Marco W. muss im türkischen Gefängnis bleiben

Prozess vertagt

Marco W. muss im türkischen Gefängnis bleiben

Der Prozess sei abermals vertagt worden, teilte ein Anwalt des Schülers nach der nicht-öffentlichen Gerichtsverhandlung im türkischen Antalya am Donnerstag mit. Der Jugendliche muss sich gegen den Vorwurf verteidigen, im Osterurlaub eine 13-jährige Britin sexuell missbraucht zu haben.

Er sitzt seit fünf Monaten in Antalya in Untersuchungshaft.

Marco und das Mädchen hatten sich im türkischen Badeort Side kennen gelernt und waren nach einem Discoabend mit anderen Jugendlichen im Hotelzimmer der 13-Jährigen gelandet. Nach Marcos Darstellung war die Initiative zu den Zärtlichkeiten von der Britin ausgegangen, die sich als 15-Jährige ausgegeben haben soll.

Nach Aussage eines Gutachters und Klinikarztes, der das Mädchen nach dem Geschehen untersucht hatte, war es weder zu einer Vergewaltigung noch zum Geschlechtsverkehr gekommen.

Marcos Rechtsanwalt Matthias Waldraff sagte vor der Verhandlung in einem TV-Interview, eine Fortsetzung der Untersuchungshaft sei nicht bloß nach deutschem, sondern auch nach türkischem und internationalem Recht nicht gerechtfertigt.

Sein Anwaltskollege hatte dazu ein umfangreiches Gutachten vorbereitet. Doch das reichte dem Richter offenbar nicht. Er entschied, dass Marco weiter in Haft bleibt und nicht gegen Kaution freigelassen wird.

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