • Athen muss eine weitere Rate von knapp 500 Millionen Euro an den IWF zurückzahlen.
17. Juli:
  • Weitere T-Bills in Höhe von einer Milliarde Euro werden fällig.
20. Juli:
  • Athen muss insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank zurückzahlen. Sollte diese Zahlung ausfallen, dürfte es der EZB laut Experten kaum noch möglich sein, weiter Ela-Kredite an griechische Banken zu vergeben.

 14:15

Zwei-Jahresrenditen auf Höchststand

Die Zwei-Jahresrenditen für Griechenland sind nach dem Referendums-Nein vom Sonntag innerhalb weniger Stunden am Montag auf den höchsten Stand seit September 2012 gerast. Hatten sie bei Eröffnung des Handels noch 35,248 Prozent betragen, kletterten sie bis kurz nach Mittag auf 49,423 Prozent.

 14:10

Kurz: "Gefährlicher Pyrrhussieg"

Für Österreichs Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) ist das Ergebnis des griechischen Referendums, das klare Nein zu den Spar-und Reformvorschlägen der Gläubiger, ein "gefährlicher Pyrrhussieg". Er hoffe, dass die Verantwortlichen nun ein konstruktiven Austausch mit der EU suchen. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) mahnte am Montag Maßnahmen gegen soziale Spannungen ein.

 14:03

Ölpreise auf Rekordtief

Die Ölpreise sind am Montag stark gesunken. Nach einem deutlichen Rückgang in der Früh fiel der Kurs am Vormittag weiter. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete mittags 58,95 US-Dollar (53,1 Euro), um 1,37 US-Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel noch stärker um 2,44 Dollar auf 54,50 Dollar.

 14:00

Putin sichert Griechen Unterstützung zu

 13:55

ÖGB-Präsident Erich Foglar spricht von humanitärer Krise

"Die strikten Auflagen der Troika (VertreterInnen der Europäischen Zentralbank, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Kommission) haben wesentlich zu der humanitären Katastrophe beigetragen, die wir jetzt in Griechenland beobachten können. Fast drei Millionen Menschen haben keine Krankenversicherung. Ein Drittel der Bevölkerung lebt in Armut und wurde seiner sozialen Sicherheit beraubt. Die Bedingungen, unter denen die finanziellen Hilfen für Griechenland gewährt werden sollten, haben die Bezeichnung »Reform« keinesfalls verdient."

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(c)TZ Oesterreich Lisi Niesner

 13:36

Dijsselbloem: Keine rasche Lösung

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sieht nach dem Nein der Griechen zu den Sparvorgaben der Gläubiger keine rasche Lösung im Schuldenstreit mit Athen. Nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP sagte Dijsselbloem am Montag, das Ergebnis des Referendums mache eine Lösung "noch schwieriger".

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(c) AFP

Dijsselbloem bekräftigte, dass schwierige Maßnahmen nötig seien, um die griechische Wirtschaft wieder auf die Beine zu bringen. "Leichte Lösungen gibt es nicht."Die Griechen wollten in der Eurozone bleiben, "das ist auch mein Ziel", so der Eurogruppenchef und niederländische Finanzminister. "Aber, ob es gelingt, werden wir sehen."

 13:32

Gysi: "Einen Grexit können wir uns nicht leisten"

Nach dem Nein der Griechen zum Reform-und Sparprogramm der Kreditgeber fordert der deutsche Linksfraktionschef Gregor Gysi Kanzlerin Angela Merkel zu einer Lösung der Schuldenkrise Athens auf. "Jetzt steht die Bundeskanzlerin in der Verantwortung, so schnell wie möglich einen Kompromiss zu finden. Einen Grexit können wir uns nicht leisten", sagte Gysi der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

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(c) Reuters

Die Strategie der deutschen Regierung, die linke Regierung in Griechenland zu stürzen, sei nicht aufgegangen. Ein Kompromiss könnte Gysis Ansicht nach eine Zinssenkung für Kredite und eine befristete Stundung von Schulden sein. Er verwies auf Erleichterungen für Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. Deutschland habe seine Schulden erst nach 92 Jahren - reduziert durch Schuldenschnitte - zurückgezahlt. Gysi forderte außerdem eine internationale Schuldenkonferenz, damit auch Länder wie Irland, Spanien und Portugal stärker berücksichtigt würden.

 13:18

Auch mit EZB-Chef Draghi gab es ein Telefonat

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat nach dem für ihn siegreichen Volksentscheid mit dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, gesprochen. Wie aus Athener Regierungskreisen verlautete, telefonierte Tsipras am Montag auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos telefonierte demnach mit seinem französischen Kollegen Francois Hollande.

Die Teilnehmer an dem Referendum hatten sich am Sonntag mit gut 61 Prozent gegen das von der Europäischen Union, der EZB und dem Internationalem Währungsfonds vorgeschlagene jüngste Kürzungsprogramm für Griechenland ausgesprochen. Mit diesem deutlichen Nein im Rücken fordert Tsipras umgehende Verhandlungen über die Schuldenlast und strebt nach bisherigen Angaben einen Schuldenerlass von 30 Prozent an.

 13:12

Tsipras telefoniert mit Putin

Laut Informationen der Bild telefoniert Tsipras in diesem Moment mit Putin. Über den Inhalt des Gesprächs gibt es keine Information. putin_tsipras.jpg © Reuters

(c) Reuters

 13:05

Griechische Kredite und Schulden

 13:02

Kurz und bündig: Heimische Politik zu Griechenland

SPÖ-Schieder: "Kann Griechen emotional verstehen"

FPÖ: "Jetzt Österreicher befragen"

Grüne: "Schulden auf 50 Jahre strecken"

NEOS: "Geordnete Insolvenz"

 13:00

Mögliche Verluste bei Griechenland-Pleite

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 12:50

Schelling hofft nach Varoufakis auf besseres Klima

Finanzminister Hans Jörg Schelling ist vom Ergebnis des griechischen Referendums nicht überrascht. Die Griechen selbst hätten die Tragweite ihrer Entscheidung aber "möglicherweise nicht richtig eingeschätzt". Nach dem Rücktritt des griechischen Finanzministers Yannis Varoufakis hofft Schelling, wie er im Ö1-Mittagsjournal sagte, auf ein künftig besseres Gesprächsklima.

Es sei schwer zu beurteilen, ob das Referendumsergebnis nun eher ein weg von Europa oder eine bald konstruktivere Zusammenarbeit bedeute. Das Ergebnis sei "natürlich zu respektieren".

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(c) APA

 12:43

Vizepräsident der EU-Kommission: "Griechenland ist und bleibt in der EU"

Die Kluft zwischen Griechenland und dem Rest der Eurozone "hat sich vergrößert", erklärte der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, am Montag in Brüssel. Es gebe "keinen einfachen Ausweg aus der Krise", zu viel Zeit und Chancen seien verloren gegangen. Jedenfalls "eines ist klar, der Platz Griechenlands ist und bleibt in der EU", so Dombrovskis.

 12:34

Nowotny: Undenkbar, Banken lange gesperrt zu lassen

Für den Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und EZB-Rat Ewald Nowotny wäre es "extrem problematisch" und sogar "undenkbar, über einen langen Zeitraum hinweg die Banken zu schließen", wie er am Montag zur APA sagte.

Denn, so Nowotny, die Kreditversorgung der Wirtschaft entspreche dem Blutkreislauf einer Volkswirtschaft. Bekomme ein Unternehmen keinen Kredit, um Produktionsmittel einzukaufen, werde die Produktion zum Stillstand kommen. Die Banken spielten auch bei der Finanzierung von Importen eine ganz wesentliche Rolle. Abgesehen hat Nowotny große Sorgen um die griechische Bevölkerung, die ja seit einer Woche vor verschlossenen Banktüren steht und nur beschränkt Bargeld abheben kann.

 12:28

Schelling bleibt pessimistisch

Finanzminister Schelling sieht indessen wenig Spielraum für Verhandlungen mit Griechenland.

 12:27

Dombrovskis: Kluft mit Eurozone vergrößert

 12:25

Iglesias: "In Griechenland hat die Demokratie gewonnen"

Die linke Protestpartei Podemos (Wir können) in Spanien feiert das Nein der Griechen zu den Sparvorschlägen der internationalen Geldgeber als großen Erfolg. "Heute hat in Griechenland die Demokratie gewonnen", erklärte Podemos-Chef Pablo Iglesias am Sonntagabend, nachdem mehr als 61 Prozent der Griechen die Sparforderungen der internationalen Gläubiger in einem Referendum abgelehnt hatten.

 12:21

Erste-Analyst rechnet mit Gutscheinen als Parallelgeld

Der Chefvolkswirt des Erste Asset Managements, Gerhard Winzer, rechnet nach dem Referendum in Griechenland fix mit der Einführung einer Parallelwährung. Die Regierung werde ihre Ausgaben bald mit Gutscheinen bestreiten. "Das ist dann de facto eine Parallelwährung zum Euro, die aber ziemlich rasch an Wert verlieren wird, wenn sie nicht im Verhältnis 1:1 in Euro getauscht werden kann", so Winzer.

Griechenland habe sich "de facto gestern von der Eurozone verabschiedet", erklärte Winzer in einem Analystenkommentar am Montag zum Referendum am Vortag. Formal werde Griechenland aber auf absehbare Zeit Teil der Eurozone bleiben.

 12:18

Dombrovskis gibt Pressekonferenz

 12:11

Prodi: "USA und China befürchten eine Euro-Explosion"

Der frühere EU-Kommissionspräsident Romano Prodi ist der Ansicht, dass sich nach dem griechischen Referendum in Europa alles ändern wird. "Die EU wird nicht dieselbe sein. Doch eine externe Kraft wird wieder einmal Europa retten. Die USA und China befürchten eine Explosion", betonte Prodi im Interview mit der Turiner Tageszeitung "La Stampa".

"USA und China befürchten, dass eine schrittweise Auflösung des Euro einen neuen Wirbel im gesamten wirtschaftlichen und politischen Weltsystem verursachen würde.

 11:49

NEOS-Chef Strolz zu Griechenland

"Man kann sich nicht über Volksabstimmungen von Schulden freiwählen - das muss auch die griechische Regierung verstehen. Trotz des Neins der Griechen ist eines klar: Es braucht eine geordnete Insolvenz, einen Schuldenschnitt. Und die Gläubiger werden dabei kräftig mitreden. Europäische Solidarität ja - aber nur im Austausch gegen echte, strukturelle Reformen".

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(c) APA

 11:44

Berlin: Keine Grundlage für Verhandlungen

Die deutsche Regierung sieht nach dem "Nein" der Griechen in dem Referendum vom Sonntag derzeit keine Grundlage für Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm. "Zur Zeit" seien die Voraussetzungen dafür nicht gegeben, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die Regierung bleibe aber gesprächsbereit, fügte er hinzu.

 11:40

Deutschland lässt wissen: "Die Griechen sind jetzt am Zug"

 11:32

Grexit wird immer wahrscheinlicher

Für den Chefanalysten der Raiffeisenbank Bank International (RBI), Peter Brezinschek, ist nach dem "Nein" beim griechischen Referendum am Sonntag die Wahrscheinlichkeit für ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurzone in den nächsten Monaten auf über 50 Prozent gestiegen. Das "Basisszenario" sei nun, dass Griechenland die Währungsunion via einer Parallelwährung verlässt.

"Ich glaube gar nicht, dass es der Wille der Regierung Tsipras ist im Euro zu bleiben", sagte Brezinschek am Montag im APA-Gespräch. Die griechische Bevölkerung hat sich in Umfragen bisher aber klar für die Beibehaltung des Euros ausgesprochen.

 11:29

Spanien signalisiert Hilfsbereitschaft

Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket werden zumindest in Aussicht gestellt.

 11:18

Eurogruppe berät am Dienstag ab 13.00 Uhr

Nach dem Nein der Griechen zu den Sparvorgaben der Gläubiger kommen die Euro-Finanzminister am morgigen Dienstag um 13.00 Uhr in Brüssel zusammen. Dies teilte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem am Montag auf Twitter mit.

Die Euro-Finanzminister beraten über den Schuldenstreit mit Griechenland unmittelbar vor einem Euro-Sondergipfel. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone in Brüssel ist für den morgigen Dienstagabend um 18.00 Uhr anberaumt.

 11:17

Grexit würde uns teuer kommen

Nach dem klaren Nein der Griechen zu den Spar-und Reformvorschlägen der Gläubiger ist nach Einschätzung vieler Ökonomen die Wahrscheinlichkeit eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone ("Grexit") deutlich gestiegen. Im Falle eines Konkurses des griechischen Staates und der griechischen Banken würden sich die Maximalverluste für Österreich bereits auf knapp 10 Mrd. Euro summieren.

 10:41

EU-Kommissionsvize mit Pressekonferenz zu Mittag

 10:38

"Jetzt, wo er gefordert ist Lösungen zu bringen, verlässt er das Schiff"

Als "schäbig" hat der Linzer Volkswirtsschafter Friedrich Schneider den Rücktritt des griechischen Finanzministers Yannis Varoufakis zum jetzigen Zeitpunkt bezeichnet. "Jetzt, wo er gefordert ist Lösungen zu bringen, verlässt er das Schiff", kritisierte Schneider im APA-Gespräch. Es könne sich auch um eine Taktik Griechenlands handeln, damit die EZB zumindest vorerst weiter Geld bereitstellt.

Varoufakis © AFP

(c) AFP

Varoufakis habe sich weit hinausgelehnt, andere beschimpft und aggressiv behandelt - jetzt sage er plötzlich 'adieu', und das sei "schäbig". Die griechische Regierung müsse endlich Lösungen bringen. "Europa hat Griechenland nie im Stich gelassen. Jetzt ist Griechenland dran. Es kann nicht sein, dass dem Land alle Schulden erlassen werden, es nochmals kräftig Geld bekommt. Sich jetzt, nach dem Nein beim Referendum abzuputzen und zu sagen, 'zahlt' - das geht nicht", sagte Schneider.

 10:32

Sitzung ist im Gange

Tagung der griechischen Regierung.

201507069821.jpg © REUTERS

(c)REUTERS

 10:29

Bankenaktien vor allem in Italien stark unter Druck

Die Mailänder Börse hat am Montagvormittag mit schweren Kursverlusten auf das Ergebnis des griechischen Referendums reagiert. Zur Eröffnung meldete die Borsa Italiana einen Rückgang von fast drei Prozent. Vor allem Bankenaktien gerieten unter Druck.

Die Bank Austria-Mutter UniCredit meldete Kurseinbrüche von 3,9 Prozent, der Mitbewerber Intesa Sanpaolo von 3,5 Prozent. Die Krisenbank Monte Paschi di Siena verzeichnete einen Rückgang von fünf Prozent und wurde vorübergehend vom Handel ausgesetzt.

 10:02

ATX schlittert ins Minus

Die Wiener Börse hat am Montag nach dem Referendum in Griechenland klar schwächer tendiert. Der ATX wurde gegen 9.45 Uhr mit 2.398,58 Punkten nach 2.433,24 Einheiten am Freitag errechnet, das ist ein Minus von 34,66 Punkten bzw. 1,42 Prozent.

Nachdem das griechische Referendum zu den Reformvorschlägen der Gläubigerseite am Sonntag mit einem klaren "Nein" geendet hatte, waren Kursverluste an den Aktienmärkten bereits erwartet worden. Im Vergleich zur Vorwoche, als das Referendum angekündigt worden war, hielten sie sich jedoch in Grenzen. Auch in Japan hatte der Nikkei-225 mit einem Minus von 2,08 Prozent höhere Kursverluste eingefahren.

 09:59

Italien sieht "keine Ansteckungsgefahr"

Nach dem "Nein" bei dem Referendum über die Sparpolitik in Griechenland befürchtet die italienische Regierung selbst bei einem greichischen Bankrott keine Ansteckungsgefahr. "Unser System ist solide. Italien zählt jedoch zu den Ländern, die Griechenland viel Geld geliehen haben, daher würde uns Griechenlands Bankrott betreffen", erklärte Außenminister Paolo Gentiloni in einem Interview am Montag.

"Italien hat Interesse, zu vermitteln. Eine Einigung ist nicht einfach. Ein Teil der EU-Mitglieder meint, man muss sich an die Regeln halten. Politik muss über den Regeln stehen. Das politische Ziel ist, eine Einigung zu finden", so Gentiloni. Ein Europa ohne Griechenland sei unvorstellbar, meinte der Minister. Für die Griechenland-Krise müsse man jedoch jetzt eine politische und keine technische Lösung finden.

 09:51

Schweizer fürchten um Franken

Der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann fürchtet, dass sich nach dem "Nein" der Griechen zum Sparkurs der Gläubiger der Druck auf den Franken erhöhen könnte. In der aktuell schwierigen Situation stützt er sich auf die Schweizerische Nationalbank (SNB), wie er der Westschweizer Zeitung "Le Temps" am Montag sagte.

Euromünze Frankenmünze Euro Franken EUR CHF SFR © dpa / Patrick Seeger

(c) dpa / Patrick Seeger

Doch die SNB sei unabhängig und entscheide selbstständig, ob und wann weitere Deviseninterventionen angebracht seien. Die Eurozone befinde sich aktuell in einer kritischen Situation. Umso wichtiger sei die Diversifizierung der Schweizer Exportmärkte, so der Schweizer Wirtschaftsminister.

Den Ausgang des Referendums hat Ammann "zur Kenntnis genommen".

Nach dem Volksentscheid in Griechenland hatte der Euro am Sonntagabend zunächst schlagartig auf 1,0366 Franken abgewertet. In der Nacht auf Montag erholte sich der Kurs aber. Um 9.30 Uhr notierte der Euro bei 1,0430 Franken.

 09:41

FPÖ meldet sich zu Wort

In einer Presseaussendung meldete sich Harald Vilimsky von den Freiheitlichen zum Thema Griechenland zu Wort und fordert wenig überraschend den Grexit: "Die Griechen haben sich entschieden. Jetzt ist es Zeit, ihren Abschied aus dem Euro einzuleiten - und zwar so rasch wie möglich."

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(c) singer

 09:37

Sapin: Regierung in Athen muss nun neue Reformvorschläge machen

Frankreichs Finanzminister Michel Sapin hat der Europäischen Zentralbank (EZB) nahegelegt, ihre Nothilfen für griechische Banken nicht zu kappen. "Derzeit gibt es ein Niveau an Liquidität, das nicht verringert werden kann", sagte der Minister am Montag dem Rundfunksender "Europe 1". Allerdings entscheide die Europäische Zentralbank (EZB) in völliger Unabhängigkeit, fügte er hinzu.

 09:32

Tsipras erörtert Referendum mit Parteichefs

Nach dem klaren Sieg des "Nein" in der griechischen Volksabstimmung über die Reform- und Sparpolitik sind die Spitzen der Athener Politik am Montag zu Beratungen zusammengekommen. Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos hatte auf Bitte von Ministerpräsident Alexis Tsipras die Führer der großen Parteien in seinen Amtssitz geladen.

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(c) Reuters

Die Parteichefs wollten mit Tsipras die Folgen des Referendums erörtern, bei dem die Griechen sich am Sonntag mit großer Mehrheit gegen weitere Sparmaßnahmen ausgesprochen hatten.

 09:17

Die Börsen im Minus (ATX um 1,43%, DAX um 2,1%)

Europas Börsen haben am Montag in der Früh nach dem "Nein" beim Griechenland-Referendum starke Verluste eingefahren. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 rutschte um 2,37 Prozent ab. Der DAX büßte im frühen Handel satte 2,1 Prozent an Wert ein. Auch in Wien wurden Verluste verzeichnet. Der ATX reduzierte sich um 1,43 Prozent.

Vorstand: "Es wird wohl noch länger geredet werden" - Hoffnung auf Börsengänge 2014

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Die Abstimmung zu den Sparvorgaben der Gläubiger fiel mit über 60 Prozent für "Oxi" ("Nein") überraschend deutlich aus. Ohne dem Rücktritt des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis hätte das Abbröckeln der Kurse sogar noch gravierender ausfallen können, hieß es aus dem Handel

 09:13

UniCredit sieht Chaos-Grexit

Das Nein der Griechen zu den Reform- und Sparplänen der Gläubigerstaaten wird nach Einschätzung der UniCredit zu einem chaotischen Austritt des Landes aus der Eurozone ("Grexit") führen. Nach dem klaren Votum der griechischen Bevölkerung sei das Risiko eines "Grexit" deutlich gestiegen, schrieb UniCredit-Chefvolkswirt Erik Nielsen in einer Studie am Montag.

Schon in den kommenden Tagen oder Wochen könnte der Prozess starten, schreibt Nielsen. Der Experte rechnet dabei mit einem Chaos mit politischen Auswirkungen. Es werde kein leichter Ritt in eine neue Währung werden, lautete seine Einschätzung

 09:06

Wenig Optimismus aus Deutschland

Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht kaum noch Chancen für einen Kompromiss, wie er dem "Tagesspiegel" sagte. Tsipras habe die letzten Brücken eingerissen, über die sich Europa und Griechenland auf eine Verständigung zubewegen könnten.

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 09:03

Treffen der griechischen Führung um 9.00 Uhr

Der Nachfolger des zurückgetretenen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis soll noch am Montag nach einem Treffen der griechischen Führung ernannt werden. Das Treffen beginnt einem Regierungssprecher zufolge um 09.00 Uhr (MESZ). Mögliche Nachfolger sind Wirtschaftsminister Georgios Stathakis und der Koordinator der Gespräche mit den Gläubigern, Euclid Tsakalotos.

 08:59

Jetzt geht es Schlag auf Schlag

Der "Neue" soll schon heute bekannt gegeben werden.

 08:53

Bosbach (CDU): Varoufakis-Rücktritt erleichtert Verhandlungen

Der deutsche Politiker Wolfgang Bosbach hofft nach dem Rücktritt des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis auf einfachere Euro-Verhandlungen. "Das würde vermutlich die Verhandlungen aufgrund seines bisherigen Auftretens erleichtern", sagte der CDU-Politiker am Montag im ZDF-"Morgenmagazin", bevor der Rücktritt bestätigt wurde. Das löse jedoch nicht die Probleme.

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"Entscheidend sind weniger die Personen als die politischen Inhalte." Neue milliardenschwere Hilfspakete lösen Bosbach zufolge nicht die Probleme des Landes: "Es fehlt an Wirtschaftskraft, an Wettbewerbsfähigkeit, an einer wirklich effizienten Verwaltung."

 08:44

Börsen unruhig nach "Nein"

Die Börse in Japan hat am Montag mit deutlichen Kursverlusten auf das mehrheitliche "Nein" der Griechen zu den Spar-und Reformvorschlägen der Geldgeber reagiert. Der Aktienmarkt in Tokio rutschte erstmals seit fünf Handelstagen wieder stärker ab.

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Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel um 427,67 Punkte oder 2,08 Prozent auf 20.112,12 Punkte. Der breitgefasste Topix verlor 31,73 Punkte oder 1,92 Prozent auf 1.620,36 Zähler. Beide Indizes weiteten damit ihr Minus vom Handelsbeginn aus.

 08:36

Spekulationen über Varoufakis Nachfolge

Nicht einmal eine Stunde ist der alte Finanzminister nicht mehr im Amt, wird schon über die mögliche Nachfolge spekuliert.

Laut Informationen der Bild Zeitung soll der stellvertretende Außenminister für internationale Wirtschaftsbeziehungen Euclid Tsakalotos die Nachfolge des "Rambo"-Ministers antreten.

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 08:32

London will eigene Wirtschaft nach Athen-Nein schützen

Nach dem klaren Sieg des Neins bei dem Referendum in Griechenland hat Großbritannien angekündigt, alles zum Schutz seiner Wirtschaft zu tun. Das "entschiedene" Nein zu den Gläubigerplänen sei ein "kritischer Moment in der griechischen Wirtschaftskrise", erklärte ein Regierungssprecher am Montag in London.

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"Wir werden weiter alles Notwendige tun, um unsere wirtschaftliche Sicherheit in dieser Zeit der Unsicherheit zu schützen", erklärte der Sprecher. Es gebe bereits "Notfallpläne" und Premierminister David Cameron werde im Laufe des Tages mit dem Kabinett diese Pläne im Lichte der griechischen Entscheidung erörtern.

Großbritannien ist zwar kein Eurostaat, über seine Finanzwirtschaft am wichtigen Bankenplatz London aber eng mit den Euroländern verflochten

 08:29

Euro steigt nach Varoufakis-Rücktrittsansage

Der Euro, der nach dem Nein der Griechen zu den Sparauflagen in der Nacht nachgegeben hat, ist Montagfrüh nach der Rücktrittsankündigung des griechisches Finanzministers Yanis Varoufakis leicht gestiegen. Er werde am Montag sein Amt niederlegen, kündigte Varoufakis über Twitter an.

Vorbörslich hatte der Ausgang des Referendums die internationalen Finanzmärkte am Montagfrüh belastet. Allerdings hielten sich die Kursverluste zunächst in Grenzen. So deuteten erste Indikationen beim Dax auf ein Minus von knapp 3 Prozent, die Einschätzung datiert vor der Rücktrittsankündigung.

Das wäre jedenfalls deutlich weniger als der Einbruch zu Beginn der vorigen Woche, nachdem die Verhandlungen der Griechen mit den Geldgebern ergebnislos abgebrochen worden waren. Mit rückläufigen Kursen wurden am Montag auch die beiden großen Wiener Banktitel (Erste Group, Raiffeisen Bank International) gesehen.

 08:11

Minister macht Platz für Verhandlungen

Einige Mitglieder der Eurogruppe hätten ihm klar gemacht, dass sie es vorziehen würden, wenn er nicht mehr an ihren Treffen teilnehmen werde, erklärte Varoufakis am Montag auf seinem Internetblog. Sein Abschied sei von Ministerpräsident Alexis Tsipras als "potenziell hilfreich" betrachtet worden, weshalb er "heute" das Finanzministerium verlasse.

 08:01

Varoufakis schmeißt hin!

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis tritt zurück. Das teilte er am Montag nach dem Referendum mit, bei dem das griechische Volk die Sparauflagen der Gläubiger mit großer Mehrheit abgelehnt hatte.

 23:55

Varoufakis will mit Europa neu verhandeln

Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis will nach dem Sieg der Reformgegner beim Referendum mit den internationalen Geldgebern neu verhandeln. "Ab morgen fangen wir an, unsere Wunden zu heilen", kündigte Varoufakis am Sonntagabend im griechischen Fernsehen an. Europa dürfe nicht mehr "ein riesiger eiserner Käfig der Sparpolitik" sein.

Varoufakis © AFP

 23:49

Steinmeier: "Der Ball liegt in Athen"

Nach dem "Nein" der Griechen beim Referendum sieht der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier die Regierung in Athen am Zug. "Wir haben zunächst mal ein solches Ergebnis zu akzeptieren", sagte Steinmeier am Sonntagabend in Wien am Rande der Atom-Gespräche mit dem Iran.

"Welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind, das ist eine Entscheidung, die jetzt in erster Linie in Griechenland getroffen werden muss und deshalb liegt der Ball in Athen", sagte der SPD-Politiker.

Der Chef der aufstrebenden spanischen Linkspartei Podemos, Pablo Iglesias, feiert dagegen den Ausgang des Referendums: "In Griechenland hat heute die Demokratie gewonnen", schrieb Iglesias am Sonntagabend auf Twitter.

 23:38

Mitterlehner bedauert Entscheidung

"Wir bedauern die heutige Entscheidung, die kooperative Lösungen nicht leichter macht. Aber selbstverständlich ist das Ergebnis eines Referendums zu akzeptieren." So kommentierte Vizekanzler Reinhold Mitterlehner die bisher vorliegenden Ergebnisse und Prognosen des griechischen Referendums.

"Die Lage Griechenlands hat sich mit dem Referendum nicht verändert", erklärte Mitterlehner in einer Aussendung. "Maßnahmen zur Sanierung des Staatshaushalts und zur Ankurbelung der Wirtschaft sind weiterhin unvermeidlich, um das Land wieder auf die Beine zu bringen. Die Türen für Verhandlungen sind nach wie vor offen. Klar ist jedoch auch, dass Solidarität keine Einbahnstraße sein kann." Unterstützung könne es nicht ohne Bedingungen und die Einhaltung von Vereinbarungen geben. Es sei an der Zeit, dass die griechische Regierung ihren klaren Willen und ihre Vorschläge formuliere und ihren Weg darlege.

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 23:30

Italiens Linke - "Niederlage für Merkel und Renzi"

Italiens linksradikale Parteien feiern den Sieg des "Nein" beim Referendum in Griechenland. "Dieses Ergebnis ist ein Riss in der neuen Berliner Mauer, ein unglaublicher Schlag für die Austerität-Religion in Europa. Nicht nur die Troika, sondern die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Premier Matteo Renzi haben verloren", erklärte der Chef der Linkspartei SEL Nichi Vendola.

"Die Griechen lehnen eine brutale EU ab, die die Sozialrechte und den Wohlfahrtsstaat vernichtet. Der griechische Premier Alexis Tsipras repräsentiert nicht nur die Würde des griechischen Volkes, sondern auch die erste Regierung Europas, die sich vor den finanziell-politischen Oligarchien nicht beugt. Renzi sollte die Schönheit der Demokratie und die Modernität der Sozialrechte zu schätzen lernen", kommentierte Vendola.

 23:22

EU-Gipfelchef bestätigt Euro-Gipfel am Dienstag

EU-Gipfelchef Donald Tusk hat einen Sondergipfel der 19 Euro-Länder für Dienstag (18.00 Uhr) in Brüssel einberufen. Bei dem Treffen solle der Ausgang des Referendums in Griechenland diskutiert werden, teilte Tusk am späten Sonntagabend auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Kurz zuvor hatten sich nach dem Nein der Griechen zu den Sparvorgaben ihrer Gläubiger die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande für einen Sondergipfel der Euro-Staaten ausgesprochen.

Tusk gegen "Clinch" zwischen Premier und Präsident

 23:15

Slowakei sieht Grexit als "realistisches Szenario"

Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone (Grexit) ist nach Ansicht des slowakischen Finanzministers Peter Kazimir realistisch. "Der Albtraum der 'Euro-Architekten', das ein Land den Klub verlassen könnte, scheint ein realistisches Szenario, nachdem Griechenland heute mit Nein gestimmt hat", erklärte Kazimir am Sonntagabend auf "Twitter".

"Die Ablehnung von Reformen durch Griechenland kann nicht bedeuten, dass sie das Geld leichter bekommen", sagte Kazimir. Die Eurozone müsse nunmehr so rasch wie möglich reagieren. Kazimir zeigte sich vom Ausgang des Referendums enttäuscht.

 23:05

Tsipras will Verhandlungen über Umstrukturierung der Schulden

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras will nach der Absage seines Volkes an die Sparvorgaben der internationalen Gläubiger neue Verhandlungen. Erste Priorität habe nun die Wiedereröffnung der Banken, erklärte er am Sonntagabend in einer Fernsehansprache. Athen sei zu Reformen bereit. Dringend notwendig seien Investitionen sowie die Umstrukturierung der Schulden.

Tsipras will am Montag die Chefs aller Parteien seines Landes informieren. Er sagte, das griechische Referendum habe keine Sieger und Verlierer. Das griechische Volk habe unter schwierigsten Bedingungen bewiesen, dass die Demokratie sich nicht erpressen lasse.

Tsipras © AFP

 22:51

Alexis Tsipras im ersten Interview

"Wir haben heute ein neues Kapitel aufgeschlagen. Wir lassen uns nicht erpressen. Es war eine mutige Entscheidung. Morgen kehrt Griechenland an den Verhandlungstisch zurück. Europa Ja oder Nein, das sollte jetzt vom Tisch sein."

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 22:43

Insider: EZB wird Nothilfen auf aktuellem Stand lassen

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird voraussichtlich die ELA-Nothilfen für Griechenland auf dem gegenwärtigen Stand belassen, wenn der EZB-Rat am morgigen Montag darüber berät. Das sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Sonntagabend.

Am Abend hatte der griechische Regierungssprecher Gavriil Sakellaridis gegenüber dem Sender ANT1 angekündigt, die griechische Notenbank werde noch heute einen Antrag bei der EZB stellen, damit diese das Volumen der Notkredite für die angeschlagenen griechischen Banken anhebe. Ohne Anhebung des Limits drohen die schon seit einer Woche geschlossenen Banken des Landes rasch auszutrocknen.

 22:32

Oppositionsführer Samaras erklärte Rücktritt

Nach dem Referendum in Griechenland ist der Chef der oppositionellen konservativen Partei Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, ist am Sonntagabend zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenz aus der schweren Niederlage des "Ja"-Lagers in der Volksabstimmung über das griechische Sparprogramm.

Samaras forderte die Partner in der EU auf, der Regierung unter dem linken Regierungschef Alexis Tsipras zu helfen, "eine tragfähige Lösung" für den griechischen Schuldenberg zu finden.

Samaras hatte das Land von Juni 2012 bis Jänner 2015 geführt. Vorläufiger neuer Parteichef werde der frühere Parlamentspräsident Evangelos Meimarakis, sagte Samaras im Fernsehen.

Antonis Samaras © AP

 22:26

EU-Konservative: Tsipras' Position ist nicht gestärkt

Ungeachtet des klaren "Neins" beim Referendum sehen die Konservativen im Europaparlament die Verhandlungsposition von Griechenlands Premier Alexis Tsipras nicht gestärkt. Tsipras habe viel Vertrauen bei den Partnern zerstört, sagte der Fraktionschef der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber (CSU), am Sonntagabend in Brüssel.

 22:17

Merkel und Hollande für Euro-Gipfel am Dienstag

Nach dem Nein der Griechen zu den Sparvorgaben ihrer Gläubiger haben sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande für einen EU-Sondergipfel am Dienstag ausgesprochen. Das teilte ein Regierungssprecher in Berlin am Sonntagabend nach einem Telefonat der beiden Politiker mit.

Angela Merkel Francois Hollande © Reuters

 22:10

Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel erwartet nach dem Referendum in Griechenland konkrete Verhandlungsvorschläge der Regierung in Athen. "Nach dem Votum liegt es nun bei der griechischen Regierung, Vorschläge zu unterbreiten, wie es weitergehen soll", sagte Bettel am Sonntagabend in Luxemburg. Das Großherzogtum führt derzeit turnusmäßig den Vorsitz im Ministerrat der EU.

 21:59

Nach dem Nein der Griechen zu den Reformauflagen der Geldgeber hält SPD-Chef Sigmar Gabriel Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm für "kaum noch vorstellbar". Dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagsausgabe) sagte Gabriel, der griechische Ministerpräsident Alexis "Tsipras und seine Regierung führen das griechische Volk auf einen Weg von bitterem Verzicht und Hoffnungslosigkeit".

 21:54

Aus der Sicht von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist ein Austritt Athens aus der Eurozone "die einzig logische Konsequenz" aus dem Nein der Griechen. Der "Grexit" sei sowohl für die Währungsunion als auch für Griechenland selbst die beste Lösung. So könne sich das Land durch die Wiedereinführung der Drachme wieder stabilisieren.

Die Entwicklung in Griechenland zeige aber auch, dass der Euro in seiner jetzigen Form eine Fehlkonstruktion sei. "Langfristig führt kein Weg vorbei an einer Teilung der Währungsunion in einen harten Nord-Euro und einen weichen Süd-Euro", so Strache in einer Aussendung.

HC Strache © FRANZ NEUMAYR Pres

 21:39

Polnische Regierungschefin Kopacz erwartet "Grexit"

Die polnische Ministerpräsidentin Ewa Kopacz rechnet damit, dass Griechenland die Eurozone verlässt. "Wenn sich die Prognosen bestätigen, dann bleibt Griechenland vermutlich nur ein Weg: der Austritt aus der Eurozone", sagte die liberalkonservative Politikerin am Sonntag im Sender TVN24. Die Griechen seien nicht bereit gewesen, den "harten Weg der Reformen" zu beschreiten.

Schuld daran sei auch die Regierung in Athen. "Die Griechen, die ich sehr respektiere, sind zum Opfer einer populistischen Politikercharge geworden", sagte Kopacz. Für die nun eingetretene Situation habe Europa "kein vorgeschriebenes Drehbuch". Polen will vorerst am Zloty als eigener Währung festhalten.

 21:32

Italien für Suche nach neuer Vereinbarung

Nach dem sich abzeichnenden "Nein" bei dem Referendum über die Sparpolitik in Griechenland hält die italienische Regierung neue Verhandlungen für den richtigen Weg. "Jetzt ist es richtig, wieder damit anzufangen, eine Vereinbarung zu suchen. Aber aus dem griechischen Labyrinth kommt man nicht mit einem schwachen Europa ohne Wachstum heraus", so Außenminister Paolo Gentiloni am Sonntag auf Twitter.

 21:19

Euro fällt in Fernost unter 1,10 Dollar

Der Ausgang des griechischen Referendums hat den Euro deutlich gedrückt. Die Gemeinschaftswährung fiel zum Dollar zunächst um rund 1,4 Prozent auf nur noch 1,0955 Dollar.

 20:53

"Nein" nach Zählung von Hälfte der Stimmen weit vorn

Nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen beim Referendum in Griechenland am Sonntag liegt das "Nein"-Lager mit mehr als 20 Prozentpunkten Vorsprung vorne. Die Frage nach der Zustimmung zu Spar- und Reformvorschlägen der Euro-Staaten wurde von 61,3 Prozent der Wähler abschlägig beantwortet, rechnete das Athener Innenministerium am Sonntag nach Auszählung von 51 Prozent der Stimmen vor.

Die Wahlbeteiligung lag den Angaben nach bei knapp 60 Prozent. Laut griechischer Verfassung braucht es ein Beteiligung von mindestens 40 Prozent, damit ein Volksentscheid Gültigkeit besitzt.

 20:46

Trotz ihres "Ochi" wollen drei Viertel der Griechen im Euro bleiben. Dem wird Tsipras Rechnung tragen müssen - und sich in neuen Verhandlungen bewegen müssen. "Man ist kein Held mit geschlossenen Banken", bringt Oppositionspolitikerin Dora Bakogianni von der Nea Dimokratia das Dilemma von Tsipras' gefährlichem Triumph auf den Punkt.

 20:36

Von dem Wählervotum erhofft sich Tsipras Rückenwind für eine neue Verhandlungsrunde mit den Geldgebern. Die anderen Euro-Länder hatten allerdings klar gemacht, dass sie am Prinzip, Hilfe nur im Gegenzug für Strukturreformen zu leisten, nicht rütteln werden.

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 20:25

Krisentreffen von Euro-Finanzstaatssekretären

Die Finanz-Staatssekretäre der Euroländer wollen am Montag in Brüssel zu einer weiteren Krisensitzung zusammenkommen, wie AFP am Sonntagabend unter Berufung auf EU-Quellen berichtete. Dabei sollen die Konsequenzen des griechischen Referendums beraten werden.

 20:20

Nach Berichten aus Athen will sich die griechische Zentralbank mit einem noch für Sonntagabend angekündigten Antrag an die EZB die Erlaubnis für neue Notfallkredite holen.

 20:10

Keine Sparerbeteiligung bei Bankenrettung

Die griechische Regierung hat nach dem Referendum am Sonntag eine Beteiligung der Sparer an einer Rettung der maroden Bankinstitute in dem Land ausgeschlossen.

Zuletzt waren Varianten kursiert, nach denen einige oder alle Bankguthaben um 30 Prozent gekürzt würden, um die Kreditinstitute wieder flott zu machen. "Das steht völlig außer Frage", sagte Vize-Verteidigungsminister Kostas Isychos im TV.

 20:06

Morgen Telefonkonferenz der EZB-Räte

Die Griechen haben im Referendum die Sparauflagen der Geldgeber nach ersten Auszählungen klar abgelehnt. Für morgen, Montag, zeichnen sich in Europa zahlreiche Krisentreffen ab. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) berät. Nach ersten Informationen gibt es morgen eine Telefonkonferenz der EZB-Räte.

Es geht nach Angaben aus Notenbankkreisen vor allem um das Thema Notkredite für griechische Banken.

 20:02

Alexis Tsipras spricht von einem Sieg für die Demokratie. Aber niemand weiß, was morgen passiert. Ein Satz zum Ergebnis: Die Griechen haben mit 60 Prozent "Nein" gesagt. Das ergibt sich nach 28 bis 30 Prozent der bisher ausgezählten Stimmen.

 19:58

20 Prozent sind ausgezählt

Es bleibt beim Vorsprung der "Nein-Sager". Derzeit liegen diese bei 60 Prozent, während das Lager der EU-Freunde auf 40 Prozent geschrumpft ist.

 19:48

Fliegen Griechen jetzt aus der Euro-Zone?

"Ich glaube nicht, dass sie uns rauswerfen", sagte Tsakalotos dem TV-Sender Star TV. Die Regierung in Athen sei bereit, sich so schnell wie möglich mit den Vertretern der Euro-Zone und des Internationalen Währungsfonds zusammenzusetzen.

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 19:40

Die griechische Regierung arbeitet indes nach eigenen Angaben nicht an der Ausgabe einer neuen Währung. "Wir diskutieren nicht über eine Parallelwährung", sagte der Chef-Unterhändler der Regierung, Euclid Tsakalotos, am Sonntagabend in Athen.

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 19:34

Die griechische Zentralbank wird nach Angaben eines Regierungssprechers in Athen noch heute, Sonntag, bei der Europäischen Zentralbank (EZB) die Erlaubnis für neue Notfallkredite (ELA) an die Banken beantragen.

Zuletzt war das Volumen für diese Notfallhilfen nicht erhöht, also de facto eingefroren worden. Nun wird eine Erhöhung verlangt.

 19:26

Die Griechen lehnen somit die Forderungen der Geldgeber weitgehend ab. Es werden komplizierte Verhandlungen zwischen Athen und der EU erwartet.

 19:19

In ersten Teilergebnissen liegt "Nein" weit vorne

Nach Auszählung von rund zehn Prozent der Stimmen beim Referendum in Griechenland liegt das "Nein"-Lager mit knapp 20 Prozentpunkten in Führung. Den ersten offiziellen Auszählungsergebnissen zufolge steht "Nein" bei 59,9 Prozent, das "Ja" nur bei 40,1 Prozent. Innenminister Nikolaos Voutsis kündigte indes im Staatsfernsehen ein definitives Ergebnis für 20.00 Uhr MESZ an.

 19:16

Regierungssprecher: Ab heute starten wir Verhandlungen

Die griechische Regierung hat unmittelbar nach dem Referendum über die umstrittenen Sparvorgaben neue Verhandlungen mit den Geldgebern angekündigt. Noch am Sonntagabend wolle man substanzielle Gespräche mit den internationalen Partnern beginnen, erklärte der griechische Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis im Fernsehen vor der Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses.

 19:10

Sollte es bei einem "Nein" bleiben, würde Tsipras morgen sofort nach Brüssel fliegen. Das bestätigte der Staatsminister Nikolaos Pappas.

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 18:58

"Nein"-Lager bereitet sich auf ein Volksfest vor

Nach einem überraschend starken Abschneiden bei ersten nach der Wahl veröffentlichten Umfragen bereitet sich das "Nein"-Lager nach dem Referendum am Sonntagabend in Griechenland auf ein Volksfest vor. Am zentralen Syntagma-Platz in Athen versammelten sich unmittelbar nach Schließen der Wahllokale dutzende Anhänger der "Nein"-Kampagne.

 18:50

Griechen wollen keine EU-Hilfen. Oder doch nur gestärkt in Verhandlungen gehen?

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 18:42

Jetzt werden die Stimmen ausgezählt

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 18:35

Klarer Sieg für Tsipras?

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 18:30

Merkel und Hollande beraten am Montag

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist am Montag nach Paris, um mit Präsident Francois Hollande über den Ausgang des Griechenland-Referendums zu beraten. Dies teilte die deutsche Bundesregierung am Sonntagabend in Berlin mit. Bei dem Referendum haben die Griechen ersten Prognosen zufolge offenbar die Gläubigervorschläge für ihr Land abgelehnt.

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 18:24

Ein "Nein" der griechischen Bevölkerung zu den Reformplänen der internationalen Gläubiger ermöglicht nach Darstellung von Finanzminister Yanis Varoufakis eine bessere Verhandlungsposition für Schuldenerleichterungen.

 18:19

Varoufakis rechnet mit Einigung

Unabhängig vom Ausgang des Referendums am Sonntag rechnet der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis in jedem Fall mit einer Einigung mit den internationalen Gläubigern. In einem Interview mit dem britischen Sender BBC sprach Varoufakis am Donnerstag von einer "hundertprozentigen Chance".

 18:18

Kurz nach Schließung der Wahllokale zeigten erste Prognosen, dass das Nein-Lager gewonnen habe. Scheiden die Griechen damit aus der Eurozone aus?

 18:07

Griechischer TV-Sender meldet:

Vorsprung für Nein-Lager bei Referendum. Das kurz nach Ende des Referendums und vor der Stimmenzählung. Es handelt sich aber um eine erste ungenaue Prognose.

 18:03

In Kürze Schluss

Die Wahllokale werden in Kürze schließen. Dann beginnt die aufwendige Prozedur rund um die Stimmenzählung. Zur Erinnerung: Ab 20 Uhr wird eine erste Hochrechnung erwartet.

 18:00

Der Chef der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) will von Plänen zur Teilenteignung von griechischen Bank-Kunden nichts wissen. "Ich bezweifle stark, dass irgendeine Behörde oder öffentliche Einrichtung der EU oder eines Mitgliedslandes diese Option in Erwägung zieht", sagte Andrea Enria am Samstag.

 17:50

Es bleibt nach dem Schließen der Wahllokale spannend. Um 20 Uhr erwartet man eine erste Hochrechnung aus Athen. Dabei werden aber erst gut 20% der Stimmen ausgezählt sein.

 17:37

Wahllokale noch offen

Bis 19 Uhr (18 Uhr MESZ) haben die Wahllokale noch geöffnet und nehmen Stimmen entgegen.

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 17:20

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), hat im Ringen um einen Ausweg aus der Schuldenkrise heftige Kritik an der griechischen Regierung geübt. Athens Verhandlungstaktik sei "sehr ärgerlich und auch enttäuschend, aber vor allen Dingen dramatisch für die griechische Bevölkerung", sagte Schulz der "Passauer Neuen Presse".

 17:09

"Nein" als Schuldenerleichterung

"Die Zukunft fordert, dass Griechenland ein großes 'Nein' am Sonntag sagt, dass wir in der Eurozone bleiben und mit der Macht, die wir durch das 'Nein' erhalten, die staatlichen Schulden Griechenlands genauso neu verhandeln wie die Lasten zwischen Besitzenden und Besitzlosen", schrieb Varoufakis in einem am Mittwoch veröffentlichten Blog-Eintrag.

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 16:58

Die Griechenlandkrise hat auch an den weltweiten Aktienmärkten tiefe Spuren hinterlassen. Allein in den vergangenen zwei Wochen haben die 100 teuersten Konzerne der Welt 300 Mrd. Dollar an Börsenwert verloren, errechnete der Berater Ernst & Young (EY). Die Marktkapitalisierung der Unternehmen sank somit von 16,6 auf 16,3 Billionen Dollar (14,7 Billionen Euro).

 16:45

Knappes Rennen laut Umfrage

Bei der Volksabstimmung zur Sparpolitik in Griechenland zeichnet sich einer neuen Umfrage zufolge eine äußerst knappe Entscheidung ab. 41,7 Prozent der Befragten zeigen sich demnach mit den Forderungen der Gläubiger einverstanden, 41,1 Prozent kündigten ein "Nein" beim Referendum am Sonntag an.

 16:37

Ruhe in Athen

Die meisten Griechen haben bereits abgestimmt. Somit wartet man in der Sonne liegend am Strand auf das Ergebnis.

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 16:29

"Wir werden die nötigen Instrumente einsetzen", sagte Coeure. Details nannte er keine. Im schuldengeplagten Griechenland stimmen die Bürger am Sonntag über die umstrittenen Spar- und Reformauflagen der internationalen Geldgeber ab. Werden diese abgelehnt, erwarten viele Experten Chaos und einen Zusammenbruch der lokalen Geldhäuser, die seit langem am Tropf der EZB hängen.