US-Scharfschütze nahm Koran als Schießscheibe

Angst vor Racheakten

US-Scharfschütze nahm Koran als Schießscheibe

Schießübung mit Koran: Im Irak nutzte ein US-Scharfschütze das Heilige Buch der Muslime für Zielübungen. Jetzt wächst die Angst vor Racheakten.

Ein amerikanischer Scharfschütze hat im Irak eine Ausgabe des Korans für Zielübungen verwendet und damit große Empörung ausgelöst. Der Soldat sei nach dem Vorfall aus dem Land abgezogen worden, teilten die US-Streitkräfte am Sonntag mit. Den Angaben zufolge fanden irakische Polizisten den durchlöcherten Koran in der Ortschaft Radwaniya westlich von Bagdad. Gegen den Soldaten wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, wie ein Militärsprecher mitteilte.

Entschuldigungs-Zeremonie mit Kuss
Der Vorfall ereignete sich bereits am 9. Mai und wurde zwei Tage später bekannt. Die Streitkräfte bemühten sich um Schadensbegrenzung: In einer Zeremonie wurde Stammesführern ein neuer Koran überreicht, der zuvor von einem US-Soldaten geküsst wurde. Bei der feierlichen Übergabe bat Generalmajor Jeffery Hammond um Entschuldigung. Er verlas außerdem ein Entschuldigungsschreiben des Scharfschützen. Die Streitkräfte bezeichneten den Vorfall als ernst und äußerst beunruhigend. Die Soldaten seien normalerweise professionell und respektierten alle Glaubensrichtungen.

Angst vor Rackeakten steigt
Nach Angaben eines Stammesführers war für Donnerstag zunächst ein Demonstrationszug geplant. Er wurde jedoch unter Druck der US-Armee und aus Angst vor Racheakten von Aufständischen abgesagt. Die konservative Vereinigung muslimischer Gelehrter verurteilte den Vorfall als "abscheuliche Tat gegen das Buch des allmächtigen Gottes". Auch der Prediger der Moschee von Radwaniya sagte, dass die örtlichen Anführer empört gewesen seien. Sie hätten aber die Entschuldigung akzeptiert.

Die Zusammenarbeit zwischen US-Soldaten und sunnitischen Stammesführern war ein wichtiger Grund für den deutlichen Rückgang der Gewalt im Irak im vergangenen Jahr. Allerdings gibt es immer wieder Rückschläge.

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