Munch-Bilder

"Supergangster" lieferte Munch-Bilder

Der mächtigste Mann im organisierten kriminellen Milieu Norwegens gab die entscheidenden Tipps - im Tausch gegen Hafterleichterungen.

Die wiedergefundenen Bilder "Der Schrei" und "Madonna" von Edvard Munch (1863-1944) sind der norwegischen Polizei von einem inhaftierten Kriminellen im Tausch gegen Hafterleichterungen geliefert worden. Das berichteten mehrere Osloer Zeitungen am Freitag unter Berufung auf Polizeikreise. Danach soll der wegen Bankraubs zu 19 Jahren Haft verurteilte David Toska die entscheidenden Tipps zum Auffinden der vor zwei Jahren geraubten Gemälde gegeben haben, nachdem ihm die Fahnder Hafterleichterungen zusicherten. Vorausgegangen waren monatelange Verhandlungen, bei denen Toskas Anwalt nicht die zunächst verlangte Minderung des Strafmaßes durchsetzen konnte. Der 31-Jährige gilt als mächtigster Mann im organisierten kriminellen Milieu Norwegens.

Echtheit bestätigt
Die Polizei hatte die weltberühmten Bilder des norwegischen Expressionisten am Donnerstag sichergestellt. Die Echtheit der kaum beschädigten Werke wurde vom Munch-Museum bestätigt. Von dort hatten zwei bewaffnete und maskierte Männer die Bilder am 22. August 2004 während der Öffnungszeiten einfach von der Wand gerissen. Sie konnten mit ihrer Beute in einem wartenden Fluchtauto entkommen. Drei Tatbeteiligte wurden Anfang des Jahres zu acht, sieben und vier Jahren Haft verurteilt, ohne dass der Prozess die erhofften Hinweise auf den Verbleib der Bilder gebracht hätte.

Die vor zwei Jahren geraubten Bilder "Der Schrei" und " Madonna " von Edvard Munch (1863-1944) sollen "schon sehr bald" wieder an ihren angestammten Plätzen im Osloer Munch-Museum zu sehen sein. "Die Reparatur von ein paar Schrammen an den Bildern wird nicht lange dauern", meinte der sichtlich begeisterte norwegische Kulturminister Trond Giske.



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