Roms Bürgermeister

Skandal in Italien

Alemanno will Straße nach Neofaschistem benennen

Gianni Alemanno sorgt für Aufsehen: Roms Bürgermeister will eine Straße nach dem Neofaschisten-Führer Almirante benennen.

Roms neuer Bürgermeister, der Rechtspolitiker Gianni Alemanno, will eine Straße der Ewigen Stadt nach dem 1988 verstorbenen Neofaschisten-Führer Giorgio Almirante benennen. Das berichtete die italienische Zeitung "Corriere della Sera" in ihrer Internetausgabe. Almirante hatte die Vorgängerpartei von Alemannos Alleanza Nazionale (AN), die "Italienische Sozialbewegung" (MSI), bis 1987 geführt.

Herausgeber antisemitischer Zeitung
Während des Zweiten Weltkrieges war Almirante Herausgeber der rassistischen und antisemitischen Parteizeitung "La difesa della razza". Er war zudem Kulturminister der Nazi-Marionetten-Republik von Salo unter Benito Mussolini. Der jüdische Abgeordnete Emanuele Fiano (Demokratische Partei) zitierte angesichts von Alemannos Straßennamens-Plänen im Parlament aus einer Schrift Almirantes von 1942, in der er dazu aufrief "Juden und Mischlingen" Einhalt zu gebieten.

Parlamentspräsident Gianfranco Fini, der Almirante als MSI-Chef abgelöst und danach die Partei in die gemäßigtere AN umgewandelt hatte, distanzierte sich von Almirantes rassistischen Aussagen. Dieses seien "zweifelsohne eine Schande" und brächten eine Haltung zum Ausdruck, "die in dieser tragischen Epoche leider viel zu viele Exponenten" vertreten hätten, die manchmal rechts gestanden, aber auch in anderen politischen Gruppierungen vertreten gewesen seien, formulierte Fini.

Prominenter Tänzer gewürgt
Unterdessen wurde ein neuer fremdenfeindlicher Zwischenfall in der italienischen Hauptstadt bekannt. Opfer war der durch Fernsehauftritte populäre, aus Albanien stammende Tänzer Kadiu Kledi. Während einer Schulschlussveranstaltung in einer Tanzschule wurde er von einem Mann gewürgt und mit Vulgärausdrücken beschimpft. Man werde ihn nach Albanien zurückschicken, wurde ihm beschieden.

Seit dem Wahlsieg Alemannos Ende April weht ein neuer Wind im bisher von der Linken regierten Rom. Kritiker des AN-Spitzenvertreters machen seine Politik für die zunehmende tätliche Ausländerfeindlichkeit verantwortlich. Am Wochenende hatte eine Gruppe von etwa 20 Jugendlichen Geschäfte von Immigranten verwüstet und die Besitzer attackiert. Alemanno will auch Roma-Siedlungen räumen und die jährliche Gay-Pride-Parade verbieten lassen.

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