Geschäfte in Neapel wegen Mülls bald geschlossen

Italien

Geschäfte in Neapel wegen Mülls bald geschlossen

Beißender Geruch in den Straßen Neapels - der Müll türmt sich meterhoch. Jetzt drohen Kaufleute mit der Sperre ihrer Geschäfte.

In Neapel ist kein Ende der seit über einem Monat andauernden Müllkrise in Sicht. 350.000 Tonnen stinkende Abfälle türmen sich weiterhin auf den Straßen der Region. In der Nacht auf Montag wurden 45 Müllberge in Brand gesetzt. Beißender Rauch verbreitete sich vor allem im Norden der Stadt. Ärzte wiesen auf die Dioxin-Gefahr hin. Kaufleute drohten mit der Sperre ihrer Geschäfte, sollte der Müll nicht sofort von den Straßen entfernt werden.

Keine Lösung
"Ein Monat nach Beginn der Müllkrise ist immer noch keine Lösung in Sicht. Für uns Kaufleute sind die Schäden enorm. Wir überlegen eine Massensperre unserer Geschäfte, um die Regierung zum Eingreifen zu bewegen", sagte ein Sprecher des Kaufleuteverbands Confesercenti. Der Verband plant eine Sammelklage gegen die Regierung.

Der von der Regierung beauftragte Sonderkommissar Gianni De Gennaro führte am Montag intensive Gespräche mit den Lokalbehörden. Er arbeitet an einem Plan, der die Öffnung von fünf Deponien vorsieht, die in den vergangenen Jahren nach Bürgerprotesten geschlossen worden waren. Darüber hinaus sollen vier neue Deponien errichtet und elf provisorische Müllsammelplätze eingerichtet werden, bis die Verbrennungsanlage in Acerra nördlich von Neapel in Betrieb geht.

Räumung der Straßen, Soldaten im Einsatz
Primäres Ziel der Regierung ist nun die Räumung der Straßen. Soldaten waren am Montag im Einsatz, um den Abfall abzutransportieren. Mülltransporte fuhren Richtung Deutschland und Norditalien ab.

Die Müllkrise im Großraum Neapel schwelt bereits seit etwa 14 Jahren. Die bestehenden Deponien sind überfüllt, betroffene Gemeinden blockieren die Errichtung neuer. Mitglieder der Camorra, des neapolitanischen Arms der Mafia, unterwanderten nach Angaben der Behörden die Stadtreinigung. Außerdem soll eine chaotische Bürokratie für die Krise mitverantwortlich sein.

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