Waldbrand auf Sardinien: Faymann nicht betroffen

Flammen auf Urlaubsinsel

Waldbrand auf Sardinien: Faymann nicht betroffen

800 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Fünf Verletzte, mehrere zerstörte Hektar Wald- und Buschland und 800 Menschen auf der Flucht: Das ist die Bilanz eines Brandes, der seit Sonntag der nördliche Teil von Sardinien belastet. Begünstigt von langen Wochen der Hitze und extremer Trockenheit breiteten sich die Flammen unweit der bekannten Ortschaft San Teodoro aus, die wegen ihrer langen und feinen Sandstränden bei Touristen aus der ganzen Welt beliebt ist. Rund 800 Personen mussten dort am Sonntag aus mehreren Dörfern und Hotels vor den vorrückenden Flammen in Sicherheit gebracht werden.

Das Feuer zerstörte zahlreiche Häuser. Flugzeuge des Typs Canadair mussten wiederholt ausrücken, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Die Feuerwehrteams waren im Dauereinsatz. Fünf Feuerwehrleute wurden verletzt. Zu ihnen zählte auch ein Leiter des Zivilschutzes. Er wurde durch die Explosion eines Tanks in dem von den Flammen betroffenen Gebiet verletzt. Sein Zustand sei besorgniserregend, berichteten italienische Medien.

Windböen von mehr als 40 Stundenkilometern fachten die Feuer zusätzlich an. Die Ursache der zahlreichen Brände sei noch unklar. Allerdings heißt es auf Sardinien wie in anderen Regionen Italiens schon seit Jahren, oftmals würden die Feuer durch Brandstiftung gelegt.

"Wir haben zwar viel Rauch gesehen, aber zum Glück ist unser Campingplatz nicht betroffen", berichtete eine Mitarbeiterin des Campingplatzes La Cinta in San Teodoro. Zu den Gästen zählen mehrere österreichische Urlauber. Sardinien erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit unter Österreichern. Über 200.000 Österreicher besuchen jährlich die Insel.

Faymann im Krisengebiet
Auch Bundeskanzler Werner Faymann (S) verbringt derzeit seinen Urlaub auf Sardinien. "Der Bundeskanzler ist von den Waldbränden nicht betroffen", erklärte am Montag ein Pressesprecher in Wien. Angaben über den genauen Aufenthaltsort des Regierungschefs wurden nicht gemacht.

Über 30 Brände tobten im Süden und Zentrum Italiens. Auf Sizilien mussten Löschflugzeuge unweit den Städten Ragusa, Trapani und Catania ausrücken. Auch in der süditalienische Region Apulien loderten mehrere Feuer. Der Landwirtschaftsverband Coldiretti macht die extreme Wasserknappheit und die Hitzewelle der vergangenen Wochen für das rasche Ausbreiten der Flammen verantwortlich. In der ersten Juli-Hälfte seien in Italien 83 Prozent weniger Regenfälle als im Durchschnitt der Jahre 1971 bis 2000 gemeldet worden. Die Temperaturen seien um 2,6 Grad höher.

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