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Justizfehler

Italiener will 12 Mio. Euro für 15 Jahre Knast

Eine Rekordsumme von zwölf Millionen Euro verlangt eine 42-jähriger Italiener als Entschädigung für seinen schuldlosen Aufenthalt im Gefängnis.

15 Jahre musste Domenico Morrone wegen Doppelmord hinter Gittern verbringen, ehe er kürzlich von einem Berufungsgericht in Lecce freigesprochen wurde. Laut seinem Verteidiger handelt es sich bei diesem Fall um den Aufsehen erregendsten Fehler in der Geschichte der italienischen Justiz.

Im Gefängnis alles verloren
Sein Mandant habe in den Jahren seiner Gefangenschaft alles verloren - seine Arbeit und seine Verlobte, berichtete der Anwalt. Die Mutter des Fischers lebe in extremer Armut. Morrone verdiene daher eine sichergestellte Entschädigung.

Wegen Mord verurteilt
Morrone - eine Fischer ohne Vorstrafen - wurde in erster Instanz zu 21 Jahren Haft verurteilt. Damals wurde ihm der Mord an zwei Burschen im Alter von 15 und 17 Jahren zur Last gelegt. Laut damaligem Urteil sollte er die beiden 1991 in einer Menschenmenge vor ihrer Schule erschossen haben.

Beharrte auf seiner Unschuld
Ein Streit mit einem der späteren Opfer führte die Polizei auf die Spur des 42-Jährigen. Der Italiener soll den Schüler dabei einige Wochen vor der Tat mit dem Ermorden gedroht haben. Auch die Aussagen einiger Zeugen belasteten Morrone. Dieser hatte allerdings immer auf seiner Unschuld beharrt. Sein Verteidiger geht davon aus, dass die beiden Burschen aus Rache für einen Diebstahls getötet wurden.



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