Trotz Corona-Quarantäne mit Zug verreist: 29-Jähriger verurteilt

In der Wohnung geirrt

Zehn Jahre Haft für Ex-Polizistin wegen Mordes an Schwarzem

Frau hatte sich in der Wohnung geirrt und Unbewaffneten erschossen.

Washington. Weil sie sich in der Wohnung irrte und einen unbewaffneten Schwarzen erschoss, ist eine frühere US-Polizistin zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Strafmaß gegen die 31-jährige Amber Guyger wurde am Mittwoch in einem Gericht in Dallas im US-Bundesstaat Texas verkündet. Am Vortag war die Frau von den Geschworenen des Mordes schuldig gesprochen worden.
 
Guyger hatte am 6. September 2018 den 26-jährigen Botham Jean in dessen eigener Wohnung erschossen - weil sie sich in der Tür geirrt hatte. Eigentlich wollte die Frau nach Dienstende in ihre eigene Wohnung zurückkehren, die ein Stockwerk tiefer lag.
 
Als sie im Halbdunkeln den Mann auf dem Sofa sitzen sah, dachte die uniformierte Polizistin nach eigenen Angaben an einen Eindringling. Sie zog ihre Dienstwaffe und erschoss Jean. Während des Prozesses sprach Guyger von einem "tragischen Fehler". Sie habe Angst gehabt zu sterben und deswegen das Feuer eröffnet.
 
Die Staatsanwaltschaft warf der Frau, die nach den tödlichen Schüssen aus dem Polizeidienst entlassen wurde, aber schweres Fehlverhalten vor. Die Anklage forderte 28 Jahre Haft. Der Anwalt der Familie Jean bezeichnete die nun verhängten zehn Jahre Gefängnis am Mittwoch als unzureichend.
 
Die Tat hatte in den USA die Debatte über Polizei-Gewalt gegen Afroamerikaner angeheizt. Immer wieder erschießen weiße Polizisten Schwarze.


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