Crans-Montana

Feuer-Inferno: Chiara (16) wollte feiern und kam nie wieder zurück

Andrea Costanzo hat die Hoffnung verloren. Als ihm am Freitagmorgen mitgeteilt wurde, dass die letzten nicht identifizierten Verletzten ausschließlich Männer sind, war ihm klar, was das bedeutet: Seine Tochter Chiara (16) gehört zu den Todesopfern der Bar-Katastrophe von Crans-Montana. 

„Ich habe den Anruf erhalten, den ein Vater niemals erhalten sollte“, sagt Costanzo. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus, da DNA-Tests nötig sind – für ihn besteht jedoch kein Zweifel mehr.

Familie feierte jedes Jahr in Crans-Montana

Chiara war erst 16 Jahre alt. Ihr Vater beschreibt sie als „intelligent, fröhlich und einfühlsam“, eine ausgezeichnete Schülerin mit großer Leidenschaft für Tanz, Kunstturnen und Skifahren. Die Familie verbrachte seit Jahren ihre Ferien in Crans-Montana, wo der Großvater einst ein Haus gekauft hatte.

Ausgerechnet in diesem Jahr wollte Chiara Silvester eigentlich woanders feiern – mit einer Freundin. Doch es fand sich kein Platz. Stattdessen ging sie in die Bar „Le Constellation“, die später für rund 40 Menschen zur tödlichen Falle wurde. Besonders bei jungen Leuten war das Lokal beliebt.

In der Brandnacht suchte der Vater verzweifelt nach seiner Tochter und fuhr selbst zur Bar. „Ich hätte hineingehen sollen, um sie zu suchen“, sagte er der Zeitung La Repubblica. Die Feuerwehr ließ ihn nicht hinein.

"Kleiner Engel"

Während die Familie trauert, trauert auch Mailand. Am Moreschi-Gymnasium, das Chiara besuchte, ist die Anteilnahme groß. Schüler und Lehrer schlagen vor, einen Raum nach ihr zu benennen, Ballons steigen zu lassen oder bei Schulveranstaltungen an sie zu erinnern. In vielen Nachrichten wird sie „unser kleiner Engel“ genannt.

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