Guttenberg entschuldigt sich fürs Abschreiben

Plagiats-Affäre

Guttenberg entschuldigt sich fürs Abschreiben

Ehemaliger deutscher Verteidigungsminister schickte Briefe an Wissenschaftler.

Wenige Tage nach seinem Rückzug aus der Politik hat sich der ehemalige deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei Autoren der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags entschuldigt.

In einem den Magazinen "Spiegel" und "Focus" laut Vorausberichten vom Samstag vorliegenden Brief schreibt Guttenberg, er habe Teile aus "den von Ihnen geschriebenen" Texten für seine Dissertation "wörtlich übernommen, ohne Ihre Autorenschaft in wissenschaftlich redlicher Weise zu kennzeichnen". Dafür wolle er "persönlich aufrichtig um Entschuldigung bitten".

Die Schreiben sind laut "Focus" jeweils persönlich adressiert, die Anrede sei "handschriftlich". Es geht insgesamt um sechs Expertisen von Bundestags-Wissenschaftlern. Dem "Spiegel" zufolge steht im Absender ein "G-Family Office" in der Berliner Kantstraße.

Guttenberg war Anfang März wegen der Affäre um seine Doktorarbeit als Verteidigungsminister zurückgetreten. Der 39-Jährige hatte Passagen bei anderen Autoren abgeschrieben, ohne dies kenntlich zu machen. Die Universität Bayreuth erkannte ihm deshalb den Doktortitel ab. Die Staatsanwaltschaft im bayerischen Hof leitete ein Ermittlungsverfahren an. Guttenberg war seit Oktober 2009 Verteidigungsminister.
 

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